Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 05.05.2014

Marlon Ritter sichert „Fohlen“ späten Derbysieg

Sieger im rheinischen Derby: Gladbach mit Coach Sven Demandt

Die U 23 von Borussia Mönchengladbach entschied das rheinische Derby gegen die Zweitvertretung des 1. FC Köln am 35. Spieltag 2:1 (0:0) für sich und bleibt als Tabellensiebter zweitbeste U 23-Mannschaft (drei Punkte hinter dem Nachwuchs des FC Schalke 04) in der Regionalliga West.

Die erstmalige Führung der Gastgeber durch Giuseppe Pisano (72.) konnte Robin Hömig (88.) in der Schlussphase für die "Geißböcke" noch ausgleichen. Doch kurz vor dem Abpfiff schlugen die "Fohlen" dank "Joker" Marlon Ritter (90.+2) erneut zu und kehrten nach drei Runden ohne Sieg in die Erfolgsspur zurück.

 

Mike Wunderlich vertagt Fortuna-Meisterschaft

Den Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga West muss Spitzenreiter SC Fortuna Köln zumindest um eine Woche vertagen. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat kam am 35. Spieltag im Kölner Derby beim FC Viktoria zu einem 1:1 (0:0) und schrammte damit hauchdünn am vorzeitigen Titelgewinn vorbei. Dazu hätte schon ein Sieg gereicht.

Vor 3454 Zuschauern im Sportpark Höhenberg führte die Fortuna nach einem Kopfball-Eigentor von Viktoria-Abwehrspieler Daniel (62.) bis in die Schlussminute 1:0, kassierte dann aber noch den Ausgleich. Nachdem dem eingewechselten Frederic Brill im eigenen Strafraum ein Handspiel unterlaufen war, bewies Viktoria-Kapitän Mike Wunderlich Nervenstärke und verwandelte den fälligen Strafstoß zum Endstand (90.). Er überwand bei seinem 15. Saisontreffer Fortuna-Ersatztorhüter Alexander Monath, der in der zweiten Hälfte für den verletzten André Poggenborg eingewechselt worden war. Poggenborg hatte bei einem Zusammenprall eine erhebliche Zahnverletzung erlitten.

Trotz des Punktverlustes ist die Ausgangslage des Spitzenreiters im Titelrennen nach wie vor ausgezeichnet. Da zuvor schon Verfolger Sportfreunde Lotte gegen Rot-Weiss Essen ebenfalls nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus gekommen war, fehlen der Fortuna aus ihren drei verbleibenden Spielen nur noch zwei Zähler, um die Meisterschaft und damit auch die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga (am 28. Mai und 1. Juni gegen Bayern München II) perfekt zu machen.

 

Nächster „Matchball“ zu Hause gegen Wiedenbrück

„Das späte Gegentor war sehr bitter, wird uns aber nicht umwerfen“, so Fortuna Kölns Kapitän Daniel Flottmann, der den Platz wegen einer Knieverletzung ebenfalls vorzeitig verlassen musste. Ihren nächsten „Matchball“ haben die Südstädter am kommenden Samstag (10. Mai) ab 14 Uhr vor eigenem Publikum gegen den abstiegsbedrohten SC Wiedenbrück 2000.

„Da wollen wir den Deckel draufmachen“, sagte Trainer Uwe Koschinat und fügte noch hinzu: „Wenn man schon eine Hand an der Meisterschaft hat, ist es enttäuschend, noch kurz vor Schluss abgefangen zu werden. Der Punktgewinn für die Viktoria war aber absolut verdient.“ Sein Kollege Claus-Dieter „Pele“ Wollitz meinte: „In der ersten Halbzeit hatten wir durch Lukas Nottbeck die große Chance zur Führung. Das hätte uns in die Karten gespielt.“

 

Wattenscheid 09: Trotz Niederlage fast am Ziel

Die SG Wattenscheid 09 vergab auch ihre zweite Chance, den Klassenverbleib aus eigener Kraft endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Bei der U 23 von Bayer 04 Leverkusen, die in der kommenden Saison nicht mehr am Spielbetrieb der Regionalliga West teilnehmen wird, musste sich die Mannschaft von Trainer André Pawlak 0:3 (0:0) geschlagen geben.

Da allerdings auch die meisten direkten Konkurrenten auf den Abstiegsplätzen nicht dreifach punkten konnten, sind die Lohrheide-Kicker trotzdem schon fast am Ziel. Bei neun Punkten und 20 Toren Vorsprung vor dem KFC Uerdingen 05 (Platz 16) und nur noch drei ausstehenden Partien sind die Zweifel am Klassenverbleib allenfalls theoretischer Natur.

