Westdeutscher Fussballverband e.V.
Futsal 18.02.2014

Florian Schreiber - mit 21 Jahren
jüngster DFB-Futsal Schiedsrichter

Jüngster DFB-Futsal Schiedsrichter: Florian Schreiber

Schnell ging es, für den 21-jährigen Siegener Schiedsrichter Florian Schreiber, der innerhalb von gerade einmal drei Jahren den Sprung auf die  DFB-Schiedsrichterliste schaffte. Erfolgreich absolvierte er Ende Januar unter den Augen von DFB-Lehrwart Lutz Wagner und FIFA-Futsal Schiedsrichter Stefan Weber seine Prüfung, und ist somit jüngster DFB-Futsal Schiedsrichter aller Zeiten. Der FLVW führte mit ihm ein Interview über die aufregenden Tage der Prüfung, die im Rahmen des DFB-Futsal-Länderpokals in Duisburg-Wedau stattfand.

FLVW: Wie bist Du zur Schiedsrichterei gekommen?
Schreiber: Zum Pfeifen gekommen bin ich, wie mein ehemaliger Klassenkamerad David Rampelt, durch einen Lehrer der den ersten Kontakt herstellte. Über den Verein Siegen Giersberg, bei dem ich bis zur A-Jugend selbst als Spieler aktiv war, wurde ich dann 2007 zum Neulingslehrgang für Schiedsrichter gemeldet.

FLVW: Und dann wurdest Du direkt als Futsal Schiedsrichter nominiert?
Schreiber: Die Nominierung als Futsal Schiedsrichter erfolgte deutlich später. In Deutschland pfeifen die Futsal-Schiedsrichter, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, zunächst auch normalen Feldfußball. Im Rahmen eines ersten Futsal Lehrgangs im Kreis Siegen-Wittgenstein, an dem einige ausgewählte Schiedsrichter teilnahmen, wurden wir zunächst für den Landesverband FLVW nominiert. Da Futsal bislang in Deutschland wenig verbreitet ist, hielten sich die Ansetzungen zunächst in Grenzen.

FLVW: Wann erfolgte Dein erster Einsatz als Futsal Schiedsrichter?
Schreiber: Einige Monate nach dem ersten Lehrgang erfolgte ein Einsatz bei den regelmäßig ausgetragenen Hochschulmeisterschaften in Münster und später folgten weitere Einsätze in der FLVW Liga, die in etwa mit der Bezirksliga gleichzusetzen ist. Im Folgejahr wurde ich zur Prüfung beim Regionalverband (WFLV) eingeladen und im letzten Jahr wurde ich dann zum DFB Schiedsrichter nominiert.

FLVW: Ein schneller Aufstieg, wo andere doch schon viel länger als Futsal Schiedsrichter tätig sind?
Schreiber: Dass stimmt, allerdings habe ich dies auch Verbands-Lehrwart Peter Oprei und Thorsten Kaatz zu verdanken, die mich von Anfang an unterstützt haben. Als Thorsten Kaatz, selbst bis zum Ende der letzten Saison  DFB-Schiedsrichter, seinen DFB-Platz aufgab, durfte ich diesen übernehmen, da ein Kandidat aus dem Verband nachrücken sollte. Leider konnte ich aufgrund eines Auslandsaufenthalts bei der eigentlichen DFB Prüfung in Mainz nicht teilnehmen, sodass ich im Januar diesen Jahres beim Nachhollehrgang in Duisburg meine DFB-Prüfung ablegte.

FLVW: Wie war der Ablauf der DFB-Prüfung?
Schreiber: Im Rahmen des DFB-Futsal-Länderpokals in Duisburg-Wedau, bei dem zum ersten Mal in der Fußballgeschichte dieses Landes, Futsal-Auswahlmannschaften aus allen 21 Landesverbänden des DFB gegeneinander antraten, fand am Rande in der Sportschule die Prüfung statt. Die Prüfung richtete sich nach den Vorgaben der FIFA, die einen speziellen Fitnesstest für Futsal-Schiedsrichter entworfen hat. So werden neben dem 1000 Meter-Lauf, der in 4 Minuten zu bewältigen ist, Schnelligkeit und Beweglichkeit mit Lichtschranke genauestens überprüft.

FLVW: Von wem wurde die Prüfung abgenommen?
Schreiber: Der DFB Schiedsrichter-Ausschuss wurde von Lutz Wagner (DFB-Lehrwart) und Stefan Weber (FIFA Futsal-Schiedsrichter) vertreten. Nach der praktischen Prüfung erfolgte der Regeltest mit 15 spezifischen Futsal-Fragen von denen man 13 Fragen richtig beantworten musste.

FLVW: Nach der Prüfung erfolgten dann im Rahmen des DFB-Futsal-Länderpokals die Beobachtungen?
Schreiber: Am nächsten Tag trafen sich alle 13 DFB-Schiedsrichter zum Briefing und zur Vorbereitung auf das dreitägigen Auswahlturnier, bei dem noch einmal alle Regelbesonderheiten besprochen wurden. Bei jeder der insgesamt 55 ausgetragenen Partien, erhielt der Schiedsrichter durch die verschiedenen DFB-Beobachter eine entsprechende Bewertung und Beurteilung. Eine Aufarbeitung der Spiele fand am Ende des Tages zusammen mit allen Schiedsrichtern statt. Hier gab es teilweise auch Spiele/Beobachtungen bei denen Schiedsrichter heftig kritisiert wurden, zum Beispiel für falsche Spielfortsetzungen oder sonstige Regelverstöße, die allerdings weniger den Spielern, sondern vielmehr den Beobachtern aufgefallen sind.

FLVW: Wie hast Du persönlich bei den Beobachtungen abgeschnitten?
Schreiber: Von den insgesamt 6 durchgeführten Beobachtungen erreichte ich einen Schnitt von 8,4 und lag damit im guten Mittelfeld. Verständlicherweise kann man als neuer DFB-Schiedsrichter nicht direkt mit erfahrenen FIFA-Schiedsrichtern mithalten.

FLVW: Wie genau erfolgte die Aufarbeitung der Beobachtungen?
Schreiber: Die Bewertung der Schiedsrichter erfolgte für alle Kollegen öffentlich. Nach dem Turnier erhielt jeder Schiedsrichter ein Feedback, was er verbessern kann. Es wurden Leistungsprofile eines jeden einzelnen erstellt, die für die Lehrwarte Online einsehbar sind.

FLVW: Was ist das besondere am Futsal?
Schreiber: Futsal ist deutlich schneller und bei talentierten Spielern ergeben sich oft schöne Spielzüge und technische Besonderheiten. Durch die fehlende Bande und Begrenzung der Fouls entstehen deutlich weniger Verletzungen. Außerdem mag ich das Futsal für den Schiedsrichter eine Teamaufgabe ist und man sich zusammen abstimmen muss.

FLVW: Gab es Unterschiede bei den Futsal-Auswahlmannschaften im Vergleich zu den Mannschaften der WFLV-Liga (Futsal-Regionalliga)?
Schreiber: Das spielerische Niveu der Mannschaften war deutlich besser. So konnte man oft Unterschiede erkennen bei Mannschaften, die aus reinen Futsalspielern bestanden, und Mannschaften die „normale“ Feldfußballspieler im Team dabei hatten. Beim Team aus Hamburg, die schon länger in der Konstellation aus reinen Futsal Spielern trainieren und spielen, wurde dies durch den Turniersieg bestätigt.

FLVW: Wie geht es jetzt weiter?
Schreiber: Zunächst werden alle DFB-Schiedsrichter wieder zum DFB-Futsal-Cup eingeladen, der einmal jährlich stattfindet, und wo sich die besten Mannschaften aus Deutschland miteinander messen. Ende März veranstaltet der DFB ein C-Junioren Landesturnier an dem ebenfalls die besten Teams aus Deutschland teilnehmen. Ansonsten steht die Festigung auf der DFB-Liste im Vordergrund mit dem Ziel, sich in das Leistungsniveau der anderen weiter einzureihen.

 

Quelle: FLVW/Siegen-Wittgenstein

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