Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 18.05.2017

"Abschiedsspiel" gegen Schalke: Trainer Daniel Farke verlässt den BVB

Notizen aus der Regionalliga West

Die U23 von Borussia Dortmund muss sich einen neuen Trainer suchen. Daniel Farke wird seinen Vertrag nicht verlängern. Joshua Holtby verlässt den SV Rödinghausen, die SG Wattenscheid 09 träumt vom DFB-Pokal. FUSSBALL.DE hat die Notizen aus der Regionalliga West zusammengestellt.

Regionalliga West 16/17: Torshow vom 33. Spieltag.

Abschied gegen Schalke: Trainer Daniel Farke wird die U23 der Borussia Dortmund nach rund eineinhalb Jahren verlassen. In der zurückliegenden Saison hatte der 40-Jährige die damals abstiegsbedrohte U23 des BVB zum Klassenverbleib geführt. In dieser Spielzeit steht eine Partie vor dem Saisonende Rang zwei hinter dem bereits feststehenden Meister FC Viktoria Köln zu Buche. Wohin es Farke, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert, ziehen wird, ist noch offen. Im Laufe dieser Saison war Farke, der 2014 die Ausbildung zum Fußballlehrer als Drittbester seines Jahrgangs abgeschlossen hatte, schon mehrfach mit Profivereinen in Verbindung gebracht worden. Sein „Abschiedsspiel“ bestreitet die Dortmunder U23 am Samstag (ab 14 Uhr) ausgerechnet im Revierderby bei der abstiegsbedrohten zweiten Mannschaft des „Erzrivalen“ FC Schalke 04. Gespielt wird in der Herner Mondpalast-Arena.

Sieben Abgänge in Rödinghausen: Der SV Rödinghausen trennt sich nach Kapitän Marcel Leeneman (wechselt zum Ligakonkurrenten SC Wiedenbrück) von sechs weiteren Spielern. Auch Rechtsverteidiger Lennart Madroch, Mittelfeldspieler Joshua Holtby (Bruder von Nationalspieler Lewis Holtby/Hamburger SV), Offensivakteur Edgar Bernhardt und Stürmer Abu Bakarr Kargbo werden den Verein verlassen. Außerdem sind Außenstürmer Kevin Kruschke und Defensivakteur Finn-Tarik Bode künftig nicht mehr für den SVR am Ball.

Asamoah kündigt Analyse an: Für den Fall des Abstiegs in die Oberliga Westfalen lässt Ex-Nationalspieler und U23-Manager Gerald Asamoah die Zukunft der zweiten Mannschaft offen. „Ein Abstieg bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir das Team abmelden“, so Asamoah: „Langfristig wäre eine U23 in der Oberliga nicht sinnvoll. Aber es gibt natürlich auch einen Weg raus aus dieser Liga.“ Das könnte heißen: Zumindest einen Anlauf auf den Wiederaufstieg in die 4. Liga würde der Klub eventuell in Kauf nehmen. Die Kassierer in der Oberliga Westfalen würden sich freuen. Bevor die künftige Ligazugehörigkeit aber nicht endgültig geklärt ist, bleibt die Frage offen. Asamoah weiter: „Wir befinden uns jetzt mitten in der Analyse, beschäftigen uns mit verschiedenen Faktoren. Wir nehmen uns ausreichend Zeit, um in Ruhe eine vernünftige Entscheidung zu treffen.“ Vor dem letzten Spieltag in der Regionalliga West belegen die „Königsblauen“ einen sicheren Abstiegsplatz. Rang 15, der unter Umständen zur Rettung reichen könnte, ist aber noch in Reichweite.

Drei Neue für Verl: Der SC Verl hat sich zur kommenden Saison die Dienste von Jan Klauke gesichert. Der 22-jährige Verteidiger ist aktuell noch für den abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten Rot Weiss Ahlen am Ball. Ausgebildet wurde Klauke unter anderem in den Nachwuchsbereichen des FC Schalke 04 und von Rot Weiss Essen. In der laufenden Saison kam er 21-mal für Ahlen zum Einsatz. Als weitere Zugänge stehen Linksverteidiger Benjamin Kolodzig (26/bisher SV Lippstadt) und Mittelfeldspieler Alexander Gockel (21/Rot-Weiß Mastholte) fest. Die Verträge von Angreifer Gianluca Marzullo und Torhüter Robin Brüseke wurden um ein Jahr verlängert. Torwarttrainer Milenko Gilic verlässt Verl dagegen zum Saisonende. Der 45-jährige Kroate wechselt in den Trainerstab des Drittligisten SC Preußen Münster. Gilic ist seit 2011 in Verl beschäftigt.

Von Oberhausen nach Wuppertal: Rot-Weiß Oberhausen und Angreifer Raphael Steinmetz gehen zum Saisonende getrennte Wege. Der 22-jährige Stürmer, der seit Juli 2014 für RWO am Ball ist, wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern und wechselt zum Ligakonkurrenten Wuppertaler SV. „Raphael ist und bleibt ein ‚Oberhausener Jung‘. Er ist aber bei uns in dieser Saison nicht über die Rolle des Edel-Jokers hinausgekommen. Raphael möchte eine neue Herausforderung suchen“, sagt Jörn Nowak, Sportlicher Leiter bei RWO. Steinmetz kam in der laufenden Spielzeit zu 28 Einsätzen. Dabei gelangen ihm sechs Tore und zwei Vorlagen.

