Westdeutscher Fussballverband e.V.
Frauen-Fußball 14.04.2014

Finaleinzug perfekt: SGS Essen
feiert größten Erfolg der Vereinsgeschichte

DFB-Pokal

Die SGS Essen steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im DFB-Pokal-Finale der Frauen. Das Team von Trainer Markus Högner setzte sich im Bundesligaduell nach Verlängerung gegen den SC Freiburg 1:0 (0:0, 0:0) durch und erwartet nun am 17. Mai (ab 16.30 Uhr) im Kölner RheinEnergieStadion den 1. FFC Frankfurt.

Jetzt freut sich Essen auf das Finale.

"Wir sind absolut überwältigt", sagte Essens Trainer Högner (46) nach dem dramatischen und hochklassigen Duell seiner Schützlinge. "Das war heute wirklich Werbung für den Frauenfußball und diesen tollen Wettbewerb." Es war das erwartet enge Duell, eine Partie auf Augenhöhe. Freiburg war zunächst besser. Dann steigerte sich Essen und übernahm die Initiative. Tore fielen in der regulären Spielzeit jedoch keine. Erst in der Verlängerung erlebten die 2312 begeisterten Zuschauer die Entscheidung. Die kurz zuvor eingewechselte Sarah Freutel schoss die Gastgeberinnen in der 107. Minute ins große Finale.

Ausgerechnet Freutel

Irgendwie war es fast logisch, dass gerade Freutel in diesem packenden Aufeinandertreffen das goldene Tor gelang. Die 21-Jährige ist in Essen geboren. Sie ist in Essen groß geworden. Sie hat in Essen ihr Abitur gemacht. Und nun hat sie Essen auf die ganz große Bühne des deutschen Fußballs geschossen. "Es ist ein schönes Gefühl, dass ich das entscheidende Tor gemacht habe. Ich hatte gestern und heute Morgen bereits ein gutes Gefühl", sagte die Mittelfeldspielerin, die in dieser Saison wegen einer Herzmuskelentzündung lange ausgefallen war. Es war der Lohn für all das Leid, für all die Ungewissheit, für all die Mühen in den vergangenen Monaten.

Als dann alles vorbei war, brachen alle Dämme. Die Freiburgerinnen waren am Boden zerstört und konnten ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Gleichzeitig zeigten sie sich als faire Verliererinnen. Die Essenerinnen feierten den Finaleinzug mit Sektduschen, Tanzeinlagen und Jubeltrauben. Auch auf Seiten der Siegerinnen flossen Tränen. Mittendrin immer: Coach Högner, dessen Trainingsanzug später bis auf die letzte Faser mit Sekt durchnässt war. "Die Stimmung war ausgelassen, besonders nachher in der Kabine", sagte der Essener Coach. "Aber das hatten sich die Mädels auch verdient. Sie haben es toll gemacht."

Lange Partynacht in Essen

Es war der Startschuss in eine lange Partynacht, die also zunächst noch im Stadion an der Hafenstraße begann. Danach trennten sich die Wege kurz. Später trafen sich alle wieder in der Wohngemeinschaft von Siegtorschützin Freutel und Caroline Hamann. Die Party endete erst im Morgengrauen.

Högner hatte frühzeitiger den Absprung geschafft. Er ließ seine Spielerinnen alleine den großen Tag genießen: "Ich habe mich zurückgezogen. Ich musste zu Hause etwas zur Ruhe kommen, etwas abschalten. Die vergangene Woche war auch für mich extrem emotional." Sofa und Fernsehen also statt Alkohol und Party. Das war auch deshalb logisch, weil sich sein Blick bereits schnell wieder nach vorne richtete. Die Bundesliga geht in die entscheidende Phase, die Essenerinnen stehen auf Platz neun, ein paar Punkte sind also noch nötig, um erst gar nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Text: DFB/sw

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