Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 28.09.2012

Gegen Schalke: Siegen greift die Spitze an

10. Regionalliga-Spieltag

SF Siegens Trainer Michael Boris greift weiter an.

Während in der Bundesliga Aufsteiger Fortuna Düsseldorf durch seine Zu-Null-Serie für Aufsehen sorgt, ist auch in der Regionalliga West die Abwehr eines Neulings kaum zu überwinden. Lediglich zwei Treffer mussten die Sportfreunde Siegen in ihren ersten neun Saisonspielen einstecken, seit inzwischen 402 Minuten ist Torhüter Raphael Koczor ohne Gegentor. Diese eindrucksvolle Serie will die Mannschaft von Trainer Michael Boirs auch am Freitag (ab 19 Uhr) zum Auftakt des 10. Spieltages gegen die U 23 des FC Schalke 04 fortsetzen. Mit einem weiteren Sieg würden die Sportfreunde nicht nur auf Rang zwei vorrücken, sondern auch bis auf einen Punkt an Spitzenreiter und Mitaufsteiger FC Viktoria Köln herankommen.

Für Trainer Boris, früher selbst Torhüter, sowie seine Spieler Richard Weber und René Lewejohann ist der Vergleich mit den „Königsblauen“ eine besondere Partie, denn sie treffen auf ihren früheren Verein. Michael Boris hatte die Schalker U 23 zu Zeiten von Cheftrainer Felix Magath eineinhalb Jahre betreut, ehe sein Vertrag im Juni 2011 nicht verlängert worden war. Dem anschließenden Wechsel nach Siegen folgte der Aufstieg in die Regionalliga West und dort der Sprung in die Spitzengruppe. „Ich hatte eine gute Zeit auf Schalke, aus meinem damaligen Spielerkader ist aber nur noch Alexander Langlitz übrig geblieben“, sagt Boris und betont: „Auch in diesem Spiel geht es nur um drei Punkte.“

Während die Sportfreunde aus ihren vergangenen sieben Spielen 19 von 21 möglichen Zählern holten, warten die Schalker seit drei Spieltagen auf einen Dreier. Verzichten müssen die Siegener auf die gesperrten Julian Moritz Jakobs (Gelb-Rot) und Alexander Hettich (Rote Karte) sowie die verletzten Fatih Tuysuz und Waldemar Schattner.

Ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten gibt es auch beim gleichzeitigen Heimspiel der Sportfreunde Lotte gegen den SC Wiedenbrück 2000. Mit den Gästen aus Ostwestfalen kehren mit Innenverteidiger David Czyszczon und Mittelfeldspieler Oliver Zech zwei frühere Lotter Leistungsträger an ihre frühere Wirkungsstätte zurück. Beide waren erst kurz vor Ablauf der Transferperiode Ende August von den Sportfreunde zum SCW gewechselt. Den umgekehrten Weg ging vor wenigen Wochen Matthias Tietz, der jetzt für Lotte kickt.

Seit Czyszczon und Zech für die mit fünf Niederlagen in die Saison gestarteten Wiedenbrücker am Ball sind, geht es deutlich aufwärts. Mit zehn Punkten aus den vergangenen vier Partien verließ die Mannschaft von Trainer Markus Reiter die Abstiegszone und blieb auch jeweils ohne Gegentor. Vorläufiger Höhepunkt war in dieser Woche der 4:0-Heimsieg gegen den Wuppertaler SV Borussia. Die Sportfreunde Lotte können derweil ausgeruht in die Partie gehen, da ihr Duell vom 9. Spieltag mit der U 23 des FC Schalke 04 (1:1) bereits Anfang September ausgetragen worden war.

 

WSV trifft Viktoria: Gestrauchelte Titelaspiranten im Duell

Für die beiden Meisterschaftsaspiranten Wuppertaler SV Borussia und FC Viktoria Köln, die sich am Freitag (ab 19.30 Uhr) im direkten Vergleich gegenüber stehen, ist jeweils Wiedergutmachung angesagt. Während der Spitzenreiter aus Köln beim 2:3 gegen die U 23 des VfL Bochum nach zuvor acht Siegen seine erste Niederlage hinnehmen musste, ging der WSV in Wiedenbrück überraschend 0:4 unter und kassierte erstmals seit sieben Spieltagen (sechs Siege, ein Remis) wieder einen Rückschlag.

