Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 01.10.2015

Einfach stehen bleiben: Fair Play mit Rieping

Deutschlands fairste Fußballer

Laura Rieping könnte im November als Bundessiegerin ausgezeichnet werden. [Foto: privat]

Noch knapp zwei Monate, dann entscheidet sich im Rahmen des Länderspiels gegen die Niederlande wer Deutschlands fairster Fußballer 2015 wird. Wobei ganz richtig ist das nicht. Die Auszeichnung könnte nämlich auch an die fairste Fußballerin der Nation gehen. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen nominierte die Sportstudentin Laura Rieping. „Ich war selber ganz überrascht, als der Anruf kam. So außergewöhnlich war meine Aktion doch gar nicht“, sagt sie. Finden wir schon.

Es ging um den Einzug in das Finale der Frauen-Hallenkreismeisterschaft. Das Regionalliga-Team von der Warendorfer SU trat gegen den SC Gremmendorf aus der Landesliga an. Beim Spielstand von 0:0 läuft Laura aufs Tor zu und schießt. Unglücklich blockt die Abwehrspielerin den Ball mit ihrem Fuß ab und bleibt liegen.

Wahrscheinlich zu wenig Spannung, vermutet Laura. Im ersten Moment registrierte sie gar nicht, was passiert war, schnappte sich den Ball und wollte weiter auf das Tor der Gremmendorfer zulaufen. Als sie zurückblickte und sah, dass ihre Gegnerin nicht weiterspielen konnte, blieb Laura sofort stehen. „Ich habe nicht lange darüber nachgedacht und würde auch jederzeit wieder so handeln“, erzählt die 20-jährige.

Lob von den Mitspielerinnen

Die Gegenspielerin wurde ausgewechselt, das Spiel ging weiter und die Warendorfer SU ging mit zwei Toren in Führung. Bis dahin wurden die Frauen der Spielunion ihrer Favoritenrolle durchaus gerecht. Sie hatten die besten Chancen dieses Spiel für sich zu entscheiden. „Wir wollten unbedingt ins Finale einziehen und hätten es packen müssen“, sagt Laura.

Aber „hätten“ und „müssten“ reicht im Fußball bekanntlich nicht aus. Die Warendorfer SU unterlag mit 2:3. Ernüchternd. Der SC Gremmendorf zog in das Finale der Frauen-Hallenkreismeisterschaften ein. Laura ärgert sich trotzdem nicht über ihre Fair-Play-Aktion aus den Anfangsminuten. „Der Sieg des SC war einfach nur verdient. Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben und das Tor am Anfang hätte daran nichts geändert“, beteuert sie. Ihr Trainer und ihre Mannschaft sehen das ähnlich. Nach dem Spiel haben Laura alle auf die Schulter geklopft.

U 20-WM im Ultimate Frisbee

Für Laura ist Fair Play in den letzten Jahren zur absoluten Verständlichkeit geworden. Neben Fußball, spielt die Sportstudentin Ultimate Frisbee. „Beim Frisbee gibt es in Deutschland keine Schiedsrichter. Du musst selber anzeigen, wenn du gefoult wirst. Fair Play ist hier spielentscheidend“, erklärt sie. Mit dieser Einstellung ist Laura schon weit gekommen. 2012 nahm sie in Dublin an der Ultimate Frisbee U 20-Weltmeisterschaft teil. Der vierte Platz wurde gebührend gefeiert, aber noch mehr hat sie die Auszeichnung „spirit-of-the-game“ zur fairsten Mannschaft des Turniers gefreut.

Trotz ihres Erfolges bleibt sie lieber beim Fußball. „Da passt einfach alles“, sagt sie. Ziel der Warendorfer Frauen ist es ihre Klasse zu halten. Das Team startet in seine zweite Regionalliga-Saison und hat zurzeit mit etlichen, verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Auch Laura kuriert einen Ermüdungsbruch aus und hofft, in drei Wochen wieder mit dem Training anfangen zu können.

Im November zur Bekanntgabe des Bundesgewinners oder eben der Bundesgewinnerin will sie auf jeden Fall wieder fit sein. „Ich freue mich sehr auf diesen Tag. Sicher werde ich viele nette Menschen kennenlernen“, sagt die Fair-Play-Medaillen-Gewinnerin aus Westfalen.

Autor: Annett Meyer

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