Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 02.06.2013

Energieleistung nicht belohnt:
Aus für Lotte in der Verlängerung

Regionalliga-Relegation

Aus für Lotte in der Verlängerung (Foto: Mrugalla).

Es war eine großartige Energieleistung, doch am Ende fehlte den Sportfreunden Lotte das Glück. In der Aufstiegs-Relegation gegen RB Leipzig ereilte den Meister der Regionalliga West das Aus in der Verlängerung.

Es wurde um jeden Ball gekämpft (Foto: Mrugalla)

Nach zwei gescheiterten Anläufen ist RB Leipzig, Meister der Regionalliga Nordost, stattdessen der ersehnte Sprung in die 3. Liga geglückt. Nach dem 2:0 am Mittwoch reichte der Mannschaft von RB-Trainer Alexander Zorniger im Relegationsrückspiel ein 2:2 (0:1, 0:2, 1:2) nach Verlängerung bei den Sportfreunden Lotte zum Aufstieg und damit zum größten Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte.

Vor 5604 Zuschauer lieferte der West-Meister aus Lotte den „Roten Bullen“ einen großen Kampf und erzwang durch Tore von Tobias Willers (27.) und Dennis Schmidt (90.+5) zum 2:0 die Verlängerung. Ausgerechnet ein Eigentor von Kapitän Willers (96.) und ein von Stefan Kutschke (110.) verwandelter Foulelfmeter sorgten für die Entscheidung. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel der mitgereisten Leipziger Fans und bei der RB-Delegation um Sportdirektor Ralf Rangnick keine Grenzen mehr.

"Wir haben uns gegen alle Widerstände durchgesetzt und ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Wenn wir nun an den richtigen Stellschrauben drehen, können wir optimistisch in die Zukunft blicken. In Leipzig wächst etwas zusammen", betont Ralf Rangnick. RB-Mittelfeldspieler Timo Röttger war erleichtert: "Dieses Spiel hat uns viele Nerven gekostet. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Doch die Moral spricht für uns."

"In beiden Duellen zusammen haben Nuancen den Unterschied ausgemacht. In der Verlängerung konnten wir gegen eine sehr starke Lotter Mannschaft ein Zeichen setzen, weil wir mehr Körner hatten“, so ein überglücklicher Leipziger Trainer Alexander Zorniger. Sportfreunde-Trainer Maik Walpurgis war trotz des erneut verpassten Aufstiegs stolz auf seine Mannschaft: "Wir haben ein fantastisches Spiel abgeliefert und waren auf Augenhöhe mit RB. Es ist tragisch, dass uns ein Eigentor auf die Verliererstraße gebracht hat."

RB-Torhüter Coltorti dabei - Drei Änderungen bei Lotte

Im Vergleich zum Hinspiel am Mittwoch (0:2) musste Sportfreunde-Trainer Maik Walpurgis seine Mannschaft umbauen. Henning Grieneisen ersetzte den rotgesperrten Top-Scorer Amir Shapourzadeh. Außerdem rückten Rechtsverteidiger Timo Kunert (für Danijel Gataric) und Routinier Aleksandar Kotuljac (für Julian Büscher) als zweite Sturmspitze neben Roman Prokoph in die Startaufstellung. Die Leipziger vertrauten hingegen auf die Anfangsformation aus dem Hinspiel. Auch der angeschlagene Torhüter Fabio Coltorti meldete sich rechtzeitig fit.

Von Beginn waren die kämpferisch starken Gastgeber bemüht, den Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen und suchten den schnellen Weg nach vorne. In einer hitzigen Anfangphase mit fünf Gelben Karten innerhalb der ersten 30 Minuten gab es gegen die RB-Abwehr aber zunächst kein Durchkommen.

Tobias Willers leitet offenen Schlagabtausch ein

Leipzig blieb in dieser Zeit vornehmlich durch sein schnelles Spiel nach gegnerischen Ballverlusten gefährlich. Die größte Gelegenheit resultierte allerdings aus einem Eckball. Lottes Torhüter David Buchholz parierte einen Kopfball von Fabian Franke aber sicher. Eine Standardsituation brach dafür aber auf der anderen Seite den Bann. Sportfreunde-Kapitän Tobias Willers (27.) köpfte freistehend einen Freistoß von Michael Hohnstedt am zweiten Pfosten zum umjubelten 1:0 ein.