„Der Auftritt in Wiedenbrück war eine Katastrophe. Wir haben dort kaputt gemacht, was wir in den Wochen zuvor aufgebaut hatten. Alles andere als eine Reaktion der Mannschaft gegen Viktoria Köln würde mich jetzt überraschen“, spricht WSV-Trainer Hans-Günter Bruns Klartext. Sein Kölner Kollege Heiko Scholz nahm die erste Niederlage wesentlich gelassener. „Wir konnten nicht davon ausgehen, jedes Spiel zu gewinnen. Gegen die starken Bochumer zu verlieren, ist keine Schande. Wir haben schon in Wuppertal die Möglichkeit, dies wieder gerade zu rücken“, so Scholz.

 

Duell der Fortunen im Kölner Südstadion

Aufstiegsaspirant SC Fortuna Köln ist vor dem Heimspiel am Samstag (ab 13 Uhr) gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf unter Zugzwang geraten. Um nach der Niederlage bei Rot-Weiß Oberhausen (1:2) Anschluss an die Tabellenspitze zu halten, sind gegen den Tabellenletzten aus der Landeshauptstadt drei Punkte Pflicht.

„In Oberhausen haben wir unsere Leistung nicht abgerufen und gegen eine tief stehende Mannschaft viel zu selten die richtigen Mittel gefunden. Das muss gegen Düsseldorf wesentlich besser werden“, sagt Kölns Trainer Uwe Koschinat, der verletzungsbedingt auf Massimo Cannizzaro (Zerrung) und Jan-André Sievers (Meniskus) verzichten muss. Die Düsseldorfer verloren in der vergangenen Saison beide direkten Vergleiche mit der Kölner Fortuna (1:2, 0:3).

 

Erstes Essener Derby vor fünfstelliger Kulisse

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stehen sich am Samstag (ab 14 Uhr) Rot-Weiss Essen und der kleine Vorortklub FC Kray in einem Liga-Derby gegenüber. „Auch wenn wir sportlich gegen RWE unter normalen Umständen keine Chance haben, geht für uns mit dem Derby ein Traum in Erfüllung. Vor nicht einmal eineinhalb Jahren haben wir schließlich noch in der Landesliga auf Asche gespielt“, gerät Krays langjähriger Präsident Günther Oberholz ins Schwärmen, obwohl seine Mannschaft in den vergangenen vier Partien ohne Punktgewinn geblieben war.

Immerhin kann FCK-Trainer Dirk Wißel, der selbst zehn Jahre lang für die Rot-Weissen aktiv war und noch heute für die RWE-Traditionsmannschaft kickt, erstmals wieder auf die zuletzt rot-gesperrten Kevin Barra und Georgios Ketsatis zurückgreifen. „Das freut mich sehr für die Jungs. Das Derby will keiner verpassen“, sagt Oberholz.

Gastgeber RWE, im neuen Stadion an der Hafenstraße nach vier Liga-Heimspielen noch ohne Punktverlust, geht als klarer Favorit in das Stadtduell. „Bei aller Freundschaft zum FC Kray: Unserer Favoritenrolle wollen wir unbedingt gerecht werden und mit drei Punkten Anschluss an die Spitze halten“, so RWE-Vorsitzender Dr. Michael Welling. Der 41-jährige rechnet mit einer fünfstelligen Kulisse, eventuell sogar erstmals mit einem ausverkauften Haus (13.600 Plätze).

In einem weiteren Nachbarschaftsduell empfängt die Reserve des 1. FC Köln, die sich unter der Woche durch das 3:2 bei Fortuna Düsseldorfs U 23 ein wenig Luft verschafft hatte, gleichzeitig den Aufsteiger SV Bergisch Gladbach 09. Die Gäste sind nach einem gelungenen Saisonstart zuletzt ein wenig aus dem Tritt geraten und verloren fünf ihrer vergangenen sechs Begegnungen.

Bergisch Gladbachs Trainer Dietmar „Didi“ Schacht gibt sich trotz des Negativtrends kämpferisch. „Beim 0:1 gegen Verl waren wir die klar bessere Mannschaft, haben aber wieder einmal das Tor nicht getroffen. Das ist unser großes Manko. Ich hoffe, dass sich die Jungs in Köln für ihren großen Aufwand belohnen“, so der Ex-Profi.

