Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 16.11.2012

Hermann Korfmacher distanziert
sich von Zwanzigers Äußerungen

Setzt sich für den Amateur-Fußball ein: Hermann Korfmacher.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat mit seinen Äußerungen auch bei Hermann Korfmacher, Präsident des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) und DFB-Vize-Präsident, für Unverständnis und Irritationen gesorgt.

Nachdem Dr. Theo Zwanziger am Mittwochabend in Berlin seine Autobiografie "Die Zwanziger Jahre" vorgestellt hatte, geht auch der für den Amateurfußball zuständige DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher auf Distanz zum ehemaligen DFB-Präsidenten. "Die Aussagen von Herrn Zwanziger sind nicht nachvollziehbar. Der Amateur-Fußball ist fassungslos und distanziert sich davon. Wie sich der ehemalige DFB-Präsident zu Personen und Abläufen äußert, die intern besprochen wurden, ist befremdlich. Außerdem ist die öffentliche Kritik in keinster Weise nachzuvollziehen", sagte Korfmacher, der für die Regional- und Landesverbände im DFB spricht. Der WFLV-Präsident äußerte sich unter anderem gegenüber dem Sportinformationsdienst und SPORT1.

Zwanziger hatte unter anderem seinen Nachfolger Wolfgang Niersbach kritisiert und sich indirekt auch über dessen Interesse an der Fußballbasis geäußert. "Auch die Andeutungen, Wolfgang Niersbach sei an den Belangen der Basis nicht ausreichend interessiert, sind absolut nicht zutreffend. Der Präsident tritt engagiert für die Interessen des Amateurfußballs ein. Wir alle arbeiten seit dem 2. März sehr eng zusammen, es gibt einen intensiven und vertrauensvollen Austausch", so DFB-Vizepräsident Korfmacher.

Zwanziger hatte am Mittwoch in Berlin seine Autobiografie vorgestellt und in einem Zeitungs-Interview harsche Kritik an seinem Nachfolger Wolfgang Niersbach geübt. Energisch widersprachen Rauball und Korfmacher Zwanzigers Kritik am Auschwitz-Besuch der DFB-Delegation im Vorfeld der EM 2012 in Polen und der Ukraine.

"Wir haben sehr sorgfältig und intensiv unsere Vorgehensweise im Präsidium diskutiert und entsprechend abgestimmt. Es hat bekanntlich sogar ein Dankesschreiben vom Internationalen Auschwitz-Komitee gegeben. Dies zeigt eindeutig, wie unser Besuch auch international bewertet wurde. Mir ist schleierhaft, was Herrn Zwanziger bewogen hat, solche Aussagen zu treffen“, meinte Korfmacher.

Zwanziger hatte gesagt, der Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz sei "zu schnell abgetan" worden: "Wer etwas Soziales macht, sollte das tun, weil er sich wirklich verpflichtet fühlt. Das muss man sichtbar machen. Das ist vor allem Sache des Präsidenten." Niersbach neige dazu, "zu schnell und zu oft" die Rückkehr des DFB zum Kerngeschäft zu betonen. Sein soziales Engagement sei halbherzig, so Zwanziger.

Korfmacher widersprach: "Es ist doch überhaupt keine Frage, dass der DFB auch unter dem neuen Präsidenten seiner sozialen Verantwortung nachkommt, das hat Wolfgang Niersbach immer betont. Das Motto 'Fußball ist mehr als ein 1:0' ist schon von Egidius Braun geprägt worden, also auch vor Theo Zwanziger."

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