Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 04.02.2013

Julian Reus und Inna Weit gewinnen 60m-Titel

Julian Reus, Alexander Kosenkow und Christian Blum dominierten im 60m-Sprint.  (Foto: Peter Middel)

Julian Reus (TV Wattenscheid) unterstrich bei den westdeutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund seine augenblicklich hervorragende Form. Der 24- jährige Wattenscheider siegte über 60m in ausgezeichneten 6,65 Sekunden vor seinen beiden Teamkollegen Christian Blum (6,77 Sek.) und Alexander Kosenkow (6,78 Sek.). Julian Reus unterbot damit zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen die Norm von 6,66 Sekunden für die Hallen-Europameisterschaften vom 1. bis 3. März in Göteborg.

„Dabei war der Lauf keineswegs optimal, denn ich kann im Startbereich mehr, als ich in Dortmund gezeigt habe,“ kommentierte der neue westdeutsche Meister.

Der Zweiplatzierte Christian Blum hatte in 6,77 Sekunden keine Chance gegen seinen glänzend aufgelegten Vereinskameraden. „Da meine Vorbereitung auf die Hallensaison durch die Operation meiner Tochter Anna- Magdalena, die im November letzten Jahres zur Welt kam, nicht planmäßig ablief, werde ich nun meinen ganzen Fokus auf den Sommer legen,“ erklärte der letzt jährige deutsche Hallenmeister über 60m, der allerdings eine erfolgreiche Titelverteidigung in drei Wochen an gleicher Stelle noch nicht ganz abgeschrieben hat.

Für Alexander Kosenkow (TV Wattenscheid) gehen die 6,78 Sekunden über 60m (3.) in Ordnung. „Wegen meines Bundeswehr-Lehrgangs habe ich noch nicht allzu viel an meiner Schnelligkeit arbeiten. Meine heutige Zeit, mit der ich mich in erster Linie für die Hallen-DM auch über die 60m qualifizieren wollte, bildet für mich eine gute Grundlage für die 200m-Strecke,“ befand der 35-jährige Sprintoldie.

Bei den Damen ging der 60m-Titel an Inna Weit (LC Paderborn), die in der neuen persönlichen Bestzeit von 7,36 Sekunden (bisher 7,45 Sek.) recht deutlich vor der Düsseldorferin Carolyn Moll (7,44 Sek.) und der Leverkusenerin Mareike Peters (7,56 Sek.) lag. Die 24-jähige Physiotherapeutin war tags zuvor noch beim internationalen Hallen-Meeting in Karlsruhe gestartet, wo sie die Zeit von 7,46 Sekunden erreichte. „Ich habe die Startgelegenheit in Karlsruhe wahrgenommen, weil ich auch einmal die internationale Atmosphäre schnuppern wollte. Allerdings war die viele Fahrerei ganz schön stressig,“ sagte die 24-jährige Paderbornerin, die bei den Hallen-DM über 60m, 200m und in der 4x200m-Vereinsstaffel laufen möchte.

Im Weitsprung steigerte sich Stefanie Voss (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) um 33 Zentimeter auf starke 6,54m und bezwang damit die favorisierte Lena Malkus (LG Ratio Münster, 6,39m). „Da passte dieses Mal alles,“ freute sich die 23-jährige Uerdingerin, deren beste DM-Platzierung bisher einmal ein siebter Platz bei den deutschen Jugend-Mehrkampfmeisterschaften war. Von ihrem 17. bis 19. Lebensjahr hat sie aus verschiedenen Gründen keinen Leistungssport bestritten, doch nach ihrer neuen Bestweite ist sie motiviert bis unter die Haarspitzen.

Weiter aufwärts geht es mit Lena Malkus (LG Ratio Münster), die sich mit 6,39m gegenüber ihrem Saisonauftakt (6,13m) deutlich verbesserte. „Hoffentlich setzt sich dieser Aufwärtstrend weiter fort. Das wäre für mich toll vor allem im Hinblick auf die Hallen-DM,“ sagte die frühere Jugend- Olympiasiegerin.

