Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 07.08.2012

Olympische Tränen:
Silke Spiegelburg verpasst Medaille

Auch in London Vierte im Stabhochsprung

Silke Spiegelburg

Es sollte ihr Wettkampf werden, aber am Ende flossen doch wieder Tränen der Enttäuschung: Silke Spiegelburg (TSV Bayer 04 Leverkusen) hat bei den Olympischen Spielen in London (Großbritannien) im Stabhochsprung Rang vier belegt. Gold holte sich die Beste des Jahres Jenn Suhr (USA; 4,75 m) vor der höhengleichen Kubanerin Yarisley Silva. Weltrekordlerin Yelena Isinbayeva musste sich mit 4,70 Metern und Rang drei zufrieden geben.

Silke Spiegelburg weinte und schrie ihre Verzweiflung durch das Olympiastadion: "Warum werde ich denn immer Vierte? Immer! Das kann doch nicht wahr sein!" Doch es war nicht mehr zu ändern.

Während Jennifer Suhr aus den USA bei der Windlotterie im Kampf um Stabhochsprung-Gold das richtige Los zog, erwischte die Deutsche Meisterin eine Niete: Bereits zum vierten Mal belegte sie in einem großen Wettkampf lediglich den vierten Rang.

Vierter vierter Platz

Die Leverkusenerin hatte sich im Londoner Olympiastadion von den drei deutschen Springerinnen am längsten im Wettbewerb gehalten. Die deutsche Rekordhalterin flog über 4,65 Meter, riss dann die 4,70 Meter, erhöhte deshalb gleich auf 4,75 Meter - doch das Pokern um eine Medaille zahlte sich nicht aus.

Silke Spiegelburg, bereits Vierte bei der WM 2009 in Berlin, der Hallen-WM 2012 in Istanbul (Türkei) und der EM 2012 in Helsinki (Finnland), war danach bedient. Ehe sie das Stadion verließ, stopfte sie wütend ihre Ausrüstung in die Sporttasche. "Ich will es nicht mehr wahrhaben. Dabei war ich eigentlich gut drauf", ärgerte sie sie.

Schwierige Bedingungen

Die äußeren Bedingungen hatten sich während des gesamten Wettkampfs als schwierig erwiesen. Wechselnde Winde erschwerten den Anlauf, es gab viele abgebrochene Versuche, dazwischen wurde häufig gepokert, verbliebene Versuche wurden auf die nächste Höhe geschoben.

Auch die beiden anderen deutschen Springerinnen blieben am Ende glücklos. Vize-Weltmeisterin Martina Strutz (SCNeubrandenburg) wurde Fünfte mit übersprungenen 4,55 Metern, Lisa Ryzih (LABC Ludwigshafen) belegte mit 4,45 Metern den geteilten sechsten Rang.

Die deutschen Frauen bleiben bei Olympia ohne Medaille im Stabhochsprung. Hinter Suhr (4,75), deren bislang größter Erfolg Silber bei Olympia 2008 in Peking gewesen war, sprang die Kubanerin Yarisley Silva überraschend (4,75) auf den zweiten Platz. Suhr gewann bei gleicher Höhe aufgrund der geringeren Anzahl an Fehlversuchen. Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa (4,70) musste sich nach einem wenig überzeugenden Wettkampf mit Bronze zufrieden geben.

Yelena Isinbayeva nimmt’s gelassen

Als erste Leichtathletin hätte Yelena Isinbayeva den goldenen Hattrick bei Olympia perfekt machen können. Doch wie für die Deutschen verlief der Abend auch für die Russin alles andere als wunschgemäß. Sie riss 4,75 meter zweimal, ging dann auf 4,80 Meter - verpatzte aber ihren einzigen Versuch über diese Höhe.

Ganz im Gegensatz zu Spiegelburg nahm die Weltrekordlerin die Enttäuschung gelassen hin. Die Russin wirkte den gesamten Wettkampf über unsicher, zuckte danach aber nur kurz mit den Schultern, winkte ins Publikum, lächelte. Die Goldmedaillen aus Athen (Griechenland) und Peking (China) kann ihr ohnehin niemand mehr nehmen. Von ihrem bereits 2009 aufgestellten Weltrekord von 5,06 Meter war sie diesmal weit entfernt.

DLV

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