Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 15.11.2013

Ex-Nationalspieler Wosz und Engels im Trainerduell

Möchte raus aus dem Tabellenkeller: Bochums U 23-Trainer Dariusz Wosz

Zu einem Duell zweier ehemaliger Nationalspieler kommt es am 17. Spieltag in der Regionalliga West. Trainer Dariusz Wosz empfängt mit der U 23 des VfL Bochum heute (ab 19 Uhr) die von Stephan Engels betreute Reserve des 1. FC Köln. Für beide Mannschaften geht es darum, den Vorsprung auf die Gefahrenzone zu vergrößern.

Die Bochumer trennt trotz des jüngsten 4:1-Auswärtssieges beim direkten Konkurrenten SV Lippstadt 08 nur die bessere Tordifferenz gegenüber dem KFC Uerdingen 05 von einem Abstiegsplatz. Die Kölner "Geißböcke" haben zwar drei Punkte mehr auf dem Konto als der VfL, warten allerdings schon seit vier Spieltagen auf einen Sieg und mussten zuletzt gegen die Sportfreunde Lotte (0:2) und die U 23 von Borussia Mönchengladbach (0:3) zwei Niederlagen ohne eigenes Tor einstecken.

"Wir wollen an die in Lippstadt gezeigte Leistung anknüpfen", sagt Dariusz Wosz. "Dort ist es uns nach einer Führung endlich einmal gelungen, auch den zweiten und dritten Treffer nachzulegen." Entscheidend daran beteiligt war Torjäger Sven Kreyer, der sein Torekonto mit einem lupenreinen Hattrick auf elf Saisontreffer ausbaute und gemeinsam mit Ercan Aydogmus (SC Fortuna Köln) die Torschützenliste der Regionalliga West anführt.

Die Bilanz zwischen beiden Mannschaften spricht für die Kölner, die sechs von zehn Duellen für sich entscheiden konnten und zuletzt im Oktober 2009 gegen Bochum leer ausgingen (0:3). Auch in der vergangenen Saison gingen beide direkten Vergleiche an die Kölner (3:1, 1:0).

 

Viktoria Köln kann zur Spitze aufschließen

Weil der Lokalrivale SC Fortuna Köln erst am Sonntag im Einsatz ist (beim Schlusslicht SC Wiedenbrück 2000) und die Sportfreunde Lotte an diesem Wochenende spielfrei sind, hat der Tabellendritte FC Viktoria Köln am Samstag (ab 14 Uhr) die Chance, zumindest nach Punkten zum Spitzenduo aufzuschließen. Voraussetzung ist allerdings ein Heimsieg gegen den SC Verl, der mit dem Selbstvertrauen von vier Spielen ohne Niederlage (acht Punkte) und als Tabellenachter im Sportpark Höhenberg antritt.

"Wir sind sehr zufrieden mit unserem bisherigen Abschneiden", sagt Verls Trainer Andreas Golombek. "Wir haben im Vergleich zu vielen anderen Vereinen einen niedrigen Etat. Daher ist ein gesicherter Mittelfeldplatz keine Selbstverständlichkeit und lässt uns zufrieden in die Zukunft schauen." Seiner Mannschaft traut der Ex-Profi auch bei der Viktoria eine Überraschung zu. "Die Rollen sind auf dem Papier klar verteilt. Alle Zuschauer im Stadion werden mit einer Niederlage des SC Verl rechnen. Doch bereits mit dem 1:1 bei den Sportfreunden Lotte haben wir bewiesen, dass wir in der Lage sind, auch die Spitzenmannschaften zu ärgern", so Golombek, der weiterhin auf Robert Mainka (Leistenzerrung) verzichten muss. Dafür kehren Friedrich Bömer-Schulte und Marco Kaminski nach ihren Sperren in den Kader zurück.

Die Viktoria, die durch ihre erste Saisonniederlage (2:4 im Derby bei der Kölner Fortuna) im Titelrennen unter Zugzwang geraten ist, kann nach wie vor nicht auf ihren rotgesperrten Kapitän Mike Wunderlich zurückgreifen. Offensivspieler Silvio Pagano trifft auf seinen früheren Verein, für den er in der Saison 2007/2008 insgesamt 20 Ligaspiele bestritten und dabei fünf Tore erzielt hatte.

Mit einem Heimsieg gegen den Aufsteiger SV Lippstadt 08 wollen die Sportfreunde Siegen gleichzeitig Anschluss an die Spitzengruppe halten und außerdem eine Negativserie von drei Spielen ohne Sieg beenden. "Bis zur Winterpause möchten wir über 30 Punkte auf dem Konto haben und damit eine gute Ausgangslage für die Restrunde schaffen. Auf diesem Wege wäre ein Dreier gegen Lippstadt ein wichtiger Schritt", sagt Siegens Trainer Michael Boris. Er kann neben den Langzeitverletzten Evangelos Papaefthimiou und Manuel Glowacz auch Erdinc Solak nicht einsetzen. Der Stürmer hatte sich einen Adduktorenabriss zugezogen und wird drei bis vier Monate ausfallen.

