Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 16.11.2012

Jerat: "So schnell wie möglich in die 2. Bundesliga"

Coach Wolfgang Jerat: "Erfolgreich war ich auch immer, aber nicht besonders beliebt"

Der Trainerwechsel kam völlig überraschend. Am Dienstag hat Heiko Scholz sein Amt beim West-Regionalligisten FC Viktoria Köln zur Verfügung gestellt - wegen unterschiedlicher Auffassung bezüglich der sportlichen Zielsetzung. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hatte die Kölner vor eineinhalb Jahren übernommen, gleich in der ersten Saison gelang Scholz der Aufstieg in die Regionalliga. Dort sind die Rechtsrheinischen derzeit Spitzenreiter mit 35 Punkten aus 15 Begegnungen, eine absolute Erfolgsgeschichte.

Neuer Coach des Viertligisten ist nun Wolfgang Jerat. Am Samstag (ab 17 Uhr) trifft er mit Viktoria im Stadtderby auf den 1. FC II, einst trainierte der 57-Jährige schon den 1. FC Köln in der Bundesliga. Später war der Fußball-Lehrer etwa beim Wuppertaler SV, dem Bonner SV und FK Pristina tätig. Über seine Zeit im Kosovo spricht Jerat im aktuellen DFB.de-Interview mit Mitarbeiter Sven Winterschladen. Aber er sagt auch, was er bei Viktoria Köln erreichen will. Und das ist ein durchaus ambitioniertes Ziele: der Profifußball.

DFB.de: Herr Jerat, seit Donnerstag sind Sie neuer Trainer des FC Viktoria Köln. Was sind Ihre Ziele?

Wolfgang Jerat: Es gibt sicher nicht viele Vereine in Deutschland mit so einer hervorragenden Perspektive. Wir haben eine große Tradition, außerdem sind wir dank der finanziellen Unterstützung von Franz-Josef Wernze auch in diesem Bereich sehr gut aufgestellt. Ich freue mich, dass ich hier jetzt als Trainer arbeiten darf. Eines ist ganz klar: Wir müssen so schnell wie möglich in die 2. Bundesliga.

DFB.de: In welchem Zeitraum soll das gelingen?

Jerat: Zunächst müssen wir kurzfristig den Sprung in die 3. Liga schaffen. Dass das nicht leicht wird, ist uns auch klar. Es reicht ja nicht, Meister der Regionalliga West zu werden. Wir müssen dann auch noch in zwei Relegationsspielen bestehen. Aber darauf kann man sich dann ebenfalls vorbereiten. Wenn wir das dann geschafft haben, brauchen wir sicherlich etwas Zeit, um uns in der 3. Liga zu etablieren. Aber der nächste Schritt muss bald folgen.

DFB.de: Wie groß ist der Druck wegen dieser ambitionierten Ziele?

Jerat: Ich mache mir persönlich den Druck. Mein Ziel ist es immer, den größtmöglichen Erfolg zu haben. Riesigen Respekt habe ich im Moment davor, die tolle Arbeit von Heiko Scholz fortzusetzen. Wir sind als Aufsteiger Tabellenführer, haben in 15 Begegnungen 35 Punkt geholt. Das sind im Schnitt 2,33 Zähler pro Begegnung, damit wird man wahrscheinlich Meister. Das ist hervorragend. Außerdem war Heiko Scholz hier überall sehr beliebt - bei den Spielern, bei den Zuschauern, bei den Medien. Damit habe ich zu kämpfen, ich habe einen sympathischen und erfolgreichen Vorgänger. Das ist keine einfache Situation. Erfolgreich war ich auch immer, aber nicht besonders beliebt. Daran muss ich arbeiten.

DFB.de: Kam der Abschied von Heiko Scholz bei Viktoria auch für Sie überraschend?

Jerat: Ja, natürlich. Damit war in dieser Situation nicht zu rechnen. Aber ich sage Ihnen etwas: Dass ich jetzt sein Nachfolger bin, kommt für mich nicht überraschend. Ich hatte schon vor zwei Jahren darauf gehofft, diesen Posten übernehmen zu können. Damals haben sich die Verantwortlichen für Heiko Scholz entschieden. Für mich war es plausibel, aber ich war trotzdem enttäuscht. Andererseits muss man zugestehen, dass die Entscheidung rückblickend genau richtig war. Aber jetzt bin ich endlich da.

DFB.de: Wer sind die größten Konkurrenten auf dem Weg zur Regionalliga-Meisterschaft?

