Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 19.02.2013

Alexander Kosenkow ist fit für die Hallen-DM

Alexander Kosenkow (Foto: Peter Middel)

Alexander Kosenkow (TV Wattenscheid) feiert am 14. März seinen 36. Geburtstag. Damit wird er bei den 60. Deutschen Hallenmeisterschaften am 23./24. Februar in Dortmund im Sprintbereich der älteste Teilnehmer sein.

Der Schützling von Ronald Stein zeigt jedoch von Müdigkeit keine Spur, und sein Ehrgeiz ist ungebrochen. Daher möchte der Sprint-Oldie, der keine Altersgrenzen zu kennen scheint, in der Helmut-Körnig-Halle wieder „Vollgas“ geben. Dabei steht für ihn vor allem die 200m-Distanz im Fokus: „Wenn ich an den Start gehe, möchte ich natürlich immer gewinnen. Das wird in Dortmund nicht anders sein. Allerdings wird meine  Aufgabe  nicht einfach sein.“

Auf der Dortmunder Bahn kennt Alexander Kosenkow  jeden Quadratmeter. Am 19. Januar erzielte auf der Piste, die vor drei Jahren grundsaniert wurde,  zum Hallen-Auftakt viel versprechende 21,27 Sekunden und unterstrich damit, dass er trotz seiner 35 Jahre  kaum etwas von seinem Leistungsvermögen eingebüßt hat.  Die 21,27 Sekunden hält Alexander Kosenkow auf jeden Fall noch für verbesserungsfähig: „Wegen eines Bundesweh-Lehrgangs hatte ich am 19. Januar  noch Defizite im Schnelligkeitsbereich. Inzwischen habe ich diese Mängel jedoch ausgemerzt, denn ich habe in den letzten Tagen  sehr gut trainiert. Daher hoffe ich in Dortmund auf eine deutliche  Steigerung.“

Auf sein fortgeschrittenes Alter braucht Alexander Kosenkow im Training (noch) keine Rücksicht zu nehmen. „Im Grunde genommen trainiere ich nach den gleichen Prinzipien wie als 25-Jähriger. Mit einigen Belastungen kann ich jetzt teilweise sogar besser umgehen. Lediglich die Regenerationszeit dauert bei mir inzwischen etwas länger. Während ich früher nach intensiven Trainingseinheiten bzw. harten Wettkämpfen  bereits nach 24 Stunden wieder fit war, benötigte ich jetzt oft die doppelte Zeit,“ erläutert der letzt jährige Staffel-Vize-Europameister.

Alexander Kosenkow ist bereits unzählige Male in der Dortmunder Helmut-König-Halle gestartet. Sehr gut in Erinnerung sind ihm dabei vor allem die internationalen Hallen-Meetings in der Arena an der Strobelallee, die zehn Jahre lang dort ausgetragen wurden, und natürlich die Deutschen Hallenmeisterschaften 2004 in Dortmund. „Ich bin vor neun Jahren im DM-Finale über 60m Vierter in 6,67 Sekunden geworden. Über 200m bin ich  nicht gestartet, weil ich mich damals  vornehmlich auf die kurze Sprintstrecke konzentriert habe.“

Am kommenden Wochenende wird Alexander Kosenkow in Dortmund seinen 60m-Start dagegen lediglich nutzen, um Spannung für die 200m- Distanz aufzubauen. In den letzten Jahren hat er mit solch einem Doppelstart nicht nur in der Halle, sondern auch im Freien immer gute Erfahrungen gemacht.

Alexander Kosenkow freut sich auf die Dortmunder Titelkämpfe, denn in der ausverkauften Halle werden ihn zahlreiche Wattenscheider Fans unterstützen. Zudem schätzt er die Dortmunder Bahn, die seiner Meinung nach aufgrund des harten Tartanbelags zu den schnellsten in Deutschland zählt.

Im kommenden Sommer möchte sich der zweifache Familienvater, der persönliche Bestzeiten von 10,16 Sekunden über 100m (2003) und 20,43 Sekunden über 200m (2009) hat, für die Weltmeisterschaften in Moskau qualifizieren. Der Kurvenspezialist rechnet sich reelle Chancen vor allem für die 4x100m-Staffel aus. „Natürlich möchte ich bei der WM  auch gerne im Einzellauf starten, aber da muss für mich schon alles stimmen, wenn ich unter den Qualifikationsnormen von 10,15 Sekunden über 100m und 20,50 Sekunden über 200m bleiben möchte.“

Fleiß und gute Gene

Dass Alexander Kosenkow, der mit seiner Familie in Steinfurt im Landkreis Vechta wohnt, über solch einen langen Zeitraum so erfolgreich ist, erklärt er mit seinen guten Genen, seinem Fleiß und seiner eisernen Disziplin. Vielleicht kommt ihm auch zugute, dass er bei einer Körperlänge von 1,78m lediglich 68kg auf die Waage bringt und daher nicht so muskelbepackt ist wie viele andere  Sprinter. 

Bis zu den Europameisterschaften 2014 in Zürich will er auf jeden Fall weitermachen, und auch für die Zeit danach hat er schon konkrete Pläne. So möchte der jetzige Sportsoldat in seinen Beruf als Industrie-Kaufmann zurückkehren oder als Trainer arbeiten. Dabei denkt er nicht nur an eine Tätigkeit in der Leichtathletik, sondern auch in anderen Sportarten. 

 

Quelle: FLVW/Peter Middel

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