Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 12.01.2016

Daniel Engelbrecht wechselt in die Regionalliga West

Auf dem Platz mit Defibrillator in der Brust

Daniel Engelbrecht spielt seit seinem Zusammenbruch vor zweieinhalb Jahren mit eingesetztem Defibrillator. [Foto: FUSSBALL.DE/Getty Images]

Die Stuttgarter Kickers und Daniel Engelbrecht haben sich auf die vorzeitige Auflösung seines bis zum 30. Juni 2016 laufenden Vertrags geeinigt. Der Stürmer wechselt mit sofortiger Wirkung zu Alemannia Aachen und erhält beim Tabellensechsten der Regionalliga West zunächst einen Kontrakt bis zum Saisonende. Der 25-Jährige nimmt seit November 2014 als erster Fußballprofi in Deutschland mit einem im Brustkorb eingesetzten Defibrillator am Spielbetrieb teil.

"Daniel Engelbrecht war nicht nur aufgrund seiner speziellen Geschichte ein ganz besonderer Spieler, und ich möchte mich persönlich bei ihm für seinen unermüdlichen Einsatz für unseren Verein bedanken", sagte Kickers-Präsident Prof. Dr. Rainer Lorz. "Mit seinem Tor in der Nachspielzeit gegen Wehen Wiesbaden hat er wohl für den emotionalsten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte gesorgt. Wir wünschen Daniel für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass er in Aachen die Spielzeit bekommt, die er sich vorstellt."

Kick mit Defibrillator: Auf FUSSBALL.DE lesen Sie die Meinung von DFB-Arzt Prof. Dr. Tim Meyer

Engelbrecht war am 2. Januar 2013 vom VfL Bochum auf Leihbasis zu den Kickers gewechselt und zur Saison 2013/2014 fest unter Vertrag genommen worden. In insgesamt 40 Drittligaspielen für die Kickers erzielte Engelbrecht vier Tore und bereitete drei Treffer vor.

Engelbrecht hat mit seinen 25 Jahren mehr Höhen und Tiefen durchlebt als viele andere Fußballer. Im Juli 2013 war der Stürmer im Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt zusammengebrochen. Eine Herzmuskelentzündung war die Ursache - und hätte ihn fast die Karriere und sogar das Leben gekostet. Angstzustände und Herzrhythmusstörungen prägten plötzlich sein Leben. 16 Monate nach dem Vorfall gab er im November 2014 sein Comeback. Der eingebaute Defibrillator soll ihm im Notfall das Leben retten.

Der Wechsel nach Aachen bedeutet für den gebürtigen Kölner eine Rückkehr in seine rheinländische Heimat - zu einem Klub, den er in- und auswendig kennt. Für die zweite Aachener Mannschaft kam der 1,86 Meter große Engelbrecht 73-mal zum Einsatz und traf 48-mal ins Schwarze. "Ich wünsche den Kickers, dass sie die Klasse halten", sagte Engelbrecht. "Und ich bin den Ärzten und Mitarbeitern der Geschäftsstelle dankbar für ihre tolle Unterstützung."

Text: FUSSBALL.DE

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