Jerat: Da muss man nur auf die Tabelle schauen: Mit Sicherheit Fortuna Köln. Auch die Sportfreunde Lotte und den Wuppertaler SV darf man nicht abschreiben. Dazu kommt natürlich Rot-Weiß Essen. Die habe ich in dieser Saison bereits viermal gesehen. Essen hat bei den Heimspielen meist über 8000 Fans im Nacken, das ist schon beeindruckend und ein riesiger Vorteil - das sind Zweitligaverhältnisse. Es ist klar, dass die auch nach oben wollen. Aber keiner hat so eine Qualität im Kader wie die Viktoria.

DFB.de: Was können Sie überhaupt noch optimieren?

Jerat: Wir müssen sehen, dass wie diese Qualität in eine mannschaftliche Geschlossenheit bringen. Und wir müssen dem Druck standhalten.

DFB.de: Ist es nicht fast unmöglich, jeden Spieler eines so hochkarätig besetzten Kaders zufriedenzustellen? Was ist beispielsweise mit Giovanni Federico, der zuletzt nicht gespielt hat und unzufrieden war?

Jerat: Wir haben gestern im Training ein Spielchen A- gegen B-Mannschaft gemacht. Meine Spieler Mike Wunderlich, Mariusz Kukielka und Alexander Voigt durften die Teams zusammenstellen. Sie haben Giovanni Federico das Leibchen der A-Auswahl gegeben. Er hat gut trainiert. Jetzt zu Beginn werde ich mich bei der Aufstellung sehr eng mit meinen Kollegen im sportlichen Bereich abstimmen. Große Umstellungen werde ich sicher nicht vornehmen, dazu gibt es keinen Grund. Schauen Sie doch nur auf die Tabelle. Meine Idee kann ich erst ab Montag richtig einbringen. Dann will ich die Mannschaft mit meiner Philosophie vom Fußball noch weiter nach vorne bringen. Vorher ist die Zeit zu knapp.

DFB.de: Am Samstag geht es direkt zur U 21 des 1. FC Köln. Sie haben die FC-Profis als Chefcoach und später als Assistent von Morten Olsen betreut. Ist das ein besonderes Duell für Sie?

Vor "Kölner Wochen": Jerat

Jerat: Nein, überhaupt nicht. Ich bin zwar in Köln geboren, aber im Rechtsrheinischen, also auf der Viktoria-Seite. Natürlich hatte ich eine schöne Zeit beim FC und verfolge nach wie vor sehr genau, was da vor sich geht. Aber meine Verbindung zur Viktoria ist und war schon immer enger. Und viel Zeit, um sich über solche Dinge Gedanken zu machen, bleibt ja sowieso nicht. Danach müssen wir bei der Fortuna antreten - jetzt beginnen für uns die Kölner Wochen. Wir wollen kurz- und langfristig die zweitbeste Mannschaft in dieser Stadt stellen.

DFB.de: Vorher waren Sie ein gutes halbes Jahr für den FK Pristina verantwortlich. Wie wird man Trainer in Kosovo?

Jerat: Mein Manager ist Kosovare, so ist der Kontakt zustande gekommen. Man hört immer Schlechtes - zum Beispiel, dass es dort sehr unruhig und gefährlich sein soll. Aber ich habe genau das Gegenteil erlebt. Es war sehr angenehm. Ich hatte dort eine schöne Zeit. Allerdings musste ich dann im Sommer weg, weil es plötzlich um Korruption ging. Das ist mit mir nicht zu machen.

DFB.de: Welches sportliche Niveau hat Pristina im Vergleich zu den Ligen in Deutschland?

Jerat: Das ist ganz schwer zu sagen. Wir haben in der Vorbereitung im Trainingslager drei Europapokalteilnehmer geschlagen. Und wir hatten eine extrem junge Mannschaft. Es gibt dort wahnsinnig viele Talente. Aber insgesamt hat die kosovarische Liga ungefähr das Niveau der 3. Liga oder der Regionalliga in Deutschland.

DFB.de: Bei der Viktoria haben Sie zunächst einen Vertrag bis zum Sommer unterschrieben. Wie ist Ihre Planung?

Jerat: Ich hoffe, dass ich hier jetzt langfristig arbeiten darf und das Vertrauen bekomme. Dann bin ich zuversichtlich, dass wir den FC Viktoria Köln bald in der 2. Bundesliga sehen werden. Gemeinsam werden wir das schaffen.

Viktoria Köln verpflichtet Trainer Wolfgang Jerat

Viktoria Köln ist Titel-Favorit.

