Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 05.01.2015

Fatih Candan und David Jansen -
Der Kampf um die Torjäger-Krone

Goalgetter der Regionalliga West

Treffsicher: Fatih Candan, Torjäger des FC Viktoria Köln.

Für Rot-Weiß Oberhausen stürmten sie einst gemeinsam in der 3. Liga. Jetzt sind sie in der Regionalliga West gleich im doppelten Sinne Konkurrenten. Die Rede ist von Fatih Candan, Torjäger des FC Viktoria Köln, und David Jansen, der nach einem zwischenzeitlichen Intermezzo beim Chemnitzer FC seit 2013 wieder für den Ex-Bundesligisten aus Oberhausen stürmt.

Die aktuelle Torjägerliste finden Sie hier!

Mit ihren Vereinen, die aktuell die Tabellenplätze vier und fünf belegen, werden Candan und Jansen nach der Winterpause zur Jagd auf das punktgleiche Spitzenduo mit Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen blasen. Im Rennen um die Torjägerkrone im Westen sind sie aber selbst die Gejagten. Mit jeweils elf Saisontreffern führen der 25-jährige Deutsch-Türke aus der Domstadt und sein knapp zwei Jahre älterer Konkurrent die Torschützenliste nach der ersten Halbserie vor Candans Kölner Teamkollegen Mike Wunderlich (zehn Saisontreffer) an.

Kein Wunder, dass beide Stürmer zur Winterpause ein Ziel vereint. „Mit der Mannschaft die Meisterschaft zu holen und selbst Torschützenkönig zu werden, wäre grandios“, sagt Candan. Und auch Jansen antwortet spontan auf die Frage, welchen Erfolg er denn nun vorziehen würde: „Am liebsten würde ich beide Titel gewinnen.“

Zehn Treffer und drei Vorlagen nach acht Saisonspielen

Auf Ballhöhe: David Jansen (Foto: RWO)

Ebenso wie die als Titelfavorit in die Saison gestartete Viktoria legte auch Fatih Candan einen fulminanten Auftakt hin. In den ersten vier Partien traf er jeweils doppelt, nach acht Spieltagen hatte er bereits zehn Treffer (und drei Torvorlagen) auf seinem Konto. Nicht zuletzt dank ihres pfeilschnellen Angreifers führten die Kölner die Tabelle zu diesem Zeitpunkt mit 22 von 24 möglichen Punkten an und schienen - wie Candan - für die Konkurrenz bereits außer Reichweite zu sein.

„Uns allen war immer klar, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen können und einfach so durchmarschieren werden“, sagt Fatih Candan im Rückblick. Dass es für die Viktoria mit ihrem damaligen Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz aber so steil bergab gehen würde wie im Herbst, das hätte sich auch der Stürmer nicht träumen lassen. Acht Spiele in Serie ohne Sieg ließen die Viktoria von der Spitze stürzen und führten schließlich auch zur Trennung von Wollitz. Im neuen Jahr soll nun der neue Trainer Tomasz Kaczmarek die Wende einleiten.

Ausfälle von Pagano und Candan schwächen Viktoria

Besonders auffällig: Die Kölner gerieten just in der Phase aus dem Tritt, als sich nacheinander ihre beiden Offensivspieler Silvio Pagano (Außenbandriss im Knie) und eben Fatih Candan (Muskelbündelriss) verletzten und passen mussten. Während Pagano bis zum Winter passen musste, kehrte Candan zwar nach fünf Wochen in den Kader zurück, doch zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Rechtsrheinischen bereits in der Abwärtsspirale und auch ihr Torjäger musste sich nach der langen Pause erst wieder an seine Bestform herantasten.

