Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 21.10.2013

Christoph Metzelder und Fiffi Gerritzen
für ihr Engagement geehrt

Wolfgang Hölker (links) mit den neuen „Ehrenwestfalen“ Fiffi Gerritzen und Christoph Metzelder (rechts). In der Mitte Gerritzens Ehefrau Helga.

Die Westfälische Ehrengalerie der Westfalen-Initiative ist um zwei Persönlichkeiten reicher: Christoph Metzelder und Felix „Fiffi“ Gerritzen wurden in feierlichem Rahmen im SportCentrum Kamen-Kaiserau vom Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Hölker in die Westfälische Ehrengalerie aufgenommen und damit vor allem für ihr soziales Engagement geehrt.

Beide haben sich um Westfalen und seine Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht. „Sie habenihre im Fußball erreichte Popularität genutzt, um Gutes für die Menschen in Westfalen zu tun“, so Hölker. Christoph Metzelder war in seiner Eigenschaft als langjähriger Fußballprofi bei westfälischen Bundesligisten und bei Real Madrid Botschafter für die Region – bundesweit und auch international. Fiffi Gerritzen, 2007 im Alter von 80 Jahren gestorben, einer der Spieler des „100.000-Mark-Sturms“ in der Saison 1950/51, engagierte sich in vielen sozialen Projekten im Münsterland. Hätten Metzelder und Gerritzen ihre Fußballerkarriere zeitgleich bestritten, wären sie übrigens Mannschaftskollegen beim SC Preußen Münster gewesen.

Laudator Carsten Cramer, Marketingdirektor bei Borussia Dortmund, hob die Verdienste Metzelders im Fußball hervor, betonte aber auch dessen gesellschaftliches Engagement. Dass Metzelder der Richtige gerade für die Westfälische Ehrengalerie ist, zeigt sein Verhältnis zur Region. Christoph Metzelder hat es auf den Punkt gebracht: „Entdecke die Welt, aber vergiss nie, wo du herkommst. Als Fußballprofi durfte ich die Welt bereisen, doch meine Heimat ist Haltern am See. Dorthin bin ich immer zurückgekehrt. Als Kind Westfalens freue ich mich sehr über die Aufnahme in die Westfälische Ehrengalerie. Stolz macht mich, dass ich diesen Platz neben einer Legende wie Fiffi Gerritzen einnehmen darf!“

Zuvor hatte Professor Dr. Dieter Jütting bereits die Verdienste Gerritzens gewürdigt. Jütting stellte die Ausstrahlung heraus, die der junge Fiffi Gerritzen, der zum Kreis der großen Fußballspieler der Nachkriegszeit gehörte, hatte. Der Fußball war in dieser Zeit für die große Mehrheit der Deutschen das Lebenselixier. „Mach den Menschen jeden Tag eine Freude“ lautete Gerritzens Maxime. So begann er schon zu aktiven Fußballerzeiten mit seinem ehrenamtlichen Engagement, das er bis zu seinem Lebensende in unterschiedlichen Bereichen, vor allem jedoch gestalterisch und künstlerisch beibehielt. Mit Felix „Fiffi“ Gerritzen wird eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte geehrt und nicht eine historische Persönlichkeit. Er lebte etwas vor, was seit gut einem Jahrzehnt von allen gesellschaftlichen Akteuren als ein notwendiges und unverzichtbares Element moderner Gesellschaften angesehen wird: bürgerschaftliches Engagement. So wurde er „vom Dribbelkönig zum König der Herzen“, brachte es Jütting auf den Punkt.

Dass in diesem Jahr Sportler gewürdigt werden, ist nicht zuletzt auf die enge Kooperation zwischen der Westfalen-Initiative und dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zurückzuführen. Die stellte FLVW-Präsident Hermann Korfmacher in den Mittelpunkt seiner Begrüßung der etwa 100 geladenen Gäste. Er freute sich darüber, dass der sechste Festakt zur Westfälischen Ehrengalerie in seinem Hause stattfindet: „Fußball hat in Westfalen seit jeher eine große Identifikationskraft, angefangen beim örtlichen Verein bis hin zum Bundesligaclub, der auch international Erfolge feiert. Westfalen sind Fußballer!“

Mit der Westfälischen Ehrengalerie will die Westfalen-Initiative das Selbstbewusstsein Westfalens und die Identifikation der Bürger mit ihrer Region stärken. Sie zeichnet alle zwei Jahre jeweils eine historische und eine kongenial wirkende, lebende Persönlichkeit aus, die sich in besonderer Weise um Westfalen verdient gemacht hat. Wolfgang Hölker leitete dieses Ansinnen in seiner Eröffnungsansprache direkt aus der Satzung ab: „Wir haben den Auftrag unseres Stifters Martin Leicht, die Identität Westfalens und das Selbstbewusstsein dieser Region zu stärken. Was liegt dabei näher, als besonders verdiente und prominente Westfalen als Vorbilder zu nutzen und der Öffentlichkeit zu zeigen, was für herausragende Persönlichkeiten Westfalen hervorgebracht hat?“

Der Westfälischen Ehrengalerie gehören der erste Geschichtsschreiber Westfalens, der Karthäusermönch Werner Rolevinck, und der frühere Abt der Abtei Königsmünster, Stephan Schröer (2002 aufgenommen), der erste Oberpräsident der Provinz Westfalen, Freiherr von Vincke, und der Bielefelder Unternehmer Dr. Peter von Möller (2004), Annette von Droste-Hülshoff und die bildende Künstlerin Rosemarie Trockel (2006), der zu seiner Zeit weltberühmte Anatom Johannes Wesling und die Bad Oeynhauser Mediziner Prof. Dr. Reiner Körfer und Prof. Dr. Ulrich Gleichmann (2008) sowie Prof. Dr. Hans Tietmeyer und Reichsfreiherr Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein (2010) an. Sie ist unter „Projekte“ auf www.westfalen-initiative.de einsehbar.

 

Quelle: FLVW

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