Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 28.09.2012

Neues Glücksspielgesetz:
Chancen für den gemeinnützigen Sport

Interview mit WestLotto-Chef Theo Goßner

WestLotto-Chef Theo Goßner sieht im geänderten Glücksspielstaatsvertrag und im neuen Eurojackpot Chancen für den gemeinnützigen Sport (Foto: Bowinkelmann).

Theo Goßner ist Chef von WestLotto, dem staatlichen Lotterieanbieter Nordrhein-Westfalens. WestLotto organisiert das gesamte Glücksspielangebot in NRW. Die Spielerträge werden zu einem großen Teil für soziale und kulturelle Projekte und den gemeinnützig organisierten Sport, d. h. auch für den Landessportbund NRW, eingesetzt.

Seit dem 1. Juli ist das neue Glücksspielgesetz, der sogenannte Glücksspielvertrag in den meisten Bundesländern in Kraft - NRW will noch im Spätsommer folgen. Außerdem gibt es mit dem Eurojackpot eine neues Lotterieangebot. Grund genug für die "Wir im Sport", das Verbandsmagazin des LSB NRW, ein Interview mit dem Steuermann der Lotterien und Sportwetten in NRW.

Herr Gossner, "Glücksspieländerungsstaatsvertrag" - so heißt das Wortungetüm. Was verbirgt sich dahinter?

Theo Goßner: Das alte Glücksspielgesetz wird in einigen wichtigen Punkten verändert. Im Kern soll die Spielleidenschaft der Menschen in geordnete Bahnen gelenkt werden, weg von den illegalen Spielen im Internet. Dafür wird der Spielraum für die staatlichen Anbieter wie WestLotto, etwa beim Vertrieb oder der Werbung, neu geregelt. Bei den Sportwetten wird der Markt jedoch für den Wettbewerb mit privaten Anbietern geöffnet.

Ohne das staatliche Glücksspiel wären der Landessportbund NRW und seine Mitgliedsorganisationen finanziell nicht lebensfähig. Muss der Sport sich angesichts der neuen Rahmenbedingungen Sorgen um seine finanzielle Zukunft machen?

Theo Goßner: Der Sport wird im Wesentlichen über die Lotterien "6 aus 49" finanziert. Und da bleibt das Monopol bestehen. Dadurch, dass man nach der Novellierung des Gesetzes auch wieder im Internet spielen kann, und wir etwas  anders werben dürfen, könnte es sogar wieder Zuwächse geben. Also: man muss sich keine großen Sorgen machen.

WestLotto ist Wirtschaftspartner des Landessportbundes NRW und unterstützt exklusiv die Aus- und Weiterbildung von Trainern und Übungsleitern im Sport. Warum ist Ihnen gerade der Bildungsbereich im Sport so wichtig?

Theo Goßner: Der organisierte Sport, die Sportvereine, tragen sehr dazu bei, dass das gesellschaftliche Miteinander gelingen kann. Dabei kommt den Trainern und Übungsleitern eine zentrale Rolle zu. Sie sind über das Fachliche hinaus Vorbilder für unseren Nachwuchs. Teilweise übernehmen sie pädagogische Aufgaben, die früher in Schule und Elternhaus geleistet wurden. Deshalb liegt uns die Qualifizierung dieser Menschen sehr am Herzen und wir unterstützen das gerne.

Thema Eurojackpot: profitiert der Sport auch von dieser Lotterie?

Theo Goßner: Ja, denn wir führen grundsätzlich ca. 40 Prozent aller Lotteriebeiträge ab - auch beim Eurojackpot. Diese gehen in den Landeshaushalt. Im Konkreten ist es dann die Aufgabe der Sportverantwortlichen, sich mit der Landespolitik darüber zu verständigen, wie der Sport davon profitiert.

Wie werden aus Ihrer Sicht die Sportwetten der Zukunft aussehen?

Theo Goßner: Insgesamt wird es zukünftig viel mehr Wetten auf unterschiedliche Sportarten geben. Warum nicht eine Wette auf den Ausgang des Beachvolleyball-Turniers bei den Olympischen Spielen? Da hätte man sich bei einem Tipp auf den Sieg des deutschen Duos in London doppelt freuen können. Wir werden mit ODDSET zukünftig solche Wetten auch anbieten können, bei verbesserten Quoten! Also ein echter Vorteil für die Sportwetter in NRW.

Interview: Theo Düttmann

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