Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 15.04.2016

Real-Trick: Wie groß darf ein Spielfeld sein?

Regeln und Service

Ein Grundsatz bei der Spielfeldgröße: Die Seitenlinie muss immer länger sein als die Torauslinie. (Foto: WFLV/Archiv)

Real Madrid verbreiterte vor dem Champions-League-Rückspiel gegen den VfL Wolfsburg kurzerhand das Spielfeld im Santiago Bernabéu. Mehr Raum für die Stars wie CR7. Der Plan ging auf, die Königlichen zogen durch das 3:0 ins Halbfinale ein.

Doch wie groß darf ein Spielfeld überhaupt sein? Das DFB-Serviveportal FUSSBALL.DE klärt auf und kennt eine kuriose Ausnahme aus dem Amateurfußball.

"Sie scheinen tatsächlich alles zu probieren. Wenn es so ist, zeigt es, dass der Respekt vor uns wirklich groß ist", sagte Dieter Hecking vor der Partie im Interview mit Sky . Der Trainer des VfL Wolfsburg wurde vor dem Champions-League-Rückspiel in Madrid mit dem Kniff der Königlichen konfrontiert.

Um ihren Stars wie Cristiano Ronaldo oder Gareth Bale mehr Platz zu verschaffen, vergrößerte der spanische Rekordmeister vor dem Duell gegen die Wölfe die Spielfeldbreite um wenige Meter.

Der Plan ging auf, Real siegte nach drei Toren von CR7 mit 3:0 und zog ins Halbfinale ein. Doch war der ungewöhnliche Trick überhaupt erlaubt?

Ein Blick in die offiziellen FIFA-Regeln zeigt: Der Kniff war völlig legal. In internationalen Spielen muss die Torlinie, also die Spielfeldbreite, mindestens 64 Meter lang sein, 75 Meter beträgt die Maximalbreite. Da das Santiago Bernabéu für gewöhnlich eine Standardbreite von 68 bis 70 Metern aufweist - wie die meisten Stadien auf der Welt - war die Verbreiterung um wenige Meter erlaubt.

Die Spielfeldlänge darf bei internationalen Partien zwischen 100 und 110 Meter betragen. In Deutschland sind hingegen größere Abweichungen von der Standardgröße (105 x 68 Meter) gestattet. Während die Seitenlinie mindestens 90 Meter und höchstens 120 Meter lang sein darf, gilt für die Spielfeldbreite: mindestens 45 Meter, maximal 90 Meter. Wichtig: Die Seitenlinien müssen länger sein als die Torlinien.

Platz zu klein: Sprengung!

Soviel zu den offiziellen Regeln. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und im deutschen Amateurfußball machte der SV Nußbach mit einer kuriosen Ausnahme auf sich aufmerksam. Nur 35 Meter breit und 90 Meter lang war der Platz an der Alten Straße im badischen Nußbach. Direkt neben dem Sportplatz tat sich eine zehn Meter hohe Felswand auf, die eine Vergrößerung des Spielfelds verhinderte.

Verhinderte? Denkste! Der Kreisligaklub fuhr die großen Geschütze auf und sprengte die Felswand am Spielfeldrand. Zwölf Meter Gestein mussten weichen, am Ende durfte sich der SV Nußbach über die Einhaltung der Mindestmaße freuen: 90 x 45 Meter. Die Sondergenehmigung, die dem Verein vorher das Spielen auf dem skurrilen Feld erlaubte, ist seitdem nicht mehr nötig.

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