Viel versprechender Saisoneinstieg für Esther Cremer

Ihren Saisoneinstieg über 400m gab Esther Cremer (TV Wattenscheid). Dabei erreichte die letztjährige deutsche Hallenmeisterin über diese Distanz als sichere Siegerin vor der Leverkusenerin Julia Förster (Leverkusen, 54,79 Sek.) 53,90 Sekunden. „Ich war vor dem Lauf etwas unsicher, weil mir in diesem Jahr noch die Hallen-Erfahrung über 400m fehlte. Daher habe ich die ersten 150 Meter verpennt. Was ich dort verpasst habe, konnte ich im Finish nicht mehr wettmachen. Trotzdem sehe ich den deutschen Meisterschaften in Dortmund, bei denen ich meinen Titel auf der Zwei-Runden-Distanz verteidigen möchte, optimistisch entgegen, weil momentan alle Zubringer-Leistungen für die 400m bei mir stimmen,“ erklärte die Studentin der Umwelttechnologie, die momentan an ihrer Bachelor-Arbeit schreibt.

Im 400m-Lauf der Männer ging Robin Schembera (Bayer Leverkusen) mit 23,5 Sekunden über 200m seiner Meinung nach viel zu langsam an, so dass er mit seiner Siegerzeit von 48,58 Sekunden nicht zufrieden war. „Ich war vorher leicht erkältet, aber diese Zeit ärgert mich,“ erklärte der Schützling von Paul-Heinz Wellmann,der nach seinem Verletzungspech 2012 (Rückenprobleme) in diesem Jahr wieder im DLV ganz vorne mitmischen möchte. Der 24-jährige Leverkusener, der zurzeit im Rahmen seiner Polizeiausbildung seine Bachelor-Arbeit schreibt, richtet nun seinen Fokus auf die deutschen Hallenmeisterschaften in drei Wochen in Dortmund. „Es wäre schön, wenn dort wieder einmal auf dem Siegertreppchen stehen könnte. Ich weiß gar nicht, wann das zuletzt war,“ rätselte der angehende Polizei- Kommissar.

Über 200m siegte Robin Erewa (Bayer Leverkusen) in 21,73 Sekunden. Allerdings kam die große Freude nicht bei ihm auf. „Ursprünglich wollte ich eine Zeit von 21,20 Sekunden laufen, doch ich hatte einen Stolperer in der Kurve, so dass ich ein wenig meinem Laufrhythmus verloren habe. Ich wäre heute lieber auf Bahn vier anstatt auf Bahn drei gelaufen. Dann wäre meine Zeit sicherlich ein wenig besser ausgefallen,“ mutmaßte der 20-jährige Leverkusener.

Im 200m-Lauf der Frauen konnte sich Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund) mit 24,40 Sekunden gegenüber ihrem Auftritt bei den westfälischen Meisterschaften in Bielefeld (24,31 Sek.) nicht verbessern, doch für die deutsche Juniorenmeisterin 2011 ist momentan in erster Linie wichtig, dass sie wieder beschwerdefrei laufen kann.

Pamela Dutkiewicz mit 8,35 Sekunden über 60m-Hürden

Exakt dieselbe Zeit wie vor einer Woche bei den „Westfälischen“ in Bielefeld erzielte Pamela Dutkiewicz (TV Wattenscheid) als 60m-Hürden-Siegerin mit 8,35 Sekunden. „Der heutige Lauf hat sich jedoch deutlich besser angefühlt,“ befand die 21-jährige Wattenscheiderin, die eine persönliche Bestzeit von 8,29 Sekunden (2012) hat.

Im Stabhochsprung der Männer überquerte Michel Frauen (Bayer Leverkusen) im zweiten Versuch 5,30m und siegte damit vor seinem Teamkollegen Jonas Efferroth (5,20m). Bei den Damen war Lilli Schnitzerling (LG Lippe-Süd) mit 4,10m ungefährdet.

Im 400m-Rennen der weiblichen Jugend  U 20 verbesserte sich Gina Lückenkemper (LAZ Soest) um zwei Hundertstelskunden auf 24,05 Sekunden und war damit deutlich schneller als Frauen-Siegerin Katharina Grompe (LG Olympia Dortmund, 24,40 Sek.).

 

Quelle: FLVW/Peter Middel

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