Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 10.04.2013

Nach Pause: Silke Spiegelburg plant für die WM

Silke Spiegleburg nimmt die WM-Saison in den Blick.

Ihr letzter Sprung liegt über ein halbes Jahr zurück. Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat während der Hallensaison keinen Stab angerührt. Ganz bewusst. „Die Uni. Ich muss mich da langsam ran halten“, sagt sie. Jetzt sind die Klausuren geschrieben. Und die Deutsche Rekordhalterin im Stabhochsprung ist zurück im vollen Training.

„Anstrengend ist das“, sagt Silke Spiegelburg. Seit knapp drei Wochen steht sie wieder zweimal täglich in der Leichtathletik-Halle an der Kalkstraße in Leverkusen. Anstrengend, weil ihr Körper seit November „nur“ einmal täglich trainieren musste. 

Anstrengend war die Zwischenzeit stattdessen vor allem für ihren Kopf. Vier Klausuren und eine Hausarbeit musste die 27-Jährige in der Zwischenzeit für ihr Studium der Gesundheitsökonomie schreiben.  „Irgendwann konnte ich das Uni-Zeugs nicht mehr sehen.“ Silke Spiegelburg studiert auf Diplom, einen Abschluss, der nicht mehr lange an den deutschen Unis angeboten wird. „Bis 2015 muss ich fertig sein, haben meine Professoren mir gesagt.“

Kein Platz für Konjunktive

Jetzt liegt sie wieder im Uni-Plan. Genau wie für die Sommersaison in der Leichtathletik. „Ich bereue nicht, die Hallenwettkämpfe sausen gelassen zu haben“, sagt Silke Spiegelburg. Auch nicht, wenn sie nach der Hallen-EM gefragt wird, wo Gold mit 4,67 Metern wegging. „Wer weiß, ob ich die Höhe da gesprungen wäre.“ Konjunktive sind nichts für Silke Spiegelburg. „Ich hab‘ nichts von einem ‚hätte‘ oder ,wenn‘.“

Dabei hatte sie im letzten Sommer eine Medaille herbeigesehnt. Bei der Europameisterschaft und bei den Olympischen Spielen wurde sie jeweils Vierte. Die wohl undankbarste Platzierung in einem sportlichen Wettkampf. „Davon will ich nichts mehr hören“, sagt Silke Spiegelburg heute. Damals, im August, sagte sie so Sätze wie „Das kann doch nicht wahr sein“, oder „nicht schon wieder“ und hatte dabei Tränen in den Augen.

Lockerheit im Kopf

Heute seien diese Gefühle ausradiert. „Das war emotional, aber ich will nicht, dass mich das dauerhaft belastet.“ Stattdessen denkt sie lieber an den Sieg in der Diamond League, an die beiden Deutschen Rekorde, die sie drinnen und draußen aufstellte, und ihre Hochzeit im Oktober („Die war traumhaft“). So kann sie sagen: „2012 war ein gutes Jahr.“

Damit sie dieses Fazit auch am Ende des aktuellen Jahres ziehen kann, feilt sie jetzt wieder an ihrer Technik. „Von der Fitness stehe ich schon jetzt besser da als im letzten Jahr.“  Jetzt brauche sie wieder die Lockerheit im Kopf, die sei durch die doch lange Wettkampfpause etwas abhandengekommen.

Wildcard für die Weltmeisterschaft

Ein Vorteil ist, dass sie aufgrund ihres Sieges in der Diamond League eine Wildcard für die Weltmeisterschaft in Moskau (Russland, 10. bis 18. August) hat und sich nicht der nationalen Qualifikation stellen muss. „Dadurch können wir das Training ganz anders aufbauen.“

Der Konkurrenz wird sie dennoch nicht aus dem Weg gehen. „Bei der Diamond League bin ich wieder dabei“, sagt Silke Spiegelburg. Der erste Stabhochsprung-Wettbewerb der internationalen Wettkampfserie findet am 18. Mai in Shanghai (China) statt.

Und danach? „Schauen wir mal“, sagt die Leverkusenerin. Das Wort „Medaille“ spricht sie nicht mehr aus. „Ich will meine Bestleistung steigern“, sagt sie stattdessen über ihre Ziele in dieser Saison. Die Bestleistung liegt seit dem letzten Sommer bei 4,82 Metern. Das ist Deutscher Rekord. „Alles andere kommt dann schon von alleine.“

 

Quelle: DLV

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