Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsnews 04.05.2015

Die Wahrheit übers Ehrenamt:
Harte Fakten - und eine gute Nachricht

Unsere Amateure. Echte Profis. So lautet das Motto der bundesweiten Amateurfußball-Kampagne des Deutschen Fußball-Bundes und seiner Regional- und Landesverbände. [Foto: DFB]

Wer macht die Arbeit in den Fußballvereinen? Die harte Wahrheit: Immer weniger und immer ältere Vereinsvorstände und Trainer müssen immer mehr leisten. Das Gewinnen und langfristige Binden von Ehrenamtlern in den Fußballvereinen ist in den vergangenen Jahren nicht leichter geworden. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den 30-39-Jährigen. 1999 engagierte sich noch jeder Vierte in seinem Sportverein. Heute ist es nur noch jeder Zehnte.

Hier fünf harte Wahrheiten (und eine gute Nachricht) für Vereinsvorstände:

Vergessen Sie das Plakat: Vergessen Sie genauso die Anzeige, die Geschichte in der örtlichen Tageszeitung, das Banner auf der Vereinswebseite. Wer einen neuen Trainer/Platzwart/Schatzmeister sucht, muss die Kandidatin oder den Kandidaten direkt ansprechen. 75 Prozent der ehrenamtlichen Funktionsträger sagen, die persönliche Ansprache sei entscheidend gewesen. Der Rest ist nur Vorarbeit.

Schule und Kindergarten holen auf: Noch immer engagiert man sich am liebsten im eigenen Sportverein. Aber andere Aufgaben holen auf. Hier ein paar Engagementquoten für andere Gesellschaftsbereiche:

Schule und Kindergarten 1999: 5,9 Prozent / 2009: 6,9 Prozent

Soziales 1999: 4,1 Prozent / 2009: 5,2 Prozent

Kirche und Religion: 1999: 5,3 Prozent / 2009: 6,9 Prozent.

Zehn Stunden sind nicht okay: Teilen Sie Aufgaben auf. Verlangen Sie vor allem zu Beginn nicht zu viel von ihrem neuen Jugendwart oder Schatzmeister. Die Holländerin Marielle Splinter erzielt Rekordergebnisse mit ihren Modellen zur Gewinnung ehrenamtlicher Helfer. Sie sagt: „Viele können sich vorstellen, drei Stunden pro Woche für den Verein aktiv zu sein, aber eben nicht zehn. Die Erstansprache muss ehrlich sein. Reden Sie über positive Dinge. Reden Sie über den persönlichen Gewinn für den zukünftigen Ehrenamtler. Man muss Begeisterung wecken, den Wunsch, auch zu dieser Gruppe gehören zu wollen.“

Ohne Wertschätzung geht nichts: Für eine längerfristige Bindung ehrenamtlicher Mitarbeit sind Ehrungen wichtig. Entscheidend sind: persönliche Ansprache und zeitgemäße Form. Untersuchen belegen, dass sich ehrenamtliche Mitarbeiter als Dank ihres Vereins vornehmlich die Unterstützung in Form von Qualifizierungsangeboten, Aufwandsentschädigungen und Sachleistungen wünschen. Eine Auszeichnung auf höherer Ebene wie etwa beim DFB-Ehrenamtspreis ist ebenfalls ein starkes Signal der Anerkennung.

Es geht nicht darum, einen Posten zu besetzen: Wenn Sie wollen, dass Ihr Fußballverein weiter an Bedeutung gewinnt, ist ehrenamtliches Engagement unersetzlich. Wenn Sie starke Ehrenamtler finden wollen, müssen Sie die Viererkette beherrschen. Gewinnen, qualifizieren, binden und verabschieden. Der DFB bietet hierzu Online-Seminare und Kurzschulungen an.

… und die beste Nachricht:

Eine Ehre (und ein großer Spaß), kein Amt: Wolfgang Niersbach ist DFB-Präsident und damit der ranghöchste Ehrenamtler im deutschen Fußball. Er sagt: „Was kann es Besseres nach einem Tag im Büro geben, als den Feierabend mit einer Horde sechsjähriger Jungen und Mädchen auf dem Fußballplatz zu verbringen?" Ehrenamt macht Spaß! Vor allem, wenn möglichst viele Gleichgesinnte zusammen anpacken. Quelle: Fussball.de

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