Trainer Wolfgang Jerat soll Viktoria Köln in die 3. Liga führen. Der 57 Jahre alte Coach trat am Donnerstag beim Spitzenreiter der Regionalliga West die Nachfolge des am Dienstag überraschend zurückgetretenen Heiko Scholz an. Jerat, der zuletzt im Kosovo als Trainer gearbeitet hatte und vor rund 20 Jahren auch das Bundesliga-Team des 1. FC Köln betreute, soll bereits am Samstag (17.00 Uhr) im Derby gegen die U 23 des 1. FC Köln die Verantwortung tragen.

Unter Vorgänger Scholz war den Kölnern vergangene Saison der Aufstieg in die Regionalliga geglückt. Mit vielen Ex-Bundesligaspielern im Kader ist die Mannschaft, die ab dem 1. Spieltag Tabellenführer war, ein Favorit auf den Durchmarsch in die 3. Liga.

Trainer Scholz verlässt Spitzenreiter Viktoria Köln

Paukenschlag in der Regionalliga

Nicht mehr Trainer in Köln: Heiko Scholz.

Regionalliga-Spitzenreiter Viktoria Köln und Fußball-Trainer Heiko Scholz gehen getrennte Wege. Wie der Verein am Dienstag überraschend mitteilte, habe sich Scholz entschieden, die Verantwortung abzugeben. Grund seien laut Clubmitteilung unterschiedliche Auffassungen in den „ganzheitlichen, sportlichen Planungen für die Rückrunde und darüber hinaus.“ Die Vereinsgremien seien dem Wunsch des früheren Bundesliga-Profis nachgekommen.

Ein Video vom jüngsten Spiel der Viktoria gegen den SC Verl sehen Sie hier!

Scholz hatte die Viktoria seit Juli 2011 betreut, war mit den rechtsrheinischen Kölnern in der vorherigen Saison direkt in die Regionalliga aufgestiegen und hatte das Team nunmehr an die Tabellenspitze geführt. Mit vielen Ex-Bundesligaspielern im Kader ist der Verein ein Favorit auf den Aufstieg in die 3. Liga. Bis auf weiteres soll der bisherige Co-Trainer Markus Kurth die Aufgaben von Heiko Scholz übernehmen.

Wuppertaler SV trennt sich
von Trainer Hans-Günter Bruns

Fußball-Regionalliga

Nicht mehr im Amt: Hans-Günter Bruns (Foto: Classen).

Regionalligist Wuppertaler SV hat sich von Trainer Hans-Günter Bruns getrennt. Als Grund gab der Verein am Montag die unbefriedigende sportliche Entwicklung der letzten Wochen an.

Der Wuppertaler hatten in der Regionalliga den Kontakt zur Spitzengruppe verloren und rangieren nach 16 Spielen mit 25. Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Interimsweise soll der bisherige Co-Trainer Jörg Jung die Aufgaben von Bruns übernehmen.

Der frühere Bundesliga-Profi Bruns war seit dem 22. September 2011 als Trainer beim WSV verantwortlich.

Sieg in Wuppertal:
Gataric lässt Sportfreunde Lotte jubeln

15. Regionalliga-Spieltag

Erfolgreich für Lotte: Dalibor Gataric. (Foto: Mrugalla)

Für den Wuppertaler SV Borussia ist in der Regionalliga West der Zug in Richtung Tabellenspitze abgefahren. Am 15. Spieltag verlor der WSV das Verfolgerduell gegen die Sportfreunde Lotte 0:1 (0:0).

Nach einer torlosen ersten Halbzeit gelang Dalibor Gataric (46.) unmittelbar nach der Pause vor 1015 Zuschauern der Siegtreffer für die Gäste. Für die Sportfreunde war der Auswärtserfolg ein Meilenstein. Sie melden sich in der Spitzengruppe zurück und können gleichzeitig einen direkten Konkurrenten auf Abstand halten.

Kölner Reserve bleibt Wiedenbrücks „Angstgegner“

Die Reserve des 1. FC Köln hat durch einen 4:0 (3:0)-Auswärtssieg beim SC Wiedenbrück 2000 ihre gute Form bestätigt. Reinhold Yabo (2.) brachte die Rheinländer dabei frühzeitig in Führung. Profi-Stürmer Mikael Ishak (37.) und Robin Schmidt (43.) machten schon vor der Pause praktisch alles klar. In der zweiten Halbzeit konnte sich Wiedenbrück zwar einige gute Möglichkeiten erarbeiten, um zu verkürzen. Das einzige Tor der zweiten Halbzeit erzielte jedoch der Kölner Dino Bisanovic (51.) zum 4:0-Endstand.

Für die Domstädter war es nach dem Heimsieg über die Zweitvertretung des FC Schalke 04 (3:1) der zweite Dreier in Folge. Damit verbesserte sich die Kölner Reserve vorerst auf den zehnten Tabellenplatz. Auch die Bilanz gegen Wiedenbrück bleibt makellos: Im fünften Vergleich sprang der fünfte Kölner Sieg heraus. Die Ostwestfalen blieben auch im sechsten Spiel in Serie ohne Dreier.