Für die Leverkusener, die inzwischen seit elf Spieltagen ungeschlagen sind, waren Hamadi Al Ghaddioui (63.), Alxander Bieler (71.) und Sebastian Hirsch (73.) innerhalb von nur zehn Minuten erfolgreich. Damit rückte die Mannschaft von Bayer-Trainer Jürgen Luginger bereits auf Platz neun vor.

Den Sprung auf den 16. Tabellenplatz, der am Saisonende unter Umständen für die Rettung reichen könnte, verpasste der SC Wiedenbrück 2000 mit dem 0:0 gegen die U 23 des FC Schalke 04. Unter seinem neuen Trainer Dominik Jansen ist der SCW aber jetzt schon seit vier Partien ungeschlagen, holte dabei sechs von zwölf möglichen Punkten. Jansen war früher ebenso für die Schalker Reserve am Ball wie seine Spieler Massih Wassey und Jeffrey Volkmer, die jeweils über 90 Minuten zum Einsatz kamen.

Seine Chance auf Rang 16 wahrte auch der Tabellenvorletzte SV Lippstadt 08 mit dem torlosen Remis bei der U 23 des VfL Bochum. Ebenso wie die Lippstädter, die seit neun Spieltagen auf einen dreifachen Punktgewinn warten, muss auch die VfL-Reserve weiterhin gegen eine Negativserie ankämpfen (sechs Partien ohne Sieg). Der Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz ist mit sieben Zählern aber trotzdem komfortabel.

 

Sportfreunde Siegen gewinnen Generalprobe gegen Verl

Im ersten von zwei direkten Duellen innerhalb weniger Tage standen sich die Sportfreunde Siegen und der SC Verl gegenüber. Dabei setzten sich die Gastgeber von Trainer Matthias Hagner, der seinen Vertrag nur einen Tag zuvor um zwei Jahre verlängert hatte, 1:0 (1:0) durch. Vor 1344 Zuschauern gelang Zouhair Bouadoud (22.) der Siegtreffer.

Nur elf Tage nach dem Liga-Rückspiel werden die Sportfreunde die Ostwestfalen erneut im Leimbachstadion empfangen. Dann geht es im Westfalenpokal-Halbfinale (Mittwoch, 14. Mai, ab 19 Uhr) um den Einzug ins Endspiel und damit bereits um die Qualifikation für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. „Das wäre eine Riesengeschichte und würde dem Verein in seiner aktuell nicht gerade einfachen Situation mit Sicherheit einen wichtigen Schub geben“, sagt Sportfreunde-Trainer Hagner.

Neue Hoffnung im Rennen um den Klassenverbleib schöpfte der Tabellenletzte SSVg. Velbert mit dem 3:1 (1:1)-Auswärtssieg bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf. Der Rückstand auf Rang 16 ist damit auf vier Punkte geschrumpft.

Kapitän Markus Kaya (19.) brachte die Gäste aus Velbert 1:0 in Führung, Bastian Müller (45.) gelang unmittelbar vor der Pause der Ausgleich. Nachdem Düsseldorfs Ex-Profi Jens Langeneke einen Foulelfmeter über das Tor gesetzt hatte, ließen Hüzeyfe Dogan (70.) und Tim Gebauer (82.) das Schlusslicht jubeln.

 

Lottes Punktverlust

Vor 1723 Zuschauern in Lotte brachte Abwehrspieler Gerrit Nauber (23.) die Sportfreunde zwar mit einem Kopfballtreffer in der ersten Hälfte 1:0 in Führung. Mit seinem 16. Saisontreffer gelang jedoch RWE-Torjäger Marcel Platzek (46.) nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff der Ausgleich. Dabei blieb es bis zum Schluss.

Die Mannschaft von Sportfreunde-Trainer Michael Boris blieb zwar auch im 14. Spiel in Serie ohne Niederlage, kam aber bereits zum vierten Mal hintereinander nicht über ein Remis hinaus und verpasste die Chance, den Rückstand auf die Spitze zumindest vorerst wieder bis auf zwei Punkte zu verkürzen und die Entscheidung im Rennen um die Meisterschaft mindestens noch um eine Woche zu vertagen. Die Essener sind derweil seit vier Spieltagen ungeschlagen und rückten auf Platz neun vor.

RWE-Trainer Marc Fascher traf mit seinem Lotter Kollegen Michael Boris auf einen alten Bekannten. Von 2004 bis 2007 hatten beide bei Kickers Emden eng zusammengearbeitet: Fascher als Cheftrainer, Boris als Co- und Torwarttrainer. „Es waren drei perfekte Jahre“, so Fascher.

 

Quelle: DFB/mspw

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