Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 18.04.2016

Dr. Peter Wastl neuer Präsident am Nordrhein

Dr. Peter Wastl ist neuer Präsident des LV Nordrhein. Der Hochschullehrer aus Neuss löst Franz Josef Probst ab, der nach mehr als 40 Jahren in verschiedenen Verbandsfunktionen nicht mehr kandidierte und am Samstag in seinem Heimatort Kevelaer auf dem LV Verbandstag zum Ehren-Präsidenten ernannt wurde. DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop kritisierte die aktuelle internationale Krise. Gewürdigt wurden die Erfolge von Hammerwurf-Bundestrainer Helge Zöllkau.

Einstimmig wurde Dr. Peter Wastl (Neuss) am Samstag zum Präsidenten des LV Nordrhein gewählt. Nach zehn Jahren als Nordrhein-Vizepräsident rückte der an der Universität Wuppertal tätige Sportwissenschaftler gut vorbereitet auf den Chefsessel, bezeichnet sich selbst aber als typischen Quereinsteiger. "Ich habe direkt beim Verband angefangen, nicht in einem Verein", erklärte der Hochschullehrer.
Ende der 1970er Jahre war Dr. Peter Wastl ein passabler Weitspringer."Meine Bestleistung liegt bei siebeneinhalb Metern", verriet der neue Nordrhein-Präsident, der in Hessen aufwuchs, aber schon seit 35 Jahren im Rheinland lebt. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten im Rahmen der Lehrer-, Bachelor- und Masterausbildung gehören die Trainings- und Bewegungslehre, die Methodik und Didaktik insbesondere der Leichtathletik und des Skisports.

Franz Josef Probst nun Ehrenpräsident

Franz Josef Probst, der nach 22 Jahren als Präsident und mehr als 40 Jahren in verschiedenen Funktionen nicht wieder kandidierte, wurde zum Ehrenpräsidenten des LV Nordrhein ernannt. „In der Person von Franz Josef Probst versammelt sich eine unbegrenzte Fülle an Wissen und Erfahrung", sagte DLV-Ehrenpräsident Theo Rous. Große Sprüche seien indes nicht sein Ding, so der Laudator.
Feinfühlig und politisch klug habe er seine Ämter mit unglaublicher Präsenz wahrgenommen. DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop bedankte sich dafür, dass Franz Josef Probst ihn "viele Jahre als Ratgeber begleitet" habe. Der LV Nordrhein sei ein Eckpfeiler im DLV. Der Mehrkampf in Ratingen, das Domspringen in Aachen sowie die Marathons in Düsseldorf und Köln seien Veranstaltungen mit Strahlkraft.

Dr. Clemens Prokop: "Mauscheleien nicht akzeptabel"

Nachdenklich machte das Grundsatzreferat des DLV-Präsidenten. Enthüllungen, "die nahezu täglich auf uns niederprasseln", seien Zeichen dafür, dass "die Ideale des Sports mit Füßen getreten werden." Der moderne Hochleistungssport sei krank geworden, der internationale Spitzensport befinde sich in einer Glaubwürdigkeitskrise, so Clemens Prokop.
Die IAAF müsse ihre wirtschaftlichen Aktivitäten offenlegen, Mauscheleien seien nicht akzeptabel. Wenn die WADA mit der Dopingbekämpfung überfordert sei, müsse die IAAF selbst aktiv werden. Der DLV fordere ein konsequentes Vorgehen gegen Länder ohne konsequente Dopingkontrollen. Zudem verlange man auf europäischer Ebene ein Gesetz gegen Wettbewerbsmanipulation.

Berni-Becks-Wanderpreis an Helge Zöllkau

Hammerwurf-Bundestrainer Helge Zöllkau (TSV Bayer 04 Leverkusen) wurde mit dem alle drei Jahre vergebenen Berni-Becks-Wanderpreis ausgezeichnet. Es gelte seine langjährige erfolgreiche Trainertätigkeit mit drei Weltmeister-Titeln, zwei Olympiasiegen und insgesamt 15 internationalen Medaillen seiner Schützlinge zu würdigen, erklärte Nordrhein-Geschäftsführer Hans-Joachim Scheer. Der Berni-Becks-Wanderpreis wurde zum Gedenken an den 1996 verstorbenen Funktionär und Trainer Berni Becks aus Rhede geschaffen.

Zum 31. Dezember 2016 wird der LV Nordrhein aus dem westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband austreten. Zurzeit sei kein schlankes und effizientes Arbeiten in einem für die Leichtathletik gewünschten Maß gewährleistet, formulierten die Antragssteller. Weiter verfolgt werden sollen indes Pläne, mittelfristig mit den westfälischen Leichtathleten zu fusionieren.
Zum 1. Januar 2018 wird der bislang in 14 Kreisverbände eingeteilte LV Nordrhein in nur noch vier Regionen unterteilt. Damit sollen Entscheidungsstrukturen gestrafft und Teilnehmerfelder bei Meisterschaften auf regionaler Ebene angehoben werden.

Text: Harald Koken

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