Auch nach der Führung legten die Gastgeber ein hohes Laufpensum an den Tag. Nur wenige Minuten später hatte Prokoph das 2:0 auf dem Fuß, als er nach sehenswerter Kombination über Tim Gorschlüter und Aleksandar Kotuljac aus rund zehn Metern verzog. Die „Roten Bullen“ wirkten lange gehemmt und wachten erst gegen Ende der ersten Hälfte wieder auf. RB-Spielmacher Thiago Rockenbach scheiterte aber zweimal an David Buchholz.

Zweikampf um Liga drei: Lottes Freiberger (l.) gegen den Leipziger Franke  © Bongarts/GettyImages
Zweikampf um Liga drei: Lottes Freiberger (l.) gegen den Leipziger Franke

RB-Defensive fällt spät - "Joker" Schmidt sticht

Nach der Pause ging bei herrlichem Sonnenschein der offene Schlagabtausch in der Lotter Arena weiter. Die Sportfreunde erwischten erneut den besseren Start und drängten auf das 2:0. Ein Treffer von Roman Prokoph wurde jedoch von Schiedsrichter Thorsten Schriever (Dorum) wegen Handspiels aberkannt. Erst mit der Einwechslung von Angreifer Matthias Morys (für Thiago Rockenbach), der bereits im Hinspiel zum 2:0-Endstand getroffen hatte, bekamen die Gäste wieder mehr Sicherheit und konnten phasenweise für Gefahr sorgen.

Auf der Gegenseite blieben die Tecklenburger durch Aleksandar Kotuljac gefährlich, der sich gegen zwei RB-Verteidiger durchsetzte und den ehemaligen Schweizer Nationaltorhüter Fabio Coltorti zu einer Parade zwang. In der Schlussphase agierten die Sportfreunde sogar mit einer Dreierkette und retteten sich dank eines Treffers der eingewechselten Dennis Schmidt in der fünften Minute der Nachspielzeit noch in die Verlängerung.

Ausgerechnet Torschütze Tobias Willers wurde dort zum Unglücksraben. Der 26-Jährige lenkte einen Schlenzer von RB-Angreifer Morys, der sich mit einem sehenswerten Solo durch den Strafraum getankt hatte, per Kopf ins eigene Tor (96.).

In seinem letzten Spiel im RB-Trikot machte Stefan Kutschke (110.) mit einem verwandelten Foulelfmeter alles klar und verabschiedete sich mit dem Aufstieg in Richtung des Bundesligisten VfL Wolfsburg. Quelle: WFLV/DFB/mspw

0:2 in Leipzig! Lotte will im
Rückspiel den Aufstieg schaffen

RB Leipzig, Meister der Regionalliga Nordost, hat das Tor zur 3. Liga ein großes Stück aufgestoßen. Die Mannschaft von RB-Trainer Alexander Zorniger, die in der abgelaufenen Saison als einziges von insgesamt 149 Teams in den ersten vier deutschen Ligen unbesiegt geblieben war, entschied das Relegationshinspiel um den Aufstieg gegen den West-Meister Sportfreunde Lotte vor der Rekordkulisse von 30.104 Zuschauern in der Leipziger WM Arena, darunter eine offizielle Delegation des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) mit Regionalliga-Spielleiter Rolf Thiel an der Spitze und RB-Sportdirektor Ralf Rangnick, 2:0 (0:0) für sich.
 
Nach einer torlosen ersten Halbzeit ohne große Höhepunkte verschafften Stefan Kutschke (47.) mit einem verwandelten Foulelfmeter und „Joker“ Matthias Morys (84.) den „Roten Bullen“ mit ihren Treffern eine komfortable Ausgangssituation. Die Sportfreunde Lotte, die ihre Saison im Westen mit einer Rekordpunktzahl (86) abgeschlossen hatten, benötigen nun im Rückspiel am Sonntag (ab 14 Uhr) vor eigener Kulisse für den Aufstieg einen Sieg mit drei Toren Unterschied. Mit einem 2:0 nach 90 Minuten würden sie zumindest eine Verlängerung erzwingen. Gespielt wird in der Relegation nach dem Europapokal-Modus.
 
Zufriedenes Fazit von RB-Sportdirektor Rangnick
 
„Wir haben uns mit dem 2:0 eine gute Ausgangsposition verschafft, sind aber noch nicht am Ziel“, meinte RB-Sportdirektor Rangnick: „Wenn uns in Lotte ein Auswärtstor gelingt, dann wäre das die halbe Miete.“
 
Auch Trainer Zorniger zog ein positives Fazit. „Auf diesem Ergebnis können wir im Rückspiel aufbauen und uns einen guten Plan zurechtlegen. Nach einer etwas zähen ersten Halbzeit hat unser Offensivspiel im zweiten Durchgang besser funktioniert. Da haben wir unsere Stürmer nicht nur ständig ins Feuer geworfen, sondern waren als Mannschaft präsent“, so Zorniger.
 