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Erst im letzten Spiel vor der Winterpause (1:0 gegen die U 23 des FC Schalke 04 unter der Regie von Interimstrainer Alexander Voigt) platzte bei Candan und dann auch bei der Viktoria wieder der Knoten. „Man kann unsere Ergebniskrise ganz sicher nicht nur daran festmachen, dass Silvio und ich gefehlt hatten. Schließlich haben wir auch ohne uns noch sehr viel Qualität in der Mannschaft. Außerdem waren die Leistungen in vielen Spielen auch durchaus ansprechend, obwohl am Ende die Punkte fehlten“, betont Fatih Candan: „Ich hoffe, dass wir jetzt wieder die Kurve bekommen.“

RWO-Torjäger glaubt an Fünfkampf um den Titel

Gleiches gilt auch für David Jansen und RWO. Nach einem eher schleppenden Saisonstart kamen die „Kleeblätter“, die in der abgelaufenen Spielzeit noch die beste Rückrundenmannschaft gestellt hatten, im Hinrundenendspurt immer besser in Schwung und stellten durch sechs Partien ohne Niederlage den Anschluss an die Spitzengruppe wieder her.

„Im oberen Tabellendrittel geht es sehr eng zu und das wird wohl auch bis zum Ende so bleiben“, zeigt sich der 1,92 Meter-Hüne, der alle bisherigen 18 Saisonspiele über 90 Minuten bestritt, im Gespräch mit DFB.de überzeugt: „Ich gehe davon aus, dass RWE, Alemannia Aachen, Mönchengladbachs U 23, Viktoria Köln und wir die Meisterschaft unter uns ausmachen werden.“

„Bauchentscheidung“ für Verbleib in Oberhausen

Noch wenige Wochen vor dem Saisonstart war es keineswegs sicher, dass David Jansen weiter für RWO spielen würde. Die Sportfreunde Lotte und ihr damaliger Trainer Michael Boris wollten ihn gemeinsam mit seinem Teamkollegen Patrick Bauder ins Tecklenburger Land holen.

„Das Angebot aus Lotte war äußerst reizvoll, am Ende war es eine Bauchentscheidung zu Gunsten von RWO“, so Jansen: „Ich fühle mich in Oberhausen halt sehr wohl, die Stimmung und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sind ausgezeichnet.“ Auch der Trainerwechsel von Peter Kunkel (jetzt wieder U 23-Trainer und Nachwuchskoordinator) zu Andreas Zimmermann trägt inzwischen Früchte. „Zu Saisonbeginn mussten wir uns erst aneinander gewöhnen. Inzwischen aber läuft es sehr gut.“

Ausbildung in der Freiburger Fußballschule

Jansen, der in Würselen in der Nähe von Aachen geboren wurde, absolvierte nach dem Umzug seiner Familie in den Breisgau seine fußballerische Ausbildung in der renommierten Fußballschule des SC Freiburg, trainierte auch unter dem heutigen Cheftrainer Christian Streich. Nicht zuletzt ein Wadenbeinbruch und die notwendige dreimonatige Pause als U 18-Kicker warfen den talentierten Stürmer dann aber weit zurück, der Sprung in den Profikader blieb ihm auch deshalb versagt.

Über die Stationen beim FSV Ludwigshafen-Oggersheim, bei der SV 07 Elversberg („Dort wurde ich auch mal als Innenverteidiger eingesetzt.“), beim Chemnitzer FC und beim SC Paderborn 07 kam David Jansen im Januar 2012 erstmals zum damaligen Drittligisten nach Oberhausen, verließ den Klub aber - nach dem Abstieg in die Regionalliga - nur sechs Monate später, um 2013 zurückzukehren. „Mir hatte es dort schon bei meinem ersten Engagement sehr gut gefallen. Deshalb war ich froh, dass es noch einmal geklappt hat. Ich hoffe, dass sich diesmal auch der sportliche Erfolg einstellen wird.“

„Bei sechs Punkten Rückstand noch alles drin“

In Mülheim an der Ruhr, wo David Jansen zusammen mit seiner Lebensgefährtin Tina und dem Hund Bruno wohnt, ist auch Fatih Candans Freundin Melina zu Hause. Seine Eltern wohnen derweil nach wie vor im heimatlichen Bottrop, wo die Familie auch gemeinsam die Feiertage verbrachte und kurz vor dem Jahreswechsel Fatihs 25. Geburtstag feierte.

Der Vorsatz für das neue Jahr ist klar. „Wir werden ab dem ersten Training am 6. Januar Vollgas geben, um in der Rückrunde unsere Aufholjagd zu starten“, kündigt Candan an: „Bei sechs Punkten Rückstand ist für uns noch alles drin.“

Text: DFB/mspw

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