Für Michael Boris kommt es zum Duell mit SVL-Trainer Daniel Farke, mit dem er gemeinsam seit einigen Monaten die Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef absolviert. "Wir machen im Lehrgang viel zusammen, haben uns auch bei der U 21-Europameisterschaft in Israel ein Zimmer geteilt. Daniel ist ein guter Typ", so Boris, der grinsend hinzufügt: "Beim direkten Vergleich wird sich jetzt zeigen, wer von uns in Hennef besser aufgepasst hat." Farkes Lippstädter kämpfen gegen eine Minusserie von inzwischen elf Spielen ohne Sieg an und wollen den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht verlieren. Julian Stöckner darf nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder spielen.

 

Ex-Bundesligisten im Duell - RWO trifft KFC

Tradition pur verspricht das Duell der beiden ehemaligen Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen und KFC Uerdingen 05, die sich am Samstag (ab 14 Uhr) im Stadion Niederrhein gegenüber stehen. Kurios: Die beiden Klubs trafen trotz ihrer beachtlichen Historie bisher erst sechsmal in Meisterschaftsspielen (zwischen 1974 und 2007) aufeinander. Dabei endeten nicht weniger als fünf Vergleiche mit einem Unentschieden, gleich das erste Duell am 15. Dezember 1974 hatten die Uerdinger 3:1 gewonnen. Seitdem gab es zwischen den beiden Traditionsvereinen keinen Sieger mehr.

RWO-Trainer Peter Kunkel hat vor der Partie große Aufstellungssorgen. Mit Niklas Hartmann (Kreuzbeinbruch), Philipp Kühn (Adduktorenabriss) und Thorben Krol (Kreuzbandriss) sind drei von vier Torhütern verletzt, nur Patrick Nettekoven ist fit. Deshalb wurde bereits Nurullah Can aus der eigenen U 23 (Oberliga Niederrhein) hochgezogen. Gleiches gilt auch für deren Kapitän Kevin Menke, der helfen soll, den langfristigen Ausfall von Patrick Bauder (Mittelfußbruch) zu kompensieren.

Während RWO zuletzt in Aachen 2:0 gewann, gaben die Krefelder ebenfalls gegen die Alemannia beim 2:2 zweimal eine eigene Führung aus der Hand. "Wir geben dem Gegner immer wieder das Gefühl, dass für uns noch etwas drin ist. Das muss sich schleunigst ändern", meint KFC-Trainer Eric van der Luer. Mit Moses Lamidi, Musa Celik und Monir Ibrahim stehen gleich drei ehemalige Oberhausener im Uerdinger Aufgebot.

Nach nur zwei Siegen aus den vergangenen elf Begegnungen geht es für Drittliga-Absteiger Alemannia Aachen, der gleichzeitig die SSVg. Velbert empfängt, in dieser Saison wohl nur noch um den Klassenverbleib. Umso wichtiger ist die Partie gegen den Tabellenvorletzten, der bereits seit dem 1. September (2:0 gegen den SV Lippstadt 08) auf seinen zweiten Saisonsieg wartet und nur zwei Punkte aus den vergangenen zehn Partien geholt hat.

Die Alemannia glich am Dienstag beim 2:2 in Uerdingen zweimal einen Rückstand aus und verhinderte damit die dritte Niederlage hintereinander. "Unsere Mannschaft hatte die bessere Spielanlage, konnte ihre Chancen aber nicht so nutzen, um als Sieger vom Platz zu gehen", so Aachens Co-Trainer Reiner Plaßhenrich: "Die Jungs haben das gemacht, worauf es ankommt. Sie haben nie aufgesteckt und immer weiter gefightet." Für die Gäste aus Velbert ist die zweite Partie unter der Regie von Trainer-Rückkehrer Lars Leese. Die Premiere des ehemaligen Torhüters war beim 0:3 gegen Fortuna Düsseldorfs U 23 missglückt.

 

Gladbacher U 23 vor Wiedersehen mit Platzek

Nicht - wie zunächst geplant - im großen Borussia-Park, sondern im Rheydter Grenzlandstadion erwartet die U 23 von Borussia Mönchengladbach am Samstag (ab 14 Uhr) Rot-Weiss Essen. Für Gladbachs Trainer Sven Demandt gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein, für den er erfolgreich als U 19-Trainer gearbeitet hatte, sondern auch mit Marcel Platzek. Der 23-jährige Stürmer war erst vor Saisonbeginn von den "Fohlen" nach Essen zurückgekehrt und hat sich an der Hafenstraße zum besten Torschützen (sechs Saisontreffer) sowie zum Publikumsliebling entwickelt.

