Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 25.02.2013

Hallen-DM war erstklassige
Werbung für die Leichtathletik

Top-Leistungen in Dortmund

An beiden Wettkampftagen „ausverkauft“, zahlreiche Top-Leistungen und ein leidenschaftliches Publikum- die 60. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle waren eine hervorragende Werbung für die Leichtathletik.

Sehr viel Beifall erhielten vor allem die Stabhochspringer, die die Zuschauer mit ihren atemberaubenden Höhenflügen begeisterten. Fünf Athleten sprangen 5,70m und höher- solch ein hohes Niveau hat es bei deutschen Hallenmeisterschaften noch nicht gegeben. Spannend wurde es vor allem, als Favorit Björn Otto (ASV Köln) bei der Höhe von 5,70m einen dritten Versuch benötigte. Doch der Olympia-Zweite von London bewies Nerven wie Drahtseile, „flog“ noch sicher über 5.70m und dann  über  5,85m und holte sich   damit den Titel vor Malte Mohr (TV Wattenscheid, 5,80m) und Hendrik Gruber (Bayer Leverkusen, 5,75m).

Alle Ergebnisse der Hallen-DM in Dortmund finden Sie hier!

Anschließend ließ Björn Otto noch die Höhe von 6,01m auflegen. Doch scheiterte er daran einmal knapp und zweimal klar. Nach dem Wettkampf stellte der Publikumsliebling jedoch klar: „Heute ging es für mich in erster Linie darum, zu gewinnen und nicht um  sechs Meter zu springen. Zwischendurch hatte ich ein paar Anlaufprobleme, aber ich habe mich durchgekämpft,“ freute sich  der 35-jährige Stabartist.  Natürlich hätte  sich der Kölner  riesig gefreut, wenn er  die sechs Meter auch in der Halle  geschafft hätte, denn Anfang März beginnt er eine Piloten-Ausbildung, und da weiß er  nicht, ob er seine  Wettkämpfe und sein Training in der bisherigen Form weiter durchziehen kann.

Eine Klasse für sich war auch Julian Reus (TV Wattenscheid), der im 60m-Sprint in der neuen persönlichen Bestzeit von 6,56 Sekunden durchs Ziel fegte und sich damit auf den dritten Platz der aktuellen europäischen Hallenbestenliste schob. Bei den Hallen-Europameisterschaften am kommenden Wochenende in Göteborg möchte der 24-jährige Wattenscheider unter die ersten Sechs kommen.

Trotz einer gerade überstandenen Grippe konnte Verena Seiler (MTG Mannheim) über 60m in ausgezeichneten 7,18 Sekunden  ihren Titel erfolgreich verteidigen. Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) blieb als Zweite in 7,24 Sekunden nur eine Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit.

WFLV-Präsident Hermann Korfmacher (Mitte) ehrte zusammen mit Ex-Europameister Hartmut Weber die drei Erstplatzierten im Kugelstoßen (Foto: Middel).

In einer Topform präsentierte sich auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge), die bei ihrem Titelgewinn ihre eigene Jahres-Weltbestleistung auf ausgezeichnete 19,79m verbesserte.

Groß war der Jubel von Ralf Bartels (SC Neubrandenburg), der zwei Tage nach seinem 35-jährigen Geburtstag im letzten Versuch des Kugelstoßens den Eisenball auf hervorragende 20,08m wuchtete und damit den bis dahin führenden Marco Schmidt (VFL Sindelfingen, 19,71m) vom ersten Rang verdrängte. Der WM-Dritte von 2009 will in diesem Jahr seine erfolgreiche Karriere ausklingen lassen.

Im 800m-Lauf der Männer hatte Robin Schembera (TSV Bayer Leverkusen) in den letzten beiden Jahren oft gesundheitliche Probleme, so dass er sein Leistungspotential nicht entfalten konnte. In Dortmund  schaffte der 25-jährige Polizist mit seinem Erfolg in 1:49,11 Minuten vor Andreas Lange (LG Rheinbek/Ohe, 1:49,19 Min.) und Jan Riedel (Dresdner SC 1898, 1:49,70 Min.) einen viel versprechenden Neubeginn.

Jana Hartmanns letztes 800m-Rennen

Im 800m-Lauf der Frauen beendete Jana Hartmann (LG Olympia Dortmund) mit dem Bronze-Rang in 2:06,43 Minuten ihre erfolgreiche Karriere und wurde anschließend mit viel Applaus verabschiedet. „Ich hätte gerne Gold gewonnen, aber Bronze ist auch super. Ich wollte unbedingt eine Medaille gewinnen. Das hat geklappt. Mein Dank gilt dem Dortmunder Publikum. Das war eine tolle Stimmung. Ich mache jetzt Platz für Jüngere. 20 Jahre Leistungssport sind genug,“  erklärte die 31-jährige Bundespolizistin nach ihrem Abschiedsrennen. Der 800m-Titel ging an Sonja Mosler (TV Herkenrath), die in 2:05,54 Minuten vor Christine Gess (TSG Balingen, 2:05,97 Min.) lag.

Westfälischer Dreifach-Erfolg über 200m

Einen erfreulichen westfälischen Dreifach-Erfolg gab es im 200m-Lauf der Frauen durch Inna Weit (LC Paderborn, 23,53 Sek.), Maike Dix (TV Wattenscheid, 23,61 Sek.) und  Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund, 23,72 Sek.), die als Vorjahresjugendliche mit ihrem  Bronzerang angenehm überraschte.  „Im Endlauf habe ich gemerkt, dass alle Kameras auf mich gerichtet waren. Mir gefällt die Rolle gar nicht, aber ich lerne daraus,“ meinte die 25-jährige Physiotherapeutin., die sich im Sommer über 200m eine 22 vor dem Komma wünscht.

In Abwesenheit von Titelverteidigerin Esther Cremer (TV Wattenscheid), die wegen einer Grippe nicht starten konnte, ging über 400m „Gold“ an Julia Förster (Bayer Leverkusen), die als Siegerin nach viel zu schnellem Beginn noch auf 54,22 Sekunden kam.

Trotz ihrer angeschlagenen Gesundheit stellte sich Esther Cremer noch für die 4x200m-Staffel des TV Wattenscheid zur Verfügung, die stark ersatzgeschwächt in 1:35,42 Minuten den Titel vor dem TSV Bayer Leverkusen (1:35,87 Min.) und der LT DSHS Köln (1:36,02 Min.) gewann.

Im Hochsprung der Frauen dominierte Marie-Laurence Jungfleisch (LAV Stadtwerke Tübingen) mit 1,87m vor der Wattenscheiderin Nadja Kampschulte, die mit 1,84m Saisonbestleistung sprang.

Text: Peter Middel

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