Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 02.08.2012

Lena Malkus setzt i-Tüpfelchen

Lena Malkus
Lena Malkus

Mit neuer Bestleistung von 6,72 Metern hat Lena Malkus (LG Ratio Münster) bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Kandel wieder einmal für Furore gesorgt. Die 18-jährige Weitspringerin hat in den vergangenen Monaten mit einer bemerkenswerten Konstanz bewiesen, dass sie auch Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen.

Da war er wieder, der sechste Versuch. Lena Malkus lief an, sprang ab, stieg aus der Grube und riss nach einem Blick auf das Maßband die Arme in die Luft. 6,72 Meter! Damit holt sie sich zum zweiten Mal in Folge den deutschen U23-Titel und steigerte ihre Bestleistung aus dem Vorjahr um zwei Zentimeter.

Mit ihrer Leistung setzte die Münsteranerin das i-Tüpfelchen auf eine starke Sommersaison. Von den deutschen Topathletinnen ist in diesem Jahr nur die Olympia-Teilnehmerin Sosthene Taroum Moguenara (TV Wattenscheid 01) weiter gesprungen. Weltweit kam keine U20-Weitspringerin bei regulären Bedingungen an diese Marke heran.

Seit 2009 internationale Spitze

Lena Malkus hat ihren 19. Geburtstag noch vor sich, und doch liest sich die Liste ihrer Erfolge schon wie die einer Großen: Deutsche Vizemeisterin in der Halle 2012 und Fünfte 2011, Deutsche U23-Meisterin 2011 und 2012, Deutsche U20-Meisterin 2011 und 2012.

Und dann die internationalen Höhepunkte: Gold beim Europäischen Jugendolympia-Festival (EYOF) 2009, Gold bei den Olympischen Jugendspielen 2010, Gold bei der U20-EM 2011 und zuletzt Silber bei der U20-WM in Barcelona (Spanien) mit windunterstützten 6,80 Metern.

Nervenstark und kämpferisch

Die Weitspringerin beeindruckt mit Nervenstärke und einer großen Konstanz und musste dabei in diesem Jahr doch so einige Klippen umschiffen. Zunächst war da das Abitur, das die 18-Jährige bis Ende Mai in Anspruch nahm. „Das hat ziemlich viel Kraft gekostet“, gestand sie anschließend. Andere Abiturienten machten nach den bestandenen Klausuren Urlaub, Lena Malkus stürzte sich in die Vorbereitung auf die U20-WM.

Auf dem Weg dorthin zog sie sich beim Olympia-Test in Mannheim Anfang Juni eine Fersenprellung zu, aufgrund derer sie schweren Herzens auf die DM-Teilnahme verzichten musste. Auch die Woche vor der U23-DM verlief nicht schmerzfrei. „Ich hatte Probleme mit meinem Rücken, habe mir einen Wirbel ausgerenkt“, erklärte Lena Malkus. Der machte ihr noch zu Beginn des Wettbewerbs zu schaffen, sodass sie sich physiotherapeutischer Behandlung unterziehen musste.

Bremsen ließ sie sich davon nicht. Wie zuvor schon bei der Junioren-Gala, der U20-WM und der Jugend-DM schob sie im letzten Versuch alle Schmerzen und Zweifel beiseite und ließ sich vom Adrenalin und von der Unterstützung der Zuschauer auf die Tages-Bestweite tragen.

Große Unterstützung

„Darauf kann man sich verlassen: Der letzte Sprung ist immer der weiteste,“ hatte Elke Bartschat schon nach der U20-WM lachend bestätigt. „Die Frage ist nur, ob er gültig ist.“ Sie kennt das Zitterspiel bis zum sechsten Versuch: Seit Lena Malkus 2008 im Alter von 15 Jahren ins Münsteraner Sportinternat zog, ist Elke Bartschat gemeinsam mit ihrem Mann Frank an der Seite der Weitspringerin.

Nach ihrem Silber bei der U20-WM waren es auch ihre Münsteraner Mitstreiter, die Lena Malkus als erstes in Empfang nahmen. „Meine Trainingsgruppe hat mich schon am Flughafen abgeholt und ein Essen organisiert in dem Restaurant, in dem wir jeden Monat einmal sind“, erklärte die frischgebackene U20-Vize-Weltmeisterin. „Das war sehr schön!“ Das Umfeld scheint zu stimmen – und die Leistungen sowieso.

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