Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 19.06.2015

Erfolgreich integriert - durch Sport im Ruhrgebiet

Sport verbindet (Foto: LSB/Andrea Bowinkelmann).

Das Modellprojekt "spin - sport interkulturell" zieht nach acht Jahren Laufzeit eine positive Abschlussbilanz.

 

Sport verbindet unterschiedliche Kulturen. Ob Mädchenfußball und Uni-Hockey an Grundschulen, mehrtägige Lernferiencamps oder Kurse zur Selbstverteidigung: Dem Modellprojekt „spin - sport interkulturell“ ist es in seiner achtjährigen Laufzeit gelungen, vor allem die sportliche und soziale Integration von Mädchen und jungen Frauen mit Zuwanderungsgeschichte sowie die interkulturelle Öffnung der beteiligten Sportvereine voranzutreiben. Zudem hat das Projekt besonders in der zweiten Projekthälfte die Kooperation zwischen Sportverein und Schule gestärkt. „Wir dürfen mit Stolz von einem Erfolgskonzept sprechen, das sich zu einem Impulsgeber für zukunftsorientierte Sport- und Vereinsentwicklung in Nordrhein-Westfalen entwickelt hat und dabei zur Lebensbildung von jungen Menschen beiträgt“, zieht NRW-Sportministerin Ute Schäfer als Schirmherrin eine positive Abschlussbilanz. 

So wurde das 2007 begonnene Modellprojekt der Stiftung Mercator, der Heinz Nixdorf Stiftung und des Landessportbundes NRW in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge an insgesamt fünf Standorten mit nachhaltiger Wirkung umgesetzt: In Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen sowie (seit 2011) in Recklinghausen. Die insgesamt 24 Partnervereine - wie beispielsweise der Rad-Club Buer/Westerholt, SG Essen-Schönebeck, TC Sterkrade 1869, OSC Rheinhausen 04 oder Citybasket Recklinghausen - wurden entlang der drei zentralen Handlungsfelder „Integration“, „Bildung“ sowie „Kooperation und Vernetzung“ auf dem Weg zum relevanten Integrationsakteur und Bildungspartner im Sozialraum begleitet und unterstützt.

Konkret profitierten die Partnervereine und deren Netzwerkpartner - häufig in den städtischen Brennpunktvierteln beheimatet - vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch, der gemeinsamen Entwicklung und Organisation passender Angebote oder der Unterstützung mit Personal, Räumlichkeiten, Kontakten und Kompetenzen. „Über diese gezielte Netzwerkarbeit mit Migrantenorganisationen oder Wohlfahrtsverbänden ist es uns gelungen, rund 500 Übungsleiterinnen mit Zuwanderungsgeschichte zu gewinnen, aus- und fortzubilden und sie für die ehrenamtliche Mitarbeit in den Sportvereinen zu motivieren“, hob LSB-Präsident Walter Schneeloch im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung am 12. Juni in Essen einen wichtigen „spin“-Ansatz heraus.    

„Dieses Projekt hat jungen Menschen, unabhängig von ihrer kulturellen und sozialen Herkunft, beste Chancen für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht und ihnen gleichzeitig Bildungschancen eröffnet“, betonte Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator.

Auch Dr. Bernd Klein, Mitglied des Stiftungsvorstands der Heinz Nixdorf Stiftung, verdeutlichte: „Unsere Stiftung konnte hier die Verfolgung von zwei ihrer Satzungszwecke in idealer Weise miteinander verknüpfen - die Förderung des Sports und andererseits die Förderung der Bildung von jungen Menschen, die wegen ihrer Benachteiligung besonderer Unterstützung bedürfen.“ Neben dem Integrationsgedanken galt natürlich auch - unter dem Bildungsaspekt - die Stärkung sozialer Kompetenzen wie Fairness und Teamgeist als wertvolle Begleiterscheinung, die ab 2011 in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen die Projektarbeit deutlich geprägt hatte.

Für das vorrangige Ziel, die Bildungs- und Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer kulturellen oder sozialen Herkunft zu verbessern, setzte sich auch die rhythmische Sportgymnastin Rana Tokmak (18) als „spin“-Botschafterin seit Herbst 2012 voller Überzeugung ein: „Egal, woher wir kommen: Im Sport sind wir alle gleich. Je früher Mädchen mit Migrationshintergrund durch verschiedene Aktionen einen sportlichen Anfang wagen, desto schwieriger wird es später auf den gewohnten Sport zu verzichten. Diesen Ansatz habe ich gerne durch mein eigenes Beispiel mitgetragen.“ Auch eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Paderborn sowie die Humboldt-Universität zu Berlin brachte wichtige Erkenntnisse für künftige Projekte auf diesem Gebiet.  

Die gesammelten Erfahrungen und Entwicklungen aus acht Jahren sind zum „spin“-Projektende in einer Broschüre mit den Evaluationsergebnissen, einer Praxishilfe zur Förderung des sozialen und interkulturellen Lernens sowie einem Buch mit lesenswerten Kurzgeschichten aus den beteiligten Vereinen aufbereitet worden. Die drei Publikationen stehen auf der Projekt-Homepage (www.projekt-spin.de) zum Download zur Verfügung.

Übernommen von der Homepage des LSB-NRW

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