Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 26.04.2013

NRW setzt auf Dialog mit friedlichen Fans

Initiative "Mehr Sicherheit bei Fußballspielen in Nordrhein-Westfalen"

NRW setzt auf den Dialog mit friedlichen Fans. (Foto: Revierfoto)

Auch wenn jeder Fall von Gewalt, ein Fall zu viel ist, können der der WFLV und seine Partner in Bezug auf die Sicherheit bei Spielen in der Regionalliga West eine positive Zwischenbilanz ziehen. Die NRW-Initiative „Mehr Sicherheit bei Fußballspielen“ hat schon erste Ergebnisse erzielen können. „Wir sind bundesweit Vorreiter“, konnte NRW-Innenminister Ralf Jäger bereits feststellen. Denn in NRW ist die Gewalt bei Fußballspielen in den drei oberen Ligen schon in der letzten Saison - entgegen der bundesweiten Entwicklung - deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten sank um 40 Prozent auf 305, die Straftaten gingen um 20 Prozent auf 974 zurück. Gleichzeitig konnte die Polizei die Zahl ihrer Einsatzstunden um 20 Prozent auf 384.500 verringern.

Das Konzept setzt auf eine verantwortungsbewusste Fankultur und eine nachhaltige Netzwerkarbeit. Die Verkehrsunternehmen bieten entsprechende Reisemöglichkeiten, und die Vereine sorgen für die Organisation und eine Begleitung durch Betreuer. So soll die Anreise der Fans zu den Spielen sicherer werden.

Das Motto liegt dabei auf der Hand. "Wir reden nicht über die Fans, sondern mit ihnen", heißt es von Seiten der Polizei. Ziel ist es dabei, durch die intensive Zusammenarbeit von Ministerien, Polizei, Kommunen, Vereinen und Verbänden, Fanprojekten und Verkehrsunternehmen eine verantwortungsbewusste Fankultur zu fördern. Dabei stehen der Dialog und die Unterstützung für friedliche Fans sowie ein konsequentes Vorgehen gegen die Schläger und Gewalttäter im Fokus.

Mit dem Konzept wurden nationale Richtlinien eingeführt, nach denen an allen Spielorten verfahren wird. Fans haben auf ihren Reisen durch Deutschland immer wieder deutliche Unterschiede im Handeln der Polizei wahrgenommen. Ein einheitliches Handeln von Polizei und Veranstaltern verstärkt ihre Akzeptanz bei den Fans, Konfliktsituationen können vermieden werden.

"Nationale Konzept für Sport und Sicherheit"

Das "Nationale Konzept für Sport und Sicherheit" unterstreicht die besondere Verantwortung der Vereine und Verbände als Veranstalter für die Sicherheit in den Stadien. Deshalb gibt es klare Anforderungen an die Sicherheitsbeauftragen, Veranstaltungsleiter und Ordnungsdienste. Weitere wesentliche Bausteine für die Sicherheit sind die Stadionordnungen, die Spieltagsplanung, eine fortlaufende Risikobewertung, gemeinsam getragene Sicherheitskonzepte sowie Stadionverbote für Straftäter und Störer.

Stadionsicherheit: Die bewährten Standards für unsere modernen und sicheren Sportarenen wurden weiterentwickelt und an die veränderten Strukturen angepasst.

Lebenswelt der Fans: Das Ziel ist eine verantwortungsbewusste, sich selbst regulierende Fankultur. Dafür ist eine klare Distanzierung von Gewalt, gefahrenträchtigem Verhalten und Straftätern erforderlich. Unterstützung leisten die Fanprojekte, die als unabhängige Einrichtungen der Jugendhilfe mit kommunalen Jugendhilfestrukturen vernetzt sind. Diese nutzen effektiv das Thema Fußball für ihre Jugendarbeit.

Fanreiseverkehr: Immer mehr Fans reisen zu den Spielen. Deshalb ist die Organisation der Fanreisen besonders wichtig. Dazu gehören ausreichende Transportkapazitäten und attraktiver Reisemöglichkeiten für Fans auf Seiten der Verkehrsunternehmen, die Fanbegleitung bei Auswärtsspielen und das konsequentes Vorgehen gegen Sicherheitsstörungen auf Seiten der Vereine.

Das Konzept sieht entsprechend unter anderem vor, dass Fans bei Auswärtsspielen von vereinseigenen Betreuern begleitet werden. Gewaltbereite Fans sollen nicht mehr in die Stadien gelassen werden. Wer bereits auf der Anreise Straftaten begehe, dürfe das Fußballspiel nicht sehen, sagte Innenminister Ralf Jäger.

Somit soll gewährleistet werden, dass alle Fußballfans – unabhängig von der Liga - begeisternde und friedliche Fußball-Wochenenden erleben können.

Spielberechtigungen Regionalliga West