Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 11.01.2017

"2:0 für ein Willkommen"- Erfolgreiche Flüchtlingskampagne wird fortgesetzt

Mit 400.000 Euro neu budgetiert

"2:0 für ein Willkommen": Die Kampagne zur Integration von Flüchtlingen wird fortgesetzt (Foto: © DFB).
"2:0 für ein Willkommen": Die Kampagne zur Integration von Flüchtlingen wird fortgesetzt (Foto: © DFB).

„2:0 für ein Willkommen“ heißt die Kampagne, mit der Fußballvereine, die Flüchtlinge bei ihrer Integration unterstützen, finanziell gefördert werden. Die Kampagne geht aus von der deutschen Nationalmannschaft, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie der DFB-Stiftung Egidius Braun. Budgetiert ist „2:0“ für 2017 mit 400.000 Euro. Die Kampagne ist die Weiterführung der bereits seit März 2015 laufenden Initiative „1:0 für ein Willkommen“.

Spielberechtigungen für Flüchtlinge: Das müssen Vereine bei der Beantragung wissen!

„Die große Resonanz tausender Vereine aus dem Amateurfußball hat uns ermutigt, die Zusammenarbeit auch im Jahr 2017 fortzusetzen“, sagt DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, der geschäftsführende Vorsitzende der DFB-Stiftung Egidius Braun. „Dabei geht es darum, Akteure und Organisationen aus dem Fußball zu unterstützen, die sich für eine nachhaltige Integration von Flüchtlingen engagieren.“ Für die „1:0-Initiative“ waren ursprünglich 1.200 Unterstützungen von Fußballklubs budgetiert, doch die Nachfrage fiel deutlich höher aus. Gehlenborg: „Bis zum Jahresende rechnen wir momentan mit 3.000 bewilligten Anträgen.“ Insgesamt hätten die Organisatoren dann 1,5 Millionen Euro ausgeschüttet.

DFB-Vizepräsident Gehlenborg: „Bis zum Jahresende rechnen wir mit 3.000 bewilligten Anträgen“

Im Jahr 2017 soll jenes Engagement gefördert werden, das geflüchteten Menschen den weitergehenden Zugang in die Gesellschaft, vor allem zu Bildungs- und Berufsangeboten erleichtert. Bezuschusst werden neben Fußballvereinen auch DFB-Mitgliedsverbände und deren Untergliederungen, wenn sie beispielsweise Sprachförderprogramme im Fußball, Begegnungsfeste, Schulfußball-AGs für Flüchtlingskinder, Jobbörsen für Flüchtlinge und Vernetzungstreffen organisieren. Aber auch klassische Fußballangebote für Flüchtlinge werden weiter gefördert. „In den vergangenen beiden Jahren haben wir als ersten Schritt Vereine unterstützt, die Flüchtlinge zum Fußballspielen eingeladen haben. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf der Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe“, betont Gehlenborg. Jeder Antrag, der die Stiftung erreicht, wird im Einzelfallverfahren geprüft und entschieden. Zugelassen sind auch Anträge von Fußballvereinen, die bereits im Rahmen der 1:0-Initiative unterstützt wurden.

Dieser bisherige Förderansatz wird als zweite Säule der „2:0-Initiative“ fortgeführt: Jährlich werden bis zu 240 Fußballvereine mit der pauschalen Zuwendung in Höhe von 500 Euro unterstützt, wenn sie sich für mindestens fünf Flüchtlinge engagieren und in den Vorjahren noch keine Anerkennungsprämie erhalten haben. Die bereitstehenden Fördergelder werden wie gehabt nach dem sogenannten „Königsteiner Schlüssel“ verteilt, so dass 2017 etwa im Bayerischen Fußball-Verband 37 Vereine unterstützt werden können, in den DFB-Landesverbänden Württemberg und Hessen 18, im Saarland drei und in Bremen zwei Klubs.

Wie beliebt Fußball gerade auch unter geflüchteten Menschen ist, belegt die Zahl jährlich ausgestellter internationaler Spielberechtigungen, die seit 2013 von 10.000 auf über 40.000 pro Jahr angestiegen ist. Dass der Fußball eine Vorbildrolle einnehmen kann, davon ist auch Jogi Löw überzeugt. Am 17. November wurde der Bundestrainer in Berlin mit dem Bambi in der Kategorie Integration ausgezeichnet. In seiner Dankesrede sagte Löw: „Ich wünsche mir, dass das, was unsere Mannschaft vielleicht im Kleinen vorlebt, auch im Großen, in unserer Gesellschaft, funktioniert. Akzeptiert euren Nachbarn genauso, wie jeder Spieler in unserer Mannschaft seinen Mitspieler akzeptiert und respektiert! Als Mensch, als Freund, als jemanden, der vielleicht anders ist, aber auch besonders. Lassen sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden.“

Staatsministerin Özoğuz unterstreicht wichtige Rolle der Fußballvereine

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist seit Beginn Projektpartnerin der Flüchtlingskampagne. Staatsministerin Aydan Özoğuz hat vor Ort selbst einige Klubs besucht und unterstreicht: „Die vielen tausend Fußballvereine in Deutschland spielen bei der Integration eine enorm wichtige Rolle. Sie tragen dazu bei, dass unsere neuen Nachbarn nicht fremd bleiben, sie schaffen Kontakte und Begegnungen.“ Zuletzt stellte Eugen Gehlenborg auf dem Integrationsgipfel in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel die neue Broschüre „Im Fußball zu Hause!“ vor, die vom DFB und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gemeinsam herausgegeben wird. Die Broschüre vermittelt Ehrenamtlern im Fußball Wissenswertes – etwa über die Möglichkeiten zur Sprachförderung, weitergehende Teilhabemöglichkeiten oder den Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen. Autor: DFB-Stiftung Egidius Braun

 

Spielberechtigungen Regionalliga West