Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 05.08.2013

Julian Reus wie der Blitz: 10,08 Sekunden über 100 m

Julian Reus war bereits im Juli Sprintkönig von Ulm

Diese Zeiten sind der absolute Ober-Hammer! Der Wattenscheider Sprinter Julian Reus hat beim offiziellen WM-Verabschiedungswettkampf des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Weinheim seine persönliche Bestleistung noch einmal um eine Hundertstelsekunde verbessert: von 10,09 Sekunden auf 10,08.

Und das bei nur mäßigem Rückenwind von 0,5 Metern/Sekunde. Sein Leipziger DLV-Sprintkollege Martin Keller hatte ein bisschen mehr Windunterstützung – für ihn wurden sogar 10,07 Sekunden gestoppt. Damit darf er sich jetzt zweitschnellster Deutscher aller Zeiten nennen, während Julian Reus auf den dritten Rang „zurückfällt“. Aber was geht noch in dieser Wahnsinnssaison, deren internationales Highlight ja noch bevorsteht mit der Weltmeisterschaft in Moskau?! Und dabei war der Deutsche Doppelmeister aus Wattenscheid nicht einmal richtig zufrieden: „Ich hab das schon besser gemacht. In der Beschleunigungsphase habe ich zu viel investiert und dabei zu wenig auf die Technik geachtet. Andere Rennen waren besser.“ Das sei allerdings Selbstkritik auf hohem Niveau, räumt Julian Reus ein, der sich nun auf die WM in Moskau freut. „Dort peile ich eine Zeit um 10,10 an“, sagt der Mann, der sich in Weinheim auch auf Position drei in der 4x100-Meter-Staffel des DLV präsentierte. In der Besetzung Jakubczyk/Knipphals/Reus/Keller benötigte das Quartett 38,13 Sekunden und sprintete damit im weltweiten Vergleich auf Rang drei. Gute Aussichten also für Moskau! „Mit der Staffel war alles okay, wir wollten unsere Saisonbestzeit verbessern, das ist gelungen. Und es ist gut, dass wir läuferisch sogar noch stärker sind als im vergangenen Jahr“, erklärt Julian Reus.

 

Alexander Kosenkow 10,28 Sekunden über 100 m

Alexander Kosenkow, der sich eigentlich auf ein Ausscheidungsrennen zur Qualifikation für die WM-Staffel vorbereitet hatte, war über 100 Meter am Start – und schneller als die drei möglichen Konkurrenten: Mit der Saisonbestleistung von 10,28 Sekunden hatte der TV-01-Routinier gegenüber den Herren Schmidt, Lindner und Kessler die Nase vorn. Es nutzt nur nichts; der DLV hatte sich verkalkuliert und musste gegenüber dem Weltverband IAAF schon bis zum 29. Juli die sechs deutschen Sprinter benennen, die für die deutsche 4x100-Meter-Staffel in Frage kommen. Da vier Sprinter gesetzt waren und kein Ausscheidungslauf mehr möglich war, musste vor Weinheim eine Entscheidung her – gegen Kosenkow und auch den Leipziger Roy Schmidt, der in Weinheim übrigens die zweitbeste Zeit der vier möglichen Kandidaten vorzuweisen hatte …

Bei den Frauen landete die Wattenscheiderin Esther Cremer in der Gesamtabrechnung als Sechste mit 11,49 Sekunden vor Maike Dix, die als Siebte 11,52 Sekunden benötigte. Das Rennen von Weinheim dominierte die Mannheimerin Verena Sailer – mit sagenhaften 11,02 Sekunden. Wattenscheids Malena Richter kam auf Platz 22 (12,19 sec). Maike Dix war dann auch noch Startläuferin des DLV-Quartetts über 4x100 Meter – 43,10 Sekunden wurden für Dix und die Kolleginnen Weit, Pinto und Sailer gestoppt. Das war der Sieg vor Kanada. „Wir haben das ganz gut hinbekommen“, fand Maike Dix, die auch mit ihrer Einzelzeit sehr zufrieden war: „Eine persönliche Bestzeit, obwohl ich den Start ein bisschen verschlafen habe. Super gelaufen also!“

 

Esther Cremer läuft 23,61 Sekunden über 200m

Wattenscheids 400-Meter-Expertin Esther Cremer hat sich in Weinheim einen Doppelstart auf zwei Unterdistanzen zugemutet – sie war auch noch über 200 Meter im Einsatz. Und war mit der neuen Saisonbestzeit von 23,61 Sekunden nicht zu schlagen. „Da bin ich ein bisschen den 400-Meter-Schritt gelaufen“, meinte die Deutsche Meisterin entschuldigend, „aber ich habe mich gut gefühlt, bin fit. Das ist die Hauptsache.“ Auch für Cremer gilt also: WM-Generalprobe gelungen! Malena Richter wurde insgesamt Elfte (24,90 sec).

Über 100 Meter Hürden wurde Pamela Dutkiewicz in 13,39 Sekunden Zweite hinter Nadine Hildebrandt – nur zwei Hundertstel fehlten zur Einstellung der persönlichen Bestzeit. „Dabei war der Lauf alles andere als gut“, fand die Wattenscheiderin, „erst ab der vierten Hürde bin ich in den Lauf gekommen, die restlichen habe ich auch zu hoch genommen. Da war noch viel Luft!

Im 100 m-Sprint der Frauen blieb Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) als Dritte in 11,39 Sekunden deutlich über ihrer persönlichen Jahresbestzeit (11,22 Sek.). auch Ina Weit (LC Paderborn), die Neunte in 11,60 Sekunden wurde, ist in diesem Jahr schon einmal schneller gelaufen.

 

Quelle: FLVW/Michael Ragsch/Peter Middel

Spielberechtigungen Regionalliga West