Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 15.01.2013

2,24 m sind für Falk Wendrich wieder möglich

Hochspringer Falk Wendrich, Foto: Peter Middel

Gleich im ersten Saisonwettkampf am vergangenen Sonntag steigerte der Neu-Wattenscheider Falk Wendrich in Clarholz seine Hallen-Bestleistung um einen Zentimeter auf 2,20 Meter. Im Interview spricht der 17 Jahre alte Hochspringer über seine Ziele für 2013, die Verletzungssorgen der Konkurrenz und den Deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund.

 

Falk Wendrich, interessieren Sie sich eigentlich für Fußball?

Auf jeden Fall. Ich muss mir aber nicht alle Spiele ansehen. Die Spitzenpartien interessieren mich allerdings schon.

 

Lieblingsmannschaft?

Ganz klar: Borussia Dortmund.

 

Sie drücken den Schwarz-Gelben die Daumen, starten aber seit Anfang 2013 im blau-weißen Trikot des TV Wattenscheid. Das sind auch die Farben des BVB-Erzrivalen Schalke 04 …

… das stimmt (lacht). Aber Fußball und Leichtathletik sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Es gibt einige Wattenscheider Leichtathleten, die Dortmund-Fans sind.

 

Bleiben wir bei der Leichtathletik: Am Sonntag sind Sie zum Saisonauftakt in Clarholz mit 2,20 Metern Hallen-Bestleistung gesprungen. Haben Sie mit einem solch starken Auftritt gerechnet?

Ich möchte nicht sagen, dass diese Höhe zu erwarten war. Allerdings lief es im Training schon ziemlich gut und ich habe beim Einspringen gemerkt, dass ich schnell bin. Somit stellt mich das Ergebnis vollauf zufrieden.

 

Die Konkurrenz war stark. Auch der Leverkusener Mateusz Przybylko ist 2,20 Meter gesprungen. Brauchen Sie Druck, um hoch zu springen?

So wurde es zu einem tollen Wettkampf. Ich springe gern gegen Mateusz, zumal wir auch gut befreundet sind. Ich hatte das Glück bis 2,20 Meter alle Höhen im ersten Versuch zu springen. Das hat mir den Sieg gebracht.

 

Dabei sind Sie insgesamt neun Höhen gesprungen. Warum sind Sie schon bei 1,98 Metern in den Wettkampf eingestiegen?

Für meine Trainerin Brigitte Kurschilgen und mich war es ein Techniktraining unter Wettkampfbedingungen. Darum wurden meine Beine zum Schluss auch schwer, und ein typischer Fehler hat sich eingeschlichen.

 

Der wäre?

Bei großen Höhen versuche ich es oft mit zu viel Kraft und verliere dann die Kontrolle über meinen Körper. Das muss ich in den Griff bekommen.

 

Mateusz Przybylko und Sie zählen zu den „jungen Wilden“ im deutschen Hochsprung. Glauben Sie, die arrivierten Springer um Raúl Spank, Eike Onnen und Matthias Haverney in diesem Jahr ärgern zu können?

Raúl bestreitet ja keine Hallensaison. Gegen die anderen werde ich hoffentlich im Winter springen. Vielleicht ja schon bei „Hochsprung mit Musik“ in zwei Wochen in Köln. Und dann gibt es ja noch die Deutschen Meisterschaften. Ich trainiere dreimal in der Woche in der Dortmunder Halle. Ich möchte dort unbedingt starten. Schließlich wäre es ein Heimspiel für mich.

 

Der deutsche Männer-Hochsprung glich 2012 einem Lazarett. Wie gehen Sie mit Ihrer Gesundheit um?

Ich gehe regelmäßig zur Physiotherapie. Außerdem ist das Training noch recht dosiert. Andere Hochspringer in meinem Alter haben intensiver trainiert. Dafür gibt es dann ein paar Jahre später die Quittung. Beispielsweise mache ich nur selten Kniebeugen mit Gewichten oder spezielle Sprung-übungen, damit sich der Körper langsam an die Belastungen gewöhnt.

 

Vor drei Jahren sind Sie erstmals in Clarholz gesprungen und haben den Schüler-Wettbewerb mit 1,85 Metern gewonnen. Was ist in der Zeit bis heute passiert?

Ich bin größer, kräftiger und technisch versierter geworden. In den drei Jahren bin ich noch acht Zentimeter gewachsen und habe mit 1,93 Metern nun eine stattliche Hochspringer-Größe. Der entscheidende Faktor ist aber die Arbeit von Brigitte Kurschilgen. Sie hat mich zu einem Weltklassespringer in der Jugendklasse gemacht.

 

Welche Höhen peilen Sie für den Winter an?

Ich wollte meine Hallen-Bestleistung von 2,19 Metern steigern. Das ist mir schon in Clarholz gelungen. Ich glaube, dass ich in so guter Form bin wie im Sommer 2012. Wenn ich die 2,24 Metern aus dem Vorjahr springe, wäre ich sehr zufrieden. Wenn ich einen Sprung optimal erwische, ist vielleicht sogar noch ein kleiner Ausrutscher nach oben möglich.

 

Nach der Hallensaison steht das Abitur an. Sind Sie in der Schule eigentlich auch ein „Überflieger“?

Nein, leider nicht. Ich werde das Abitur wohl schaffen. Aber in den kommenden Monaten muss ich wirklich mehr Zeit für die Schule aufwenden. Zumal mein Jahrgang als erster schon nach acht Gymnasialjahren das Abitur macht. Die G8-Regelung gefällt mir trotzdem sehr gut. Denn dann ist die Schulzeit einfach früher vorbei.

 

Quelle: FLVW/Martin Neumann

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