Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 14.08.2015
Lena Malkus begeistert spontan Schüler, die sich zu Leichtathletik- Grundschulmeisterschaften auf der Trainingsanlage befanden.

Lena Malkus und die magische Marke

NRW-Leichtathleten im Blickpunkt: Die Weitspringerin hat Rio im Visier

Lena Malkus

 Verein: SC Preußen Münster

Geburtstag: 6. August 1993

Geburtsort: Bremen

Trainerin: Elke Bartschat

Ausbildung: Psychologiestudium an der Uni Münster

Als Lena Malkus unmittelbar vor dem Beginn dieses Sommers ihr bislang größter Coup gelang, war die Jugend-Olympiasiegerin zunächst ziemlich sprachlos. „Ohne Worte“, kommentierte die Weitspringerin auf ihrer eigenen Facebook-Seite, die sie für gewöhnlich mit emotionalen Sportbildern und den passenden Statements füllt, ihre Weltklasse-Leistung.

Bei der Kurpfalz-Gala in Weinheim landete Malkus am 30. Mai 2015 mit 6,94 Metern in den deutschen Top Ten - und klopfte an die Tür zum Sieben-Meter-Club.

Persönliche Bestleistung, Meeting-Rekord, WM-Norm und Platz vier der aktuellen Jahresweltbestenliste: Die 21 Jahre alte Athletin aus Münster sprang im fünften Versuch mit einem Satz ins Rampenlicht.

Olympia im Visier: Lena Malkus hat noch eine Menge vor.

Wobei die Öffentlichkeit in Weinheim eigentlich auch ohne den Super-Sprung gar nicht an ihr vorbei kam. Weil sie auch im Vorjahr gewonnen hatte, schmückten die Veranstalter die Meeting-Plakate mit einem Malkus-Jubel-Foto. Das passte perfekt – und spornt die ehrgeizige Athletin zu weiteren Top-Leistungen an.

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„Klar denkt man an die sieben Meter, wenn nur noch sechs Zentimeter fehlen. Das ist schon eine magische Marke“, sagt die U23-Europameisterin, die vor allem in den Tagen nach dem Wettkampf fast ausschließlich mit einem Dauergrinsen zu sehen war. „Es läuft in diesem Jahr bisher ganz gut“, erklärt die Weitspringerin.

Erfolge:

2009 Goldmedaille U20-Europameisterschaft

2010 Goldmedaille Olympische Jugendspiele

2011 Goldmedaille U20-Europameisterschaft

2012 Silbermedaille U20-Weltmeisterschaft

2013 Goldmedaille U23-Europameisterschaft

Persönliche Bestleistung: 6,94 Meter (2015)

Experten gehen längst davon aus, dass Lena der Sprung in den „Sieben-Meter-Klub“ demnächst gelingen kann. Seit Jahren arbeitet sie im Training unermüdlich an neuen Herausforderungen und entwickelt sich rasant weiter. Der Blick in ihre Vita, die seit 2009 einige internationale Titel beinhaltet, belegt diese Entwicklung. Schon mit ihrer damaligen Bestleistung von 6,88 Meter war sie 2014 als weltweit achtbeste Athletin bereits in der absoluten Weltspitze angekommen. Zudem überzeugt sie auch als gute Sprinterin.

Dass Lena ein besonderes Sprung-Talent hat, war erstmals aufgefallen, als ihr im Alter von etwa zehn Jahren im Rahmen des Sportabzeichens ein überraschend weiter Satz in die Sandgrube gelang. „Mir wurde direkt geraten, in den Verein zu gehen“, erinnert sich Malkus mit einem Schmunzeln. Erst wurde ihr Talent beim TV Borghorst gefördert, mittlerweile trainiert sie beim SC Preußen Münster und kann das wunderbar mit ihrem Studium der Psychologie an der Uni Münster verbinden. Dort studiert sie mittlerweile im 6. Semester.

Lena ist froh, dass sie auch dank der ganz speziellen Förderungsmöglichkeiten auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen daran arbeiten kann, ihre sportlichen Ziele weiter zu erreichen. Aktuell genießt sie durch ihre Aufnahme ins „Elite-Team NRW“ eine Direktförderung durch die Sportstiftung NRW. „Das ist ganz wichtig und verschafft mir gewisse finanzielle Freiräume“, erzählt Lena.

Während ihrer gesamten Entwicklung zur Spitzenathletin war Lena auch immer in die Leistungssportförderung in NRW integriert.

Während ihrer gesamten Entwicklung zur Spitzenathletin war Lena auch immer in die Leistungssportförderung in NRW integriert. Neben dem „Elite-Team NRW“ gibt es noch das NRW-Team International, deren Athleten eine Grundförderung durch den WFLV erhalten. Das Nachwuchselite-Team NRW wird ebenfalls durch die Sportstiftung NRW gefördert.

Für Lena ist das ein weiterer Ansporn. „Es ist eine hohe Wertschätzung, in diese Förderprogramme aufgenommen zu werden und davon zu profitieren. Natürlich möchte ich das mit guten Leistungen zurückzahlen“, sagt die Weitspringerin. Ein Jahr vor den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro hat sie das Mega-Event schon fest im Visier – und das nicht nur, weil ihre Mutter Ruth Holzhausen-Malkus bei Olympia 1984 mit dem deutschen Volleyball-Team den sechsten Platz belegte. „Bis Rio ist es noch ein weiter Weg, aber Olympia ist natürlich ein großes Ziel“, meint Malkus, die sich noch am Beginn ihrer Karriere sieht. Für den Sprung zur „magischen Marke“ ist es allerdings nie zu früh.

Text: WFLV
Fotos: WFLV/Nicole Gdawietz

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