Westdeutscher Fussballverband e.V.
Bewegt älter werden 14.09.2016

Von der Stuhlgymnastik zur Quartiersentwicklung

Kleiner Aktionstag im Programm „Bewegt ÄLTER werden!“

Stuhlgymnastik stand zunächst auf dem Programm (Foto: WDFV).
Stuhlgymnastik stand zunächst auf dem Programm (Foto: WDFV).

Die Praxis kam vor der Theorie als der WDFV in Kooperation mit seinem Bildungswerk nunmehr zu einem "Kleinen Aktionstag" in die Sportschule Wedau eingeladen hatte. Eingebunden war diese Maßnahme ins LSB Programm „Bewegt ÄLTER werden in NRW!“, gefördert von LSB und Land.

Stuhlgymnastik stand da erst einmal auf dem Programm – und es wurde gedehnt, gekräftigt, gelockert. „Früher konnten wir das alles ohne uns festzuhalten, heute machen wir die Übungen eben, indem wir uns den Stuhl zu Hilfe nehmen“, erklärte Kursleiter Horst Unverricht seinen teilweise hochaltrigen Teilnehmern. Und die legten noch eine erstaunliche Gelenkigkeit an den Tag - wohl zurückzuführen auf regelmäßiges Sporttreiben. Somit wurde im ersten Teil des Aktionstages genau das praktiziert, was im Anschluss von LSB-Referent Klaus-Peter (Vinz) Uhlmann theoretisch aufgearbeitet wurde.

Teilnehmer kommen aus dem Quartier

Eine Abfrage bei den Teilnehmern ergab nämlich, dass alle aus der näheren Umgebung und damit quasi „aus dem Quartier“ kamen. Nach einer kurzen Einleitung mit Eckdaten zum Portfolio des LSB beschrieb Vinz Uhlmann anhand eines beeindruckenden Diagramms den demographischen Wandel, der für das Jahr 2050 82-jährige Frauen als den stärksten Jahrgang prognostiziert. „Wir müssen unser Angebot breit fächern“, betonte Uhlmann, „denn die Zielgruppe präsentiert sich recht heterogen.“

LSB-Referent Klaus-Peter Uhlmann beschrieb auch den demographischen Wandel (Foto: WDFV).
LSB-Referent Klaus-Peter Uhlmann beschrieb auch den demographischen Wandel (Foto: WDFV).

So gibt es „junge Alte“ und „alte Alte“, einige leben zurückgezogen, andere stehen noch mitten im Leben, die eine Gruppe ist kerngesund, die anderen sind krank und pflegebedürftig. Um wirklich alle (oder zumindest die meisten) zu erreichen, bedarf es einer richtigen Ansprache mit vielfältigen Angeboten. Zum einen müssen hierbei Menschen motiviert werden, bewegt und engagiert älter zu werden, aber auch Verbänden und Vereinen muss die Dringlichkeit aufgezeigt werden, angepasste Angebote für genau diese immer stärker wachsende Zielgruppe bereit zu halten.

Aufbau eines bedarfsgerechten Qualifizierungssystems notwendig

Doch es reicht nicht aus, allein die Anzahl der Angebote zu erhöhen. Ziel muss es sein, ein zukunftsweisendes, bedarfsgerechtes und modernes Qualifizierungssystem für die Zielgruppe „Älter-Werdender“ aufzubauen. Auf Grundlage von politischen Entwicklungen und Erklärungen und auch gerontologischen Forschungsergebnissen und Erkenntnissen aus demografischen Erhebungen sollten Bewegungsangebote und Teilhabemöglichkeiten im Quartier – besonders für Ältere und Hochaltrige erarbeitet werden. Klaus-Peter Uhlmann formulierte daher zum Abschluss die Forderung: “Wir brauchen im Quartier mehr und bessere Angebote in den Sportvereinen und engagierte und qualifizierte Mitarbeitende - besonders ÄLTERE!“ Nur so könnten Veränderungsprozesse gemeinsam gestaltet werden.

Abgerundet wurde der Aktionstag mit einem kleinen Imbiss, so dass die Teilnehmer nach dieser Morgenveranstaltung ertüchtigt, informiert und gestärkt wieder zurück in ihr Quartier gehen konnten.

Text: WDFV

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