Bayer 04 verliert Derby trotz Boenisch-Debüt

Der SV Bergisch Gladbach 09 hat durch einen 2:1 (2:1)-Auswärtssieg im Derby bei der U 23 von Bayer 04 Leverkusen die Abstiegsränge verlassen. Die drei Tore fielen innerhalb von vier Minuten. Gino Windmüller (39.) und Abdelkader Maouel (40.) brachten die Gäste 2:0 in Führung, Hamadi Al Ghaddioui (43.) verkürzte drei Minuten später. Durch eine Gelb-Rote Karte für Kolja Pusch (Unsportlichkeit/55.) und eine Rote Karte für Denny Herzig (Notbremse/71.) schwächten sich die Leverkusener nach der Pause selbst und konnten die Partie in Unterzahl nicht mehr drehen.

So verhalf auch die prominente Unterstützung durch den polnischen Nationalspieler Sebastian Boenisch den Leverkusenern nicht zu Punkten. Der 25-Jährige wurde bei seinem Pflichtspieldebüt zur Pause ausgewechselt. Quelle: DFB

9. November:

Wuppertaler SV - SF Lotte 0:1 (0:0)
 
Schiedsrichter: Storks (Velen) - Zuschauer: 1015
Tor: 0:1 Dalibor Gataric (47.)

SC Wiedenbrück - 1. FC Köln II 0:4 (0:3)

Schiedsrichterin: Kurtes (Düsseldorf) - Zuschauer: 285
Tore: 0:1 Yabo (2.), 0:2 Ishak (37.), 0:3 Robin Schmidt (43.), 0:4 Bisanovic (51.)

Bayer Leverkusen II - SV Bergisch Gladbach 1:2 (1:2)

Schiedsrichter: Altehenger (Köln) - Zuschauer: 300
Tore: 0:1 Windmüller (39.), 0:2 Maouel (40.), 1:2 Al Ghaddioui (43.)
Gelb-Rote Karte: Pusch (55./Unsportlichkeit) / -
Rote Karte: Herzig (71./Notbremse) / -

10. November:

Rot-Weiß Oberhausen - VfB Hüls 1:1 (1:0)

   Schiedsrichter: Steffens (Mechernich) - Zuschauer: 1861
   Tore: 1:0 Nowak (22.), 1:1 Hötte (70./Eigentor)


   VfL Bochum II - SF Siegen 2:1 (1:0)

   Schiedsrichter: Maibaum (Hagen) - Zuschauer: 397
   Tore: 1:0 Engelbrecht (44.) , 2:0 Götze (59.), 2:1 Michel (86.)
   Besondere Vorkommnisse: Heuer Fernandes (VfL Bochum II) hält Foulelfmeter von Grebe (17.)


   MSV Duisburg II - SSVg Velbert 02 4:0 (1:0)

   Schiedsrichter: Schäfer (Herten) - Zuschauer: 100
   Tore: 1:0 Tsourakis (9.), 2:0 Hennen (59.), 3:0 Wolze (71.), 4:0 Tsourakis (75.)
   Rote Karten: - / Tumanan (45./grobes Foulspiel)
   Besondere Vorkommnisse: Öztürk (MSV Duisburg II) scheitert mit Foulelfmeter an Lenz (9.)


   FC Viktoria Köln - SC Verl 2:2 (1:0)

   Schiedsrichter: Bandurski (Oberhausen) - Zuschauer: 810
   Tore: 1:0 Schlösser (27.), 1:1 Rasp (58.), 2:1 Bouhaddouz (60.), 2:2 Krause (75.)


   FC Schalke 04 II - SC Fortuna Köln 2:0 (1:0)

   Schiedsrichter: Frömel (Ibbenbüren) - Zuschauer: 320
   Tore: 1:0 Erdmann (14.), 2:0 Langlitz (58./Foulelfmeter)


   FC Kray - Fortuna Düsseldorf II 0:2 (0:0)
   Tore: 0:1 Fomitschow (72./Foulelfmeter), 0:2 Fomitschow (89.)
   Rote Karten: - / Furuholm (58./Tätlichkeit)


1. November:

Bor. Mönchengladbach II - Rot-Weiss Essen 1:2 (0:0)

Schiedsrichter: Schmitz (Xanten) - Zuschauer: 988
Tore: 0:1 Wagner (60.), 0:2 Koep (70.), 1:2 Platzek (88.)

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FC Viktoria Köln 1904

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