Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 23.12.2015

Mit Spitzensportförderung
von NRW bis Rio und Tokio

Gute Arbeit in den NRW-Bundesstützpunkten
Bochum/Dortmund und Köln/Leverkusen

Vom nassen Grau, in das weite Teile Nordrhein-Westfalens in diesen Wintertagen gehüllt sind, lassen sich die Leichtathleten nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil: In den NRW-Bundesstützpunkten Bochum/Dortmund und Köln/Leverkusen werden die nächsten Großprojekte überaus akribisch vorbereitet. Im Fokus steht natürlich Olympia 2016 in Rio – und langfristig schon die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Bundesleistungszentrum: Perfekte Bedingungen in Leverkusen. (Foto: WFLV)

Julian Reus hat sich einiges vorgenommen. Schon der Blick in den Wettkampfkalender, der im Jahr 2016 vollgepackt mit der Europameisterschaft in Amsterdam und den Olympischen Spielen in Rio ist, entfacht bei dem Sprinter ein Leuchten in den Augen. „Natürlich möchte ich ins EM-Finale und bei Olympia in Rio mit der Staffel in den Endlauf. Aber auch die Einzelnorm für die Olympischen Spiele ist ein Ziel. Ich will wieder unter 10,10 Sekunden über 100 Meter laufen und in den Bereich meiner Bestzeit vorstoßen“, erzählt Reus. Beim TV Wattenscheid 01 hat er nunmehr seinen Vertrag bis 2017 verlängert. Übrigens gemeinsam mit seinem Kollegen Christian Blum. Damit bleibt das erfolgreichste Sprint-Duo Deutschlands, das im Frühjahr 2015 Medaillen bei der Hallen-Europameisterschaft in Prag holte, bei dem Klub, der sich stolz als Sprinter-Hochburg bezeichnen kann. „Das ist eine gute Basis“, meint Michael Huke, der in Personalunion Manager des TV Wattenscheid und zugleich Leistungssport-Koordinator des Bundesstützpunktes Bochum/Dortmund ist.

Obwohl die Saison-Höhepunkte im nächsten Jahr erst in den Sommermonaten steigen, kann Huke verstehen, wenn Reus und seine Mitstreiter schon frühzeitig von Rio de Janeiro reden. „Olympia ist schon präsent. Die Spiele sind eben in ihrer Gesamtheit sehr wichtig, weil sie nur alle vier Jahre steigen und auch bei unseren Förderpartnern im Fokus stehen“, sagt Huke. Um im kommenden Sommer möglichst die Bestform zu erreichen, hat die Vorbereitung längst begonnen. „Im Winter werden die Leichtathleten gemacht. Wegen Olympia sind wir nicht nervöser, aber bestimmt viel konzentrierter“, findet Huke.

Auch in Leverkusen wird die Basis für die Wettkämpfe in 2016 gelegt. (Foto: WFLV)

In den beiden NRW-Bundesstützpunkten Bochum/Dortmund und Köln/Leverkusen laufen die Vorbereitungen gleichermaßen. Und bei allem gesunden Konkurrenzdenken untereinander, arbeiten die Stützpunkte auch Hand in Hand für Nordrhein-Westfalen. Konzeptionell aufgeteilt unter den Stützpunkten wurden beispielsweise die Ausbildungen bei den Wurfdisziplinen. In Bochum/Dortmund liegt der Schwerpunkt in den Disziplinen Diskus und Kugelstoßen, Leverkusen beheimatet Hammerwerfen und Speerwerfen. Der jüngste große Erfolg war das WM-Gold der Speerwerferin Katharina Molitor in Peking 2015.

Für Huke und seinen Leverkusener Kollegen Hans-Jörg Thomaskamp ist es zunächst wichtig, dass sich möglichst viele NRW-Athleten für Olympia qualifizieren. „Der NRW-Anteil an der deutschen Bevölkerung liegt bei rund 22 Prozent, aufgerundet wollen wir 25 Prozent der Olympia-Teilnehmer bei den Leichtathleten stellen“, erklärt Huke die Faustregel. Von einer guten Quote werden auch künftige Fördergelder seitens der Partner abhängig gemacht. „Das ist schon elementar“, meint Huke. Wichtig bei der Berechnung ist die Nationenwertung, bei der die Plätze eins bis acht gezählt werden. Für einen vierten Platz bei Olympia gibt es zwar keine Medaille, aber fast ebenso viel Punkte wie für einen dritten Rang.

Athletin mit Perspektive: Gina Lückenkemper. (Foto: Getty)

Viele NRW-Sportler werden durch Gelder der Sportstiftung NRW unterstützt. Alleine 54 Leichtathletinnen und Leichtathleten stehen auf der Liste für die Spitzensportförderung im NRW-Team International und der Eliteförderung 2015/2016. Darunter beispielsweise auch Gina Lückenkemper. Die 19 Jahre alte Sprinterin galt als eine Entdeckung bei der WM in Peking.

„Sie ist eine Athletin, die uns mit ihrem Potenzial noch viel Freude machen wird. Bleibt sie gesund, werden wir sie noch in dem einen oder anderen Finale erleben“, glaubt Huke. Lückenkemper stammt aus Soest und trainiert bereits zwei Jahren im Stützpunkt in Dortmund. Hier kann die Athletin, die nunmehr zur LG Olympia Dortmund gewechselt ist und die Teilnahme in Rio im Visier hat, das ganze Know-how des Bundesstützpunktes nutzen. Vereine und Stützpunkte arbeiten gemeinsam für den Erfolg.

„Die Spitzensportförderung ist ein wichtiger Ersatz für die Athleten, die beispielsweise nicht bei der Bundeswehr sind“, erläutert Huke. Einige befinden sich noch in der Schule oder im Studium und sind auch wegen ihres Alters noch keine Kandidaten für Rio 2016. Das sei aber eingeplant. „Wir sind gerade dabei, einige Talente zu entwickeln, die Arbeit dürfte in vier Jahren Früchte tragen“, beschreibt Huke, dass der Fokus schon auf 2020 in Tokio und darüber hinaus liegt.

Die Vorbereitung auf Olympia kann eben nicht früh genug beginnen.

Text: WFLV

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