Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 19.05.2014

Gladbachs U 23 macht Fortuna Köln zum Meister

Titel dank Lottes Ausrutscher: Fortuna Köln und Trainer Uwe Koschinat

Im dritten Versuch hat es geklappt: Spitzenreiter SC Fortuna Köln hat die Meisterschaft in der Regionalliga West und damit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga perfekt gemacht. Zwar musste sich die Mannschaft von Fortuna-Trainer Uwe Koschinat im Rahmen der 37. Runde bei der U 23 von Bayer 04 Leverkusen 1:3 (0:0) geschlagen geben und schien damit auch ihren dritten „Matchball“ zu vergeben.

Weil jedoch Verfolger Sportfreunde Lotte gleichzeitig nicht über ein 2:2 (2:1) bei der U 23 von Borussia Mönchengladbach hinaus kam und vor dem Saisonfinale am 24. Mai fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aufweist, kann die Fortuna nicht mehr von Rang eins verdrängt werden. Ein Handelfmeter, den Gladbachs Oliver Stang in der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand verwandelte, machte die Kölner zum Meister. In der Aufstiegsrunde (28. Mai/1. Juni) trifft der ehemalige Bundesligist auf die Reserve des FC Bayern München (Meister der Regionalliga Bayern).

 

Bayer-Torjäger Bouhaddouz kurz vor der Torjägerkrone

Vor 1200 Zuschauern im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion brachte Bayer-Torjäger Aziz Bouhaddouz (59./64.) die Gastgeber mit zwei verwandelten Foulelfmetern innerhalb von nur fünf Minuten auf die Siegerstraße und hat jetzt beste Chancen auf die Torjägerkrone im Westen. Mit jetzt 23 Saisontreffern führt der 27-Jährige, der in der kommenden Saison für den Zweitligisten SV Sandhausen stürmen wird, die Torschützenliste vor dem Schalker Robert Leipertz (20 Treffer) an.

Hamdi Dahmani (69.) gelang zwar der Anschlusstreffer für die Fortuna, doch Leverkusens Mittelfeldspieler Luca Dürholtz (76.) stellte nur wenig später den Endstand her. Für die Mannschaft von Bayer-Trainer Jürgen Luginger war es das 13. Spiel in Serie ohne Niederlage und bereits der fünfte Sieg hintereinander.

Bei den Fortuna-Spielern und den mitgereisten Fans verwandelte sich die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff in grenzenlosen Jubel, als das Ergebnis aus Mönchengladbach bekannt gegeben wurde. „Mit einer Niederlage Meister zu werden, ist sicher nicht optimal, aber der Titel ist das Resultat unserer guten Arbeit während der gesamten Saison. Deshalb sind wir jetzt dank Gladbach erleichtert, dürfen aber auch ein Stück weit stolz sein“, so Fortuna-Meistertrainer Uwe Koschinat. Der 42-Jährige richtete allerdings den Blick gleich wieder nach vorne: „Wir haben erst dann wirklich etwas erreicht, wenn wir auch den Aufstieg schaffen sollten. Deshalb gilt unsere gesamte Konzentration schon jetzt den beiden Spielen gegen die Bayern.“

Sportfreunde Lotte verspielen frühen 2:0-Vorsprung

Im Gladbacher Grenzlandstadion gingen die Sportfreunde Lotte frühzeitig 2:0 in Führung. Zunächst unterlief dem finnischen Borussen-Abwehrspieler Joel Mero (6.) ein Eigentor, nur wenig später erhöhte Dalibor Gataric (11.). Noch in der ersten Halbzeit sorgte Lottes Christian Groß (31., Eigentor) wieder für Spannung.

Nachdem sich Lottes Abwehrspieler Marcel Thomas in der Schlussphase wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte (85.), mussten die Sportfreunde in Unterzahl doch noch den Ausgleich hinnehmen. Nach einem Handspiel des eingewechselten Sascha Herröder im eigenen Strafraum bewies Gladbachs Kapitän Oliver Stang (90., Handelfmeter) Nervenstärke. Die Mannschaft von Lottes Trainer Michael Boris blieb zwar auch im 15. Spiel in Folge ohne Niederlage, musste sich aber schon zum fünften Mal hintereinander mit einem Unentschieden begnügen und verpasste dadurch die mögliche Titelverteidigung.

 

Wiedenbrück verdrängt Lippstadt von Rang 16

Aus dem Vierkampf um den 16. Tabellenplatz, der unter Umständen (Aufstieg von Fortuna Köln in die 3. Liga) noch zum Klassenverbleib reichen könnte, ist vor dem Saisonfinale (Samstag, 24. Mai) ein Zweikampf geworden. In die beste Ausgangsposition brachte sich der SC Wiedenbrück 2000 mit einem 3:1 (1:1) im Ostwestfalen-Derby gegen den SC Verl. Mit jetzt 27 Punkten rückte der SCW auf Rang 16 vor, weil der SV Lippstadt 08 gleichzeitig sein Auswärtsspiel beim FC Viktoria Köln 1:2 (0:0) verlor und drei Zähler hinter Wiedenbrück rangiert. Am letzten Spieltag hat der SVL jedoch in einem echten „Endspiel“ Heimrecht gegen Wiedenbrück und könnte dank der besseren Tordifferenz mit einem Sieg wieder vorbeiziehen. Den Gästen würde dagegen schon ein Remis reichen.