Nachwuchsspieler rücken auf: Vor der Saisonrekordkulisse von 13.567 Zuschauern tankte Rot-Weiss Essen mit dem 3:2-Derbysieg gegen Rot-Weiß Oberhausen viel Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. „Die Partie war Werbung für den Regionalligafußball und gibt uns ein gutes Gefühl für das Niederrheinpokal-Finale am 25. Mai gegen den MSV Duisburg“, sagte RWE-Trainer Sven Demandt. Dabei können die Rot-Weissen den Pokal-Hattrick perfekt machen. Für den DFB-Pokal ist RWE bereits wegen des Duisburger Zweitliga-Aufstiegs qualifiziert. RWE-Sportdirektor Jürgen Lucas bastelt außerdem gemeinsam mit Demandt weiter am Kader für die neue Saison. Fünf Neue sind geplant. Handlungsbedarf sieht Lucas vor allem im Sturm und auf den Außenbahnen. Die Eigengewächse Ismael Remmo und Boris Tomiak werden aus der U19 in den Kader aufrücken.

Noch ein Spiel bis zum DFB-Pokal: Der Treffer von Matthias Tietz zum 2:2-Endstand in der Nachspielzeit im Endspiel um die „Westfalen-Meisterschaft” beim SV Rödinghausen löste im Lager der SG Wattenscheid 09 Jubelstürme aus. Mittendrin: Trainer Farat Toku, den es nicht in seiner Coaching-Zone hielt. „Ich weiß gar nicht, wer unter und über mir war“, schmunzelt der 37-Jährige. Schließlich steht seit dem Remis vorzeitig fest, dass die Wattenscheider in der Endabrechnung vor Rödinghausen (vier Punkte Rückstand) bleiben werden und damit die beste erste Mannschaft aus Westfalen stellen. Das berechtigt zu einem Entscheidungsspiel um die Qualifikation für den DFB-Pokal gegen den Meister der Oberliga Westfalen. Dort fällt die Entscheidung an den verbleibenden Spieltagen zwischen dem TuS Erndtebrück und Westfalia Rhynern. Auf diesem Wege hatte sich vor einem Jahr übrigens auch schon der Drittliganeuling Sportfreunde Lotte für den DFB-Pokal qualifiziert und dort dann in dieser Saison das Viertelfinale erreicht. „Wir spielen erneut eine grandiose Saison, in der wir mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen hatten. Das Spiel in Rödinghausen steht dabei fast schon sinnbildlich für die Moral und den Charakter der Mannschaft. Jetzt wollen wir der Saison mit der DFB-Pokal-Qualifikation auch noch die Kirsche aufsetzen“, so Toku.

Saisonfinale ohne Simakala: Die U23 von Borussia Mönchengladbach muss im abschließenden Saisonspiel gegen Liganeuling Wuppertaler SV am Samstag (ab 14 Uhr) auf die Dienste von Ba-Muaka Simakala verzichten. Der 20-jährige Angreifer und ehemalige Juniorennationalspieler, der eigentlich zum Profikader gehört und bisher einmal für die Profis zum Einsatz kam, handelte sich in der jüngsten Partie bei der U23 von Borussia Dortmund (1:2) seine fünfte Gelbe Karte ein. Für Simakala stehen in dieser Saison 19 Einsätze in der Regionalliga zu Buche (vier Tore, drei Vorlagen). Sein Erstligadebüt gab er in der Begegnung beim SV Darmstadt 98 am 17. Spieltag. Beim 0:0 kam Simakala zu einem zehnminütigen Kurzeinsatz.

Rückkehr in die Heimat: Timo Staffeldt vom Ex-Bundesligisten Alemannia Aachen beendet seine Karriere. Der 33-jährige Kapitän und ehemalige Erstligaprofi, der in seiner Laufbahn 24-mal im Oberhaus am Ball war und 128 Zweitligapartien bestritt (alle für den Karlsruher SC), hört nach zwei Jahren bei der Alemannia auf. „Das war keine einfache Entscheidung“, sagt Staffeldt, der vor kurzem mit seiner Familie nach Mannheim gezogen ist. „Unser Lebensmittelpunkt hat sich wieder in die Heimat verschoben. Es gab zu viele Argumente, die gegen eine Verlängerung gesprochen haben.“ Weitere Stationen in seiner Karriere waren der VfL Osnabrück und der FC Viktoria Köln. Alemannia-Trainer Fuat Kilic betont, wie schwer der Verlust von Staffeldt wiegt: „Timo spielt eine überragende Saison. Er bringt sich in jeder Trainingseinheit und jedem Spiel zu 100 Prozent ein und ist auf und neben dem Platz ein absolutes Vorbild für die jüngeren Spieler im Team. Dass er und weitere wichtige Stützen, wie die Verteidiger Dominik Ernst und Jannik Löhden, uns verlassen, trifft uns hart.“

Ein letztes Mal im RWO-Dress: Rot-Weiß Oberhausen kann beim Saisonfinale gegen den SV Rödinghausen am Samstag (ab 14 Uhr) wieder auf Oliver Steurer zurückgreifen. Der 22-jährige Innenverteidiger hat seine Gelbsperre in der Partie bei Rot-Weiss Essen (2:3) abgesessen. Für Steurer wird es das letzte Spiel im RWO-Trikot sein. Der Defensivspezialist wechselt zur nächsten Saison zum Ligakonkurrenten Borussia Dortmund U23.

Wiedenbrück bindet Batarilo: Mittelfeldspieler Stipe Batarilo hat seinen Vertrag beim SC Wiedenbrück um ein Jahr bis zum 30. Juni 2018 verlängert. Der 23-jährige Kroate war 2015 vom aktuellen Drittligisten Sportfreunde Lotte zum SCW gewechselt. In dieser Saison kam er in 32 Partien zum Einsatz.

FUSSBALL.DE/mspw

 

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