Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 07.12.2012

Offener Brief von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach

Wolfgang Niersbach: "Was in den Niederladen passiert ist, darf sich niemals auch nur ansatzweise wiederholen."

Liebe Freunde des Fußballs,
mit Entsetzen und Fassungslosigkeit haben wir alle in den vergangenen Tagen die Nachrichten aus den Niederlanden aufgenommen. Ein Familienvater, der als Linienrichter bei einem Amateurspiel ausgeholfen hatte, wurde dort von mehreren jugendlichen Spielern zu Tode geprügelt. Eine unfassbare Tat, die uns betroffen macht und die uns gleichzeitig dafür sensibilisieren sollte, wie wichtig Respekt und Rücksicht im Umgang miteinander sind.

Was in den Niederladen passiert ist, darf sich niemals auch nur ansatzweise wiederholen. Nicht dort, nicht bei uns, nirgendwo. Wir alle, jeder Verein, jeder Spieler, jeder Zuschauer, sind aufgefordert, unseren Betrag für ein faires, für ein friedliches Miteinander zu leisten. Niemand darf zulassen, dass aus sportlichem Ehrgeiz Aggression wird, dass aus Emotionalität Hass entsteht, dass Gewalt ins Spiel kommt.

Wir alle sind aufgerufen, weiter entschlossen und gemeinsam für Respekt und Rücksicht einzustehen und sehr genau hinzusehen, wenn auf und neben den Plätzen beleidigt, diskriminiert, geschlagen und getreten wird. Gerade die Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen brauchen dabei unseren besonderen Schutz. Ohne sie wären die rund 1,6 Millionen Fußballspiele im Jahr gar nicht erst möglich. Ohne sie gäbe es den flächendeckend geregelten Wettbewerb nicht. Das Engagement der vielen Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen in Deutschland verdient von uns allen höchste Anerkennung. Und wir sollten nicht nur Respekt vor ihrer Leistung haben, sondern auch vor dem jeweiligen Menschen dahinter. Vergessen wir nicht, dass uns alle eine große Leidenschaft verbindet: Die Liebe zum Fußball.


Mit sportlichen Grüßen,
Wolfgang Niersbach

(DFB-Präsident)

Stilles Gedenken am Regionalliga-Spieltag

Nach Tod des Schiedsrichters in den Niederlanden

Linienrichter

Am vergangenen Montag ist der niederländische Schiedsrichter-Assistent Richard Nieuwenhuizen im Alter von 41 Jahren den Verletzungen erlegen, die ihm bei einem Juniorenspiel in seiner Heimat durch körperliche Attacken einiger Fußballer zugefügt wurden. Die Umstände, die zum gewaltsamen Tod dieses Sportsmanns führten, erfüllen auch den Fußball in Deutschland mit Abscheu und Entsetzen.

Um dem tiefen Mitgefühl Ausdruck zu geben, soll am kommenden Wochenende bei allen Spielen der Regionalliga West eine Schweigeminute durchgeführt werden. Die Vereine wurden am Donnerstag durch den WFLV von diesem Vorhaben informiert.

"Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband will gemeinsam mit den Vereinen aus seinen Ligen ein Zeichen gegen Gewalt und für den Respekt untereinander und insbesondere gegenüber den Unparteiischen setzen. Gewalt hat auf und neben den Fußballplätzen nichts verloren", sagte WFLV-Präsident Hermann Korfmacher. "Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie von Richard Nieuwenhuizen, seinen Freunden, seinem Verein und dem niederländischen Fußball."

Drei jugendliche Amateure vom SV Nieuw Sloten in den Niederlanden hatten am Sonntag nach einem Spiel in Almere bei Amsterdam den ehrenamtliche Linienrichter angegriffen, geschlagen und getreten. Der 41 Jahre alte Richard Nieuwenhuizen starb am Montagabend an schweren Hirnverletzungen in einem Krankenhaus. Die 15- und 16-jährigen Täter wurden festgenommen und sollen an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Sie wurden von ihrem Verein ausgeschlossen.

Bereits am Mittwoch hatte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) für alle Wochenendspiele in seinem Verbandsgebiet eine Schweigeminute angekündigt. Dem schlossen sich der Fußballverband Niederrhein (FVN) und der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) am Donnerstag an.

Spielberechtigungen Regionalliga West