Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 06.12.2017

Alemannia Aachen wird 117 - Wiesinger warnt vor RWE - Überraschungsteam Wiedenbrück ohne Torjäger

Notizen aus der Regionalliga West

Im Rahmen seines 117-jährigen Bestehens gewährt der ehemalige Bundesligist Alemannia Aachen aus der Regionalliga West beim Topspiel gegen Meister FC Viktoria Köln am 16. Dezember allen Geburtstagskindern freien Eintritt. Im Duell zweier Ex-Bundesligisten zwischen Rot-Weiss Essen und dem KFC Uerdingen erwartet KFC-Trainer Michael Wiesinger eine „hitzige Atmosphäre“, Rot-Weiß Oberhausen testet gegen Erstligist Bayer 04 Leverkusen und das Überraschungsteam SC Wiedenbrück ist „noch nicht satt“. FUSSBALL.DE hat die wichtigsten Notizen aus der West-Staffel zusammengestellt.

Regionalliga West 17/18: Torshow vom 19. Spieltag.

Freikarten zum Geburtstag: Für das Heimspiel gegen Meister und Spitzenreiter FC Viktoria Köln am Samstag, 16. Dezember, (ab 14 Uhr) gewährt Alemannia Aachen allen Fans, die an diesem Tag Geburtstag haben, sowie noch einer Begleitperson freien Eintritt. Gegen Vorlage des Ausweises gibt es im Fanshop zwei Freikarten für das Topspiel. Das Angebot gilt allerdings ausschließlich im Vorverkauf, nicht an den Tageskassen. Grund für die Aktion ist der 117. Geburtstag der Alemannia. Der Ex-Bundesligist wurde im Jahr 1900 gegründet. Weil das genaue Datum der Gründungsversammlung nicht überliefert ist, wird als Gründungsdatum der Tag des ersten Spiels benutzt, das am 16. Dezember 1900 auf dem Hof der Marienthaler Kaserne ausgetragen wurde. Die Alemannia gewann damals gegen den belgischen Klub F.C. Dolhain 6:0.

Wiedersehen für Giannikis: Im Duell zwischen Rot-Weiss Essen und Aufsteiger KFC Uerdingen 05 stehen sich am Samstag (ab 14 Uhr) zwei ehemalige Bundesligisten gegenüber. Während die Gäste punktgleich mit Spitzenreiter Viktoria Köln sind und um den Titel mitspielen, rangiert Essen auf Platz 13 und hat sechs Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge. Dennoch warnt KFC-Trainer und Ex-Bundesligaprofi Michael Wiesinger: „Nach dem Trainerwechsel spielt RWE stabiler, tritt in der Defensive wesentlich organisierter auf. Bei der hitzigen Atmosphäre an der Hafenstraße erwarte ich ein heiß umkämpftes Derby. RWE wird uns nicht so viele Chancen ermöglichen. Deshalb müssen wir hochkonzentriert an die Aufgabe herangehen.“ Unter dem neuen Trainer Argirios Giannikis holte Essen aus fünf Spielen zehn von 15 möglichen Punkten. Und der 37-jährige Grieche will mit seinem Team am Samstag die nächsten Zähler ergattern: „Unser Ziel ist ganz klar, unser letztes Heimspiel in diesem Jahr zu gewinnen.“ Für Giannikis kommt es gegen Uerdingen zum Wiedersehen mit Torwart René Vollath und Mittelfeldspieler Kai Schwertfeger. Die beiden KFC-Akteure waren früher für den Karlsruher SC am Ball, als Giannikis dort als Co-Trainer von Markus Kauczinski gearbeitet hatte.

Anstoß schon um 11 Uhr: Im Rahmen der Wintervorbereitung absolviert der Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen am Dienstag, 23. Januar, ein Testspiel beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Gespielt wird im Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadion, unmittelbar neben der großen BayArena gelegen. Anstoß ist bereits um 11 Uhr.

Spitzenspiel ohne Top-Torjäger: Der SC Wiedenbrück ist weiterhin die große Überraschung in der West-Staffel. Die Mannschaft von SCW-Trainer Björn Mehnert ist erster Verfolger des Spitzenduos mit Viktoria Köln und dem KFC Uerdingen, rangiert mit acht Zählern Rückstand auf Platz drei. Vor den beiden verbleibenden Spielen in diesem Jahr bei Viktoria Köln am Samstag (ab 14 Uhr) und gegen den Bonner SC (16. Dezember) hält Mehnert die Spannung hoch und hat ein klares Ziel vor Augen: „Wir sind zufrieden, aber noch nicht satt. Es gilt, die bisherigen Leistungen mindestens zu bestätigen. Gegen die Viktoria und Bonn konnten wir in den Hinspielen nicht punkten. Das wollen wir diesmal besser machen“, so Mehnert. Gegen Spitzenreiter Köln gab es in der Hinserie ein 1:3. Damit es diesmal zu einem Punktgewinn reicht, fordert Ex-Bundesligaprofi Mehnert: „Die Viktoria verfügt über herausragende Einzelspieler. Daher müssen wir defensiv sehr kompakt stehen und die spielerischen Qualitäten eindämmen. Dabei dürfen wir aber nicht auf ein 0:0 spielen. Das würde nur nach hinten losgehen.“ Sowohl Wiedenbrück als auch Viktoria Köln müssen am Samstag jeweils auf ihren Top-Torjäger verzichten. SCW-Stürmer Viