Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 15.07.2015

Service in der Vorbereitung:
Unsere Checkliste für Trainer

Ein Trainer muss in der Vorbereitung vieles bedenken. Unsere Checkliste hilft. (Foto: DFB/imago)

Viele Amateurteams stecken in diesen Tagen mittendrin in der Saisonvorbereitung, laufen durch Wälder, malochen mit Medizinbällen und feilen an der Taktik - die Saisonziele stets im Blick. Egal ob Aufstieg, Klassenerhalt oder der ersehnte Erfolg im Derby. In diesen Zeiten aus Schweiß und Schmerz spielt der Trainer die Hauptrolle.

Multitalente sind gefragt: Organisator, Taktikexperte, Psychologe, Motivationskünstler, Zeugwart. Kein Wunder, dass bei den vielfältigen Aufgabenfeldern einige Dinge zu kurz kommen. Eine Checkliste kann helfen, auch in den stressigen Zeiten der Vorbereitung den Überblick zu bewahren.

Vorbereitungsplan und Testspiele
Sobald die Planungen des Trainerteams abgeschlossen sind, können die Vorbereitungspläne an die Spieler verschickt werden - klassisch per Post oder per E-Mail. Immer beliebter werden auch im Amateurfußball Online-Anwendungen wie das Programm Doodle , mit dem alle Spieler ihre Fehltermine für den Trainer übersichtlich angeben können - inklusive Urlaubstage und Geburtstage der Oma.

Am besten sind auf dem Vorbereitungsplan auch schon die vereinbarten Testspiele mit genauen Angaben (Gegner, Uhrzeit, Ort, Platzart) aufgeführt. Dafür lohnt es sich frühzeitig auf Testspielgegner zuzugehen. Wer bereits zum Saisonende bei Mannschaften anfragt, erhöht seine Chancen, gegen den Wunschgegner antreten zu können. Steht ein Termin fest, lohnt es sich vor dem Spiel, noch einmal beim gegnerischen Team nachzufragen, ob die Partie auch wirklich stattfinden kann. Denn Spielabsagen in der Vorbereitungszeit sind im Amateurbereich keine Seltenheit. Einer der möglichen Gründe: der Schiedsrichter. Deshalb sollten sich Trainer vor Testspielen unbedingt um die Schiedsrichtereinteilung kümmern.

Bälle sind platt, Leibchen zerrissen
Sind diese organisatorischen Aufgaben erledigt, geht es an die Bestandsaufnahme. Wie viele Bälle sind vorhanden, wie viele Leibchen, in wie vielen Farben? Gibt es Stangen oder Hürden? Sind sogar Mini-Tore im Bestand? Allein durch professionelle Materialien lässt sich die Motivation vieler Spieler deutlich steigern. Und auch für die Trainer bietet eine vielfältige Ausrüstung neue Möglichkeiten und sorgt für mehr Spaß auf dem Trainingsplatz.

Mini-Tore machen den fehlenden Torwart vergessen, verschiedenfarbige Leibchen-Sätze ermöglichen viele Kleinfeldspiele und mit neuen Bällen gehen die Spieler bei Pass- oder Torschussübungen engagierter zu Werke. Es lohnt sich also, vor dem Beginn der Vorbereitung mit den Verantwortlichen die Finanzierbarkeit der Materialien zu besprechen, um mit einer Top-Ausrüstung in die erste Trainingseinheit zu starten.

Doch all diese Rahmenbedingungen dienen lediglich als Basis für das Kerngeschäft: die Trainingsarbeit. Früher stand die Vorbereitung häufig im Zeichen von Kondition, Kondition und nochmals Kondition. Doch diese Einstellung weicht immer mehr einem komplexen Training, das alle fußballspezifischen Faktoren miteinander verknüpft. Und dazu zählen neben Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft eben auch technische, taktische und koordinative Elemente.

Schwerpunkte im Taktiktraining setzen
Speziell für das Taktiktraining eignet sich die Vorbereitungsphase optimal, da in dieser Zeit meist mehr Einheiten auf dem Programm stehen als während der Saison. Dennoch sollten auch im taktischen Bereich Schwerpunkte gesetzt werden, um einen optimalen Lerneffekt zu erzielen. Ein Trainer sollte sich also für einen Teilbereich entscheiden, auf den er seinen Fokus legen möchte. Immerhin wird taktisches Verhalten in zwei Ebenen mit jeweils drei Bereichen unterteilt. Man unterscheidet die Spielphasen Angriff, Abwehr und Umschaltspiel, sowie Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik.

Solange ein Spieler individualtaktische Probleme hat, macht ein Training der Mannschaftstaktik nur begrenzt Sinn. Es gilt der Grundsatz „vom Kleinen zum Großen“, auch wenn die Trainer nicht zu lange im individuellen Bereich verweilen sollten. Vielmehr müssen Grundmuster vermittelt werden, um anschließend im gruppen- oder mannschaftstaktischen Bereich beispielsweise die Viererkette einstudieren zu können.

Generell gilt für die Vorbereitungszeit: Einheiten mit hohem Umfang und niedriger Intensität dienen vor allem in der ersten Woche der Grundlagenausdauer. Im Laufe der Vorbereitung sollte jedoch die Intensität gesteigert und der Umfang reduziert werden, um die fußballspezifische Ausdauer zu verbessern. In unserer Übersicht finden Sie einen detaillierten Trainingsplan, der eine fünfwöchige Vorbereitung exemplarisch darstellt.

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