Gegen Verl geriet die Mannschaft von Wiedenbrücks Trainer Dominik Jansen zwar zunächst durch einen Treffer von Matthias Haeder (28.) 0:1 in Rückstand, Kamil Bednarski (45.) gelang aber noch vor der Pause der Ausgleich. In der zweiten Halbzeit ließ dann Massih Wassey (52./78.), der schon zuvor beim 2:2 bei Spitzenreiter SC Fortuna Köln doppelt getroffen hatte, die Gastgeber mit einem weiteren Doppelpack jubeln.

Die Verler mussten die Partie mit nur neun Spielern beenden. Kapitän Guerino Capretti handelte sich wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte ein (65.), der eingewechselte Anton Safonov sah wegen groben Foulspiels sogar „Rot“ (77.)

Wiedenbrücks Konkurrent aus Lippstadt lag bei Viktoria Köln lange Zeit 1:0 in Führung. Sven Krause (46.) hatte kurz nach der Pause für den abstiegsbedrohten SVL getroffen. Claus Costa (72.) leitete die Wende ein, Timo Staffeldt (89.) setzte den Schlusspunkt. Die Viktoria verkürzte ihren Rückstand auf den Tabellenzweiten Sportfreunde Lotte bis auf einen Punkt.

 

SSVg. Velbert steht als Absteiger fest - KFC kaum zu retten

Rot-Weiß Oberhausen verteidigte den dritten Tabellenplatz durch einen 3:1 (2:0)-Heimsieg gegen die SSVg. Velbert und besiegelte damit endgültig den Abstieg des Tabellenletzten. David Jansen (3.) und Patrick Bauder (18., Foulelfmeter) sorgten dabei vor 3044 Zuschauern im Niederrheinstadion für eine frühe 2:0-Führung der „Kleeblätter“ gegen den Ex-Klub von RWO-Trainer Peter Kunkel. Saban Ferati (61.) brachte Velbert noch einmal heran, doch erneut Jansen (82.) machte in der Schlussphase alles klar. Die Oberhausener sind nur noch zwei Zähler vom Tabellenzweiten Sportfreunde Lotte entfernt.

Während die SSVg. Velbert (21 Punkte) nicht mehr zu retten ist, besitzt auch der diesmal spielfreie Tabellenvorletzte KFC Uerdingen 05 (24) wegen der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber Lippstadt (24) und Wiedenbrück (27) allenfalls noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib. Am letzten Spieltag stehen sich die künftigen Niederrhein-Oberligisten aus Velbert und Uerdingen im direkten Duell gegenüber.

Mit einem 3:1 (1:0) gegen die Reserve des 1. FC Köln feierten auch die Sportfreunde Siegen einen gelungenen Heimabschluss, bleiben aber wegen der Siege von RWO und Viktoria Köln auf Rang fünf. Nachdem nicht weniger als 15 Siegener Spieler vor dem Anpfiff verabschiedet worden waren, traf vor 1340 Besuchern im Leimbachstadion zunächst der zukünftige Essener Rot-Weisse Daniel Grebe (10.) zum 1:0. Marco Ban (50., Foulelfmeter) glich für die „Geißböcke“ aus, ehe André Dej (82.) und Patrick Koronkiewicz (86.) den Dreier für Siegen perfekt machten. Beide stehen ab 1. Juli beim FC Viktoria Köln unter Vertrag.

 

RWE gewinnt Revierderby bei der Bochumer U 23

Nicht wie gewohnt in der Wattenscheider Lohrheide, sondern vor 1580 Zuschauern im großen Bochumer Stadion empfing die U 23 des VfL Bochum den Nachbarn Rot-Weiss Essen zum Revierderby und musste sich 0:1 (0:0) geschlagen geben. Während VfL-Torjäger Sven Kreyer gegen seinen künftigen Verein von der Hafenstraße leer ausging, entschied RWE-Mittelfeldspieler Lucas Arenz (49.) das Duell zu Gunsten der Gäste, die sich damit auf Rang zehn verbesserten. Obwohl die Mannschaft von VfL-Trainer Thomas Reis bereits seit acht Spieltagen nicht mehr gewonnen hat (vier Niederlagen, vier Remis), ist der Klassenverbleib gesichert.

In einem Traditionsduell von zwei ehemaligen Bundesligisten setzte sich Alemannia Aachen gegen die SG Wattenscheid 09 vor 6000 Fans im Tivoli-Stadion 3:0 (2:0) durch. Sascha Marquet (13.) und Doppel-Torschütze Mazan Moslehe (36./66.) ließen die Alemannia jubeln, die zum vierten Mal in Folge ungeschlagen blieb. Die Wattenscheider holten dagegen nur einen Punkt aus ihren vergangenen sechs Begegnungen.

Im letzten U 23-Duell dieser Saison trennten sich die Zweitvertretung von Fortuna Düsseldorf und die Reserve des FC Schalke 04 torlos 0:0. Die Gäste aus Gelsenkirchen, die sich den Landeshauptstädtern im Hinspiel 2:4 geschlagen geben mussten, warten aktuell seit fünf Runden auf einen Sieg. Trotzdem würde den „Knappen“ am letzten Spieltag gegen Alemannia Aachen schon ein Remis reichen, um die Saison als beste U 23-Mannschaft abzuschließen. Aktuell haben sie gegenüber der punktgleichen Reserve von Borussia Mönchengladbach II zwar noch wegen der schlechteren Tordifferenz das Nachsehen, die „Fohlen“ haben ihre Saison jedoch schon mit dem 2:2 gegen die Sportfreunde Lotte beendet und sind beim Saisonfinale spielfrei.

 

Quelle: DFB/mspw

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