"Ich freue mich sehr, meine alten Kollegen zu sehen", sagt Platzek, der beim Gladbacher 6:1-Triumph vor wenigen Monaten in Essen noch für die Borussia getroffen hatte. "Ich werde am Samstag für meinen Verein kämpfen und versuchen, meine Tore zu machen. Ich hoffe, dass dann wieder drei Punkte für uns herausspringen."

Während sich die Gladbacher mit den jüngsten beiden Siegen gegen den SV Lippstadt 08 (3:2) und bei der Reserve des 1. FC Köln (3:0) im oberen Tabellendrittel festgesetzt haben, ist das Abschneiden der Essener trotz des überzeugenden Sieges gegen Titelaspirant Sportfreunde Lotte (2:1) bisher enttäuschend. "Gegen Lotte haben wir unser bisher bestes Spiel abgeliefert. Diese Leistung müssen wir jetzt aber auch in Gladbach bestätigen und dauerhaft Konstanz entwickeln", so RWE-Trainer Waldemar Wrobel.

Ihre eindrucksvolle Erfolgsserie von neun Spieltagen ohne Niederlage (sechs Siege, drei Remis) will die U 23 von Fortuna Düsseldorf gleichzeitig gegen die SG Wattenscheid 09 fortsetzen, um ihren Platz in der erweiterten Spitzengruppe zu festigen. Es ist der erste Vergleich der beiden Mannschaften seit der NRW-Liga-Saison 2008/2009, als die Fortuna-Reserve gegen die Lohrheide-Kicker ungeschlagen geblieben war (4:0, 1:1).

Mit vier Punkten aus zwei Partien hat der Aufsteiger aus Wattenscheid den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze hergestellt, kann in der Landeshauptstadt aber nicht auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Spielmacher David Zajas und Angreifer Lukas Lenz sind wegen ihrer fünften Gelben Karte gesperrt. Außerdem sind Torhüter Lukas Fronczyk (Rippenprellung), Christian Melchner (Wadenprellung) und Sven Preissing (Muskelfaserriss) angeschlagen. Trotzdem gibt sich Trainer André Pawlak zuversichtlich. "Wir haben in dieser Saison nicht nur einmal gezeigt, dass wir mithalten können. Wir müssen in Düsseldorf diszipliniert und aus einer guten Ordnung spielen. Wir werden ohne Angst, aber mit einigem Respekt in diese Partie gehen", so Pawlak. Bei den Düsseldorfern fehlt der kanadische Nationalspieler Samuel Piette (Gelb-Rote Karte).

 

Fortuna Köln will Tabellenführung ausbauen

Spitzenreiter SC Fortuna Köln hat am Sonntag (ab 15 Uhr) die große Chance, die Tabellenführung auf drei Punkte auszubauen und damit einen großen Schritt in Richtung Herbstmeisterschaft zu machen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat, die am vergangenen Spieltag durch den 4:2-Derbysieg gegen den direkten Konkurrenten FC Viktoria Köln Platz eins erobert hatte, muss dafür beim Schlusslicht SC Wiedenbrück 2000 gewinnen. Die jüngsten drei Begegnungen zwischen beiden Klubs hatten die Kölner bereits jeweils für sich entschieden.

Auch aktuell sind die Kölner Südstädter sehr gut in Form. Seit dem missglückten Auftaktspiel (1:3 gegen Alemannia Aachen) gab es nur noch eine Niederlage (1:2 gegen die Sportfreunde Lotte), aber schon elf Siege. Auswärts ging die Fortuna in dieser Saison noch nie als Verlierer vom Platz (fünf Siege, zwei Remis).

Der zwischenzeitlich schon etwas abgeschlagene SC Wiedenbrück 2000 sendete jedoch mit dem überraschenden und erlösenden 2:0-Auswärtssieg bei der U 23 des FC Schalke 04 ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. Es war für die Mannschaft von SCW-Trainer Theo Schneider im 15. Versuch der erste Dreier der laufenden Spielzeit. Dadurch schöpften die Ostwestfalen neue Hoffnung. "Beim Spiel gegen Schalke konnte jeder sehen, zu welchen Leistungen meine Mannschaft in der Lage ist, wenn sie halbwegs komplett und fit ist", so Schneider: "Wir schauen jetzt, was gegen Fortuna Köln möglich ist, und werden dann nach der Pause in den Spielen gegen Verl, Lippstadt und die Kölner U 23 wieder angreifen."

Das Reserveduell zwischen den U 23-Mannschafen von Bayer 04 Leverkusen und des FC Schalke 04 wurde wegen Spielerabstellungen verschoben und geht es erst am Mittwoch, 4. Dezember, (ab 14 Uhr) über die Bühne.

 

Quelle: DFB/mspw

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