Bankplatz für RB-Kapitän Daniel Frahn
 
Im Vergleich zum letzten Spieltag in der Liga (1:1 beim Berliner AK) rotierte der RB-Trainer komplett durch und bot mit Ausnahme des angeschlagenen Torjägers und Kapitän Daniel Frahn (Innenbandanriss im Knie) und Juri Judt (muskuläre Probleme) seine Bestbesetzung auf. Beide saßen auf der Bank und kamen auch nicht zum Einsatz.
 
Bei den Gästen aus dem Tecklenburger Land gehörte Timo Kunert nach ausgeheiltem Muskelfaserriss noch nicht zum Kader. Aus der Partie bei der SSVg. Velbert (1:0) gehörten nur Benjamin Wingerter, Julian Büscher, Danijel Gataric und Kapitän Tobias Willers auch im Relegations-Hinspiel zur Startformation.
 
Lotte setzt kleine Ausrufezeichen
 
Nach einem etwas nervösen Beginn mit einigen Unkonzentriertheiten im Aufbau überzeugten die Sportfreunde Lotte in dem von zahlreichen Standardsituationen geprägten ersten Durchgang durch viele gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld und verzeichneten etwas mehr Spielanteile. Tim Gorschlüter und Gerrit Nauber, der nach einem Eckball im Strafraum überraschend an den Ball kam und über das Tor schoss, setzten die Gäste bei prächtiger Stimmung und leichtem Sonnenschein die ersten Ausrufezeichen auf Lotter Seite.
 
Insgesamt gab es jedoch für beide Mannschaften nur wenige geradlinige Aktionen. Vom schnellen Kurzpassspiel der „Roten Bullen“ war nur wenig zu sehen. Die gefährlichste Aktion gab es in der 40. Minute, als der herausstürzende Sportfreunde-Torhüter David Buchholz den Ball vor dem freistehenden Stefan Kutschke klären konnte.
 
Kutschke behält die Nerven - „Joker“ bringen Entscheidung
 
Die zweite Halbzeit begann dafür gleich mit einem Paukenschlag und schwungvollen Gastgeben. Nach einem Missverständnis in der Defensive konnte Lottes Kapitän Tobias Willers RB-Angreifer und Frahn-Ersatz Carsten Kammlott im Strafraum nur mit einem Foul stoppen. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Stefan Kutschke (47.) mit einem satten Schuss ins linke Eck. Nach dem Führungstreffer nahm die Partie nun mehr Fahrt auf, die Leipziger erhöhten das Tempo und zeigten in dieser Phase ihre spielerische Klasse.
 
So verfehlten Timo Röttger nach Vorarbeit von Mittelfeldregisseur Thiago Rockenbach mit einem Volleyschuss und Kutschke per Kopf das Tor nur knapp. Während das Gäste-Sturmduo Roman Prokoph und Julian Büscher weitgehend abgemeldet war, sorgten die Einwechslungen von Sofien Chahed, Aleksandar Kotuljac und Dennis Schmidt noch einmal für mehr Schwung. Auch die Gastgeber brachten mit Matthias Morys einen zusätzlichen Stürmer und suchten mit Erfolg die Entscheidung. Einen schnellen Gegenstoß über den ebenfalls eingewechselten Clemens Fandrich schloss „Joker“ Morys zum 2:0-Endstand (84.) ab.
 
Shapourzadeh sieht „Rot“ und fehlt im Rückspiel
 
In einer rassigen Schlussphase warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne. Statt des erhofften Anschlusstreffers, den Kotuljac auf dem Kopf hatte, verlor die Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis noch Amir Shapourzadeh. In der Nachspielzeit handelte sich der Ex-Profi wegen groben Foulspiels an RB-Torhüter Fabio Coltorti die Rote Karte (90.+3) ein.
 
RB-Kapitän Daniel Frahn strahlte nach dem Abpfiff. „Das 2:0 ist fast ein Wunschergebnis für uns“, so der etatmäßige Sturmführer.
 
Auch Torschütze Stefan Kutschke zeigte sich zuversichtlich: „Den Elfmeter habe ich mit voller Überzeugung geschossen. Mit dem Sieg ist der erste wichtige Schritt gemacht. Aber noch sind wir nicht durch.“ wflv/DFB/mspw
Spielberechtigungen Regionalliga West