Westdeutscher Fussballverband e.V.
Frauen-Fußball 14.01.2013

Multi-Talent Högner baut
Essener Talentschmiede auf

Essens Erfolgscoach Markus Högner.

Als Markus Högner vor knapp drei Jahren die SGS Essen als Trainer übernahm, sah es nicht gut aus. Im Sommer 2010 galt das Team aus dem Ruhrpott noch als eine Mannschaft, die regelmäßig in den unteren Gefilden der Tabelle der Frauen-Bundesliga zu finden ist. Drei Jahre später ist das Bild ein anderes.

In der vergangenen Spielzeit war die SGS die Überraschungsmannschaft der Liga, belegte am Ende Rang fünf – und erzielte damit die beste Abschlussplatzierung bislang. In der laufenden Saison rangiert das Team auf Platz sechs. Und sorgte mit dem einen oder anderen überraschenden Ergebnis erneut für Aufsehen. Beispielsweise gelang ein 3:1 gegen den 1. FFC Frankfurt.

Positive Entwicklung

Eine Entwicklung, die vor allem als Verdienst des Trainers gilt. "Wir wollen diesen erfolgreichen Weg mit Markus Högner weiter gehen", sagt SGS-Manager Willi Wißing. "Dabei möchten wir weiter vom Engagement und den Ideen unseres sportlichen Leiters profitieren. Der enge Kontakt zum Nachwuchs ist ein gutes Konzept für die weitere Entwicklung unseres Vereins und unserer Teams."

Markus Högner verfügt über einige Erfahrung im Fußball. Seine aktive Karriere begann der gebürtige Bayer Ende der 80er-Jahre bei Alemannia Aachen. Er kam in der Saison 1988/89 auf drei Einsätze für den Zweitligisten. In den 90ern lief der Ettringer für den 1. FC Union Solingen und den LD Alajuelense in Costa Rica in der Primera División auf.

Viel Erfahrung

Nach seiner aktiven Sportlerkarriere engagierte er sich 2004 als Koordinator der U 12 und U 13 bei der Alemannia. Daneben war er zwischen 2004 und 2006 Chefcoach der U 16 des Klubs. Im Anschluss übernahm er dort den Posten des Koordinators der gesamten Jugendmannschaften und den des U 19-Trainers. 2008 wechselte der 45-Jährige zum FC Schalke 04, wo er ein Jahr lang die Regionalliga-Mannschaft trainierte. 2010 suchte er eine neue Herausforderung und fand sie. Högner wurde Trainer der SGS Essen, erhielt zunächst einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013, der zuletzt vorzeitig bis 2016 verlängert wurde. "Ich habe mich bewusst für Essen entschieden. Ich kann mich in der Frauen-Bundesliga neu positionieren", erklärte Högner damals. "Es ist ein absolutes Topniveau." Nach knapp drei Jahren klingt sein Fazit ähnlich positiv: "Rückblickend habe ich den Schritt nicht bereut. Das Umfeld ist sehr professionell."

Talentförderung Hauptanliegen

Nicht nur Högner ist zufrieden, auch die Essener Verantwortlichen halten große Stücke auf ihn. "Markus hat uns als Ausbildungsverein etabliert. Dass wir so viele Jugend- und Juniorinnen-Nationalspielerinnen haben, hat ganz viel mit seinen Fähigkeiten zu tun", sagt Manager Willi Wißing.

Talentförderung ist auch weiterhin eines der Hauptanliegen des Trainers. "Wir wollen ein Nachwuchsleistungszentrum aufbauen, um mit den Top Drei im Frauenfußball mitzuhalten", sagt er. Die sportliche Vita des 45-Jährigen mit den vielen Talenten - zwischen 1997 und 2003 war er Spielertrainer der Deutschen Beachsoccer-Nationalmannschaft und hält immer noch den Rekord bei den Länderspielen und Länderspieltoren (77 Tore in 79 Spielen) - ist also noch lange nicht zu Ende.

Spielberechtigungen Regionalliga West