Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 05.09.2013

Björn Otto in Aachen wieder der Überflieger

Überflieger: Björn Otto (Foto: gettyimages)

Björn Otto (ASV Köln) war am Mittwochabend beim Domspringen in Aachen erneut eine Klasse für sich. Auch wenn sein im Vorjahr an gleicher Stelle aufgestellter deutscher Rekord im Stabhochsprung ungefährdet blieb, bescherte der Olympia-Zweite und WM-Dritte den 5.000 restlos begeisterten Zuschauern ein mitreißendes Erlebnis, als er bis 5,80 Meter fehlerfrei blieb und nur hauchdünn an 5,92 Metern scheiterte.

5,92 Meter, die nationale Saison-Bestmarke, waren drin und könnten schon am Freitag (6. September) beim Diamond-League-Finale in Brüssel (Belgien) fallen. Im Schatten des Aachener Doms überflog Björn Otto blitzsauber und mühelos 5,80 Meter. Der angehende Pilot zelebrierte damit eine weitere seiner faszinierenden Flugstunden.

Jederzeit hatte der 35-Jährige den Stab fest im Griff - und das dicht gedrängt stehende Publikum ebenfalls. Kaum setzte sich der Schützling von Michael Kühnke auf dem 50 Meter langen Anlaufsteg in Bewegung, geriet die Stimmung ins Brodeln. Gänsehautstimmung, wie man sie sonst nur bei Popkonzerten mit absoluten Superstars spürt. „Die Leistung ist ausbaufähig, aber das Publikum unschlagbar“, meinte Björn Otto, der nach 2007, 2009 und 2012 zum vierten Mal das Domspringen gewann. Seiner Meinung nach hat der zu harte Stab die neue DLV-Jahresbestleistung verhindert.

Malte Mohr Zweiter

Malte Mohr (TV Wattenscheid 01), bis zum Vorjahr in Aachen mit 5,90 Metern Meeting-Rekordler, bewältigte ähnlich locker 5,73 Meter und holte damit Rang zwei. Nach einem Verzicht bei 5,80 Metern reichte es dann nicht mehr zur Einstellung seiner Saisonbestleistung von 5,86 Metern, die vom Diamond League-Meeting in Rom (Italien) datiert.

Richtig gut drauf war Karsten Dilla (TSV Bayer 04 Leverkusen). Zwar scheitere er hauchdünn am Hausrekord von 5,73 Metern, wirkte bei übersprungenen 5,63 Metern aber überaus fit. Ebenso sicher wie locker brachte sich der 24-Jährige für die Militär-Europameisterschaft nächsten Donnerstag (12. September) in Warendorf aussichtsreich in Position.

Guiseppe Gibilisco (Italien), vor zehn Jahren in Paris (Frankreich) mit 5,90 Metern Überraschungs-Weltmeister und in diesem Jahr Sieger der Mittelmeer-Spiele, schwang sich auch über 5,63 Meter. "Die Kameraden haben mir schon oft von der Austragungsstätte und von der Atmosphäre erzählt. Ich wollte das unbedingt einmal persönlich erleben und bin begeistert", so der 34-Jährige.

Rens Blom mit Aachen-Bestleistung

Dustin DeLeo belegte in der Kaiserstadt wie bei der US-Meisterschaft Rang fünf. Wie er schob sich auch Ex-Weltmeister Rens Blom (Niederlande), der fast ein Heimspiel hatte, über 5,43 Meter - persönliche Aachen-Bestleistung und Platz sechs.

Südkoreas Rekordhalter Yoo Suk Kim teilte sich den siebten Platz mit Michel Frauen (TSV Bayer 04 Leverkusen), der sich in diesem Sommer auf 5,55 Meter verbessert hat. In Aachen übersprangen beide 5,33 Meter.

Jonas Efferoth (TSV Bayer 04 Leverkusen; 5,13 m) belegte Platz neun. Alexander Straub (LG Filstal), 2007 Studenten-Weltmeister und 2010 Dritter der Hallen-WM, kämpft nach längerer Pause immer noch mit einem Trainingsrückstand. "Es ist seit 2009 das erste Jahr, in dem ich von Mai bis September verletzungsfrei durchspringen kann", kommentierte der 29-Jährige seine 5,13 Meter, die Platz zehn brachten. "Ich muss erst schauen, technisch irgendwie auf den Damm zu kommen", sagte der Sportsoldat, der nach Schießübungen für die Bundeswehr am Donnerstag am Samstag (7. September) im baden-württembergischen Geislingen, seiner Heimatstadt, auf eine gelungene Generalprobe für die Militär-EM fünf Tage später hofft.

Tolle Atmosphäre

Ebenfalls Zehnter: Marvin Caspari (TSV Bayer 04 Leverkusen), der kurzfristig für seinen Vereinskameraden Tobias Scherbarth einsprang, bei dem - wie er es nannte - „die Luft raus“ ist.

Verletzt, aber dennoch da: Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken). Omnipräsent gab der an der Wade verletzte Weltmeister dutzende Interviews und ein Vielfaches an Autogrammen.

Beflügelnde Musik, die stets auf der Höhe befindlichen Moderatoren Dirk Bartholomy und Robert Mohnen sowie 5.000 Zuschauer, die die Stabhochsprung-Anlage im Lichterschein von Dom und Rathaus einkesselten, trugen maßgeblich zu einer einzigartigen Atmosphäre bei.

 

Quelle: DLV

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