Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 19.07.2013

Aachen, Essen, Wollitz: Regionalliga
West ist die "Königsklasse der Amateure"

In der Regionalliga wird es wieder packende Spielszenen geben. (Foto: Revierfoto)

Aachen, Essen, Uerdingen und Co.: Sechs ehemalige Bundesligisten starten in die zweite Saison der Regionalliga West. In der attraktiven Spielklasse wird mit vielen Zuschauern gerechnet. In der Kritik bleibt das Aufstiegsreglement.

    Beim Gedanken an die kommenden Fußball-Duelle in der Regionalliga West schnalzt Hans-Joachim Sommers mit der Zunge. «Da ist die 3. Liga nichts gegen», sagte der Präsident von Rot-Weiß Oberhausen. Eine Fülle von Traditionsclubs soll das Interesse an der viertklassigen Spielklasse, die am 26. Juli (19.00 Uhr) mit dem Match Fortuna Köln gegen Alemannia Aachen in die Saison startet, weiter nach vorne treiben. Vor allem durch drei Neulinge kann die Regionalliga einen Imagegewinn verbuchen: Alleine Alemannia Aachen, KFC Uerdingen und die SG Wattenscheid weisen zusammen die Historie von 22 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit auf.

    Die Regionalligisten RW Essen, Fortuna Köln und Oberhausen waren früher ebenfalls im Oberhaus aktiv. Viktoria Köln war 1962 im Europapokal dabei und mischte später ebenso wie die Sportfreunde Siegen in der 2. Liga mit. Essen und Uerdingen konnten bereits den DFB-Pokal gewinnen, RWE war 1955 mit Weltmeister Helmut Rahn deutscher Meister.

    «Das wird eine Saison der Superlative. Die Regionalliga West ist die Königsklasse der Amateure und somit ein perfekter Unterbau zum Profifußball», meinte Hermann Korfmacher, Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV), der die Liga ausrichtet. Auch in der zweiten Saison nach der Strukturreform im deutschen Amateurfußball, treten in der Liga ausschließlich Teams aus Nordrhein-Westfalen an.

    Knapp eine halbe Million Zuschauer verfolgten in der Premierensaison die Partien in den Stadion. Für die nächste Spielzeit wird mit einer deutlichen Steigerung gerechnet. «Alleine die Paarung Alemannia Aachen gegen RW Essen hat das Potenzial, mehr Fans ins Stadion zu locken als so manches Bundesligaspiel», glaubt Korfmacher. Essen stockt zum Saisonbeginn seit neues Stadion auf und kann künftig über 20 000 Zuschauer empfangen. Der Fernsehsender Sport1 hat bereits gute Erfahrungen mit Live-Spielen aus der West-Staffel gemacht und will nunmehr regelmäßig Regionalliga-Spiele übertragen.

    Essen gehört, gemeinsam mit den Kölner Klubs Fortuna und Viktoria, zu den Topfavoriten. Insbesondere der Viktoria, die im Vorjahr lange die Liga dominierte, wird mit dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz eine Ausnahmerolle zugetraut. Mittelfristig planen die mittelrheinischen Kölner den Durchmarsch in die 2. Liga. «Dass wir grundsätzlich aufsteigen wollen, ist selbstverständlich, es gibt aber keine Garantie», erklärte Wollitz. Mehrere Ex-Profis stehen im Kader, darunter Albert Streit, Mike Wunderlich und Aziz Bouhaddouz. «Viktoria ist ein spannendes Projekt, hier entstehen professionelle Strukturen», meinte Wollitz.

     19 Vereine, darunter die U 23-Teams von sechs Erst- und Zweitligisten, starten in die Saison, in der bis zu fünf Absteiger ermittelt werden. Für den SV Lippstadt ist bereits die bloße Teilnahme der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Eine gewisse Historie hat der Aufsteiger aus Westfalen allerdings ebenfalls aufzuweisen. Im Nachwuchs des Vorgängerclub Borussia Lippstadt hatte unter anderem der Vize-Weltmeister und heutige Vorstandsvorsitzende des Champions-League-Siegers FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, seine Karriere begonnen.

Von Roland Leroi, WFLV

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