Westdeutscher Fussballverband e.V.
Jugend-Fußball 25.08.2017

Mit 12 bei den B-Junioren - Ist das erlaubt?

Hintergrund: Service von FUSSBALL.DE

Sorgt als 12-Jähriger aktuell in der U17 für Aufsehen: Youssoufa Moukoko vom BVB. (Foto: 2017 Getty Images)
Sorgt als 12-Jähriger aktuell in der U17 für Aufsehen: Youssoufa Moukoko vom BVB. (Foto: 2017 Getty Images)

Der erst zwölf Jahre alte Youssoufa Moukoko sorgt in der B-Junioren-Bundesliga momentan für mächtig Furore. Das BVB-Talent legte nach zwei Doppelpacks am ersten und zweiten Spieltag in der darauffolgenden Runde vier Treffer nach. Doch ist das überhaupt erlaubt? Darf ein Zwölfjähriger in der B-Jugend auflaufen? FUSSBALL.DE beantwortet nicht nur diese Frage, sondern stellt darüber hinaus Ausnahmeregelungen vor, mit denen Jugendspielerinnen und Jugendspieler im Herren- oder Frauenteam eingesetzt werden dürfen.

Die Jugendordnung des DFB enthält keine Einschränkung, die den Einsatz von einem Zwölfjährigen wie Moukoko in einer höheren Altersklasse untersagt. In der Theorie könnte sogar ein noch jüngerer Spieler für das A-Jugendteam eines Vereins spielen. Doch Talente wie Youssoufa Moukoko sind die große Ausnahme. Und nicht jede Ausnahme sollte zur Nachahmung animieren. Mit Blick auf die fußballerische Entwicklung ist von diesem Modell in den meisten Fällen eher abzuraten.

"Es ist wichtig, sich den Spieler sehr individuell anzuschauen. Die Frage muss sein: Welche Qualitäten bringt er nicht nur körperlich und fußballerisch, sondern auch von der Entwicklung seiner Persönlichkeit mit?", erklärt Markus Hirte, der beim DFB als sportlicher Leiter für die Talentförderung verantwortlich ist. "Ich bin kein Freund davon, dass Spieler immer früher in immer höheren Altersklassen zum Einsatz kommen. Neben dem fußballerischen Sinn sollte auch die Rolle hinterfragt werden, die ein Spieler in einer höheren Altersklasse einnehmen kann." Nähme er dort nur eine Mitläuferrolle ein, so Hirte, könne es sinnvoller sein, ihn stattdessen altersgemäß als Führungsspieler aufzubauen.

Weitere Informationen, Vorraussetzungen und Ausnahmen zum Thema finden Sie hier bei FUSSBALL.DE

Weitere Regelungen

Schutzfrist für Jugendspieler: Nach einem Einsatz in einem Meisterschaftsspiel einer A- bzw. B-Junioren-Bundesliga-Mannschaft ist ein Spieler, der nicht Stammspieler ist, erst nach einer Schutzfrist von zwei Tagen wieder für andere Junioren-Mannschaften seines Vereins spielberechtigt. Stammspieler einer Junioren-Bundesliga-Mannschaft sind für eine Mannschaft ihres Vereins in der Spielklasse unterhalb der Junioren-Bundesliga nicht spielberechtigt. Es kann zudem weitere Festspielregelungen der Mitgliedsverbände geben.

Sportliche Vergehen: Juniorinnen/Junioren mit einer Spielerlaubnis (s. Ausnahmen) werden für sportliche Vergehen, deren sie sich im Spielbetrieb schuldig gemacht haben, nach den für den Spielbetrieb maßgebenden Vorschriften von den hierfür zuständigen Rechtsorganen bestraft.

Spielberechtigung: Juniorinnen/Junioren, denen die Spielerlaubnis für Herren- bzw. Frauen-Mannschaften aufgrund der oben beschriebenen Ausnahmen erteilt worden ist oder die Lizenzspieler geworden sind, verlieren dadurch nicht die Spielberechtigung für die Juniorenmannschaften ihres Vereins oder für Junioren-Auswahlspiele jeglicher Art.

Spielabsetzung verboten: Wegen des Einsatzes eines Juniorenspielers/-spielerin in der Herren- bzw. Frauen-Mannschaft seines/ihres Vereins, dem/der eine Spielerlaubnis aufgrund der oben beschriebenen Ausnahmen erteilt wurde, darf kein Junioren/Juniorinnenspiel der betreffenden Mannschaft abgesetzt werden.

Was bedeutet "älterer Jahrgang"? Junioren/Juniorinnen des älteren Jahrgangs eines Spieljahres sind die Spieler/Spielerinnen, die in dem Kalenderjahr, in dem das Spieljahr beginnt, das 18. bzw. 16. Lebensjahr vollenden bzw. vollendet haben.

 

Spielberechtigungen Regionalliga West