 

VfB Hüls hofft in Verl auf weiteres Erfolgserlebnis

Nach dem erlösenden ersten Saisonsieg (2:0 im Aufsteigerduell gegen die SSVg. Velbert) hofft der VfB Hüls ebenfalls am Samstag (ab 14 Uhr) im Auswärtsspiel beim SC Verl auf ein weiteres Erfolgserlebnis. Allerdings zeigt VfB-Trainer Martin Schmidt auch Respekt vor den Ostwestfalen. „Obwohl sich der SC Verl schon über viele Jahre in der Regionalliga etabliert hat, gehört er immer noch zu den Vereinen, die allgemein ein wenig unterschätzt werden. Dabei ist der SCV bereits eine feste Institution in dieser Spielklasse. Dass die Mannschaft viel Potenzial besitzt, hat sie mit ihrem ordentlichen Saisonstart erneut unter Beweis gestellt. Für uns wird es mit Sicherheit ein schweres Auswärtsspiel“, so Schmidt.

Die Verler zeigten beim 1:0 in Bergisch Gladbach die von Trainer Raimund Bertels erhoffte Reaktion auf die überraschende Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorfs U 23 (1:2). „Mit dem VfB Hüls treffen wir jetzt erneut auf eine kampfstarke Mannschaft. Von der Spielweise des Gegners dürfen wir uns aber nicht überraschen lassen, sondern müssen von Beginn an dagegenhalten“, sagt Bertels. Zu gemeinsamen Oberliga-Zeiten gewann der SCV acht von zehn Duellen mit dem VfB Hüls. Hinzu kamen ein Unentschieden und eine Niederlage.

Die U 23 von Borussia Mönchengladbach, die am Samstag (ab 14.30 Uhr) Rot-Weiß Oberhausen empfängt, ist durch eine Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg ins untere Tabellendrittel abgerutscht. „Es wird jetzt Zeit für ein Erfolgserlebnis“, weiß Trainer Sven Demandt nach dem jüngsten 0:0 gegen die U 23 des MSV Duisburg. Während Kapitän Muhittin Bastürk nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre gegen RWO wieder dabei ist, fehlt Sascha Tobor (Knie-Operation).

Bei den Oberhausener „Kleeblättern“, die erstmals in einem Regionalliga-Spiel auf die Gladbacher „Fohlen“ treffen, war bereits zuletzt mit dem 2:1 gegen Fortuna Köln der Knoten geplatzt. „Dieser Sieg wird uns einen riesigen Schub geben“, ist der neue RWO-Trainer Peter Kunkel überzeugt. Neben Torhüter Niklas Hartmann (Kreuzbandriss) muss er weiterhin den rotgesperrten Sebastian Mützel ersetzen.

 

Wölppers Wiedersehen mit Bochumer U 23

Für Manfred Wölpper, U 23-Trainer beim MSV Duisburg, wird das Auswärtsspiel bei der Zweitvertretung des VfL Bochum am Sonntag (ab 14 Uhr) zu einer Reise in die Vergangenheit. Von 2001 bis 2006 hatte Wölpper die VfL-Reserve trainiert. Mit Mike Hibbeln hat er auch einen ehemaligen VfL-Stürmer in seinem Kader.

Die Gastgeber treten mit großem Selbstvertrauen an, denn bereits seit sechs Spieltagen ist die Mannschaft von Trainer Iraklis Metaxas unbesiegt. Zuletzt gelang sogar ein 3:2-Auswärtssieg beim bis dahin verlustpunktfreien Meisterschaftsfavoriten FC Viktoria Köln. Im Aufwind befinden sich allerdings auch die Duisburger „Zebras“. Dem 2:1 gegen Rot-Weiß Oberhausen folgte immerhin ein 0:0 gegen Borussia Mönchengladbachs U 23.

Mit der SSVg. Velbert und der U 23 von Bayer 04 Leverkusen treffen am Sonntag (ab 15 Uhr) zwei direkte Konkurrenten im Rennen um den Klassenverbleib aufeinander. Nach dem herben Rückschlag beim zuvor sieglosen VfB Hüls (0:2) fordert Velberts Trainer Lars Leese, früher als Torhüter für die Leverkusener Reserve aktiv, eine Reaktion von seiner Mannschaft.

Bayer-Trainer Ralf Minge hat die Gastgeber bereits zweimal persönlich unter die Lupe genommen. „Velbert verfügt mit Spielern wie Markus Kaya, Benjamin Schüßler und Christian Mikolajczak über viel Erfahrung im Kader. Wir gehen die Aufgabe mit viel Respekt an“, so Minge.

 

Quelle: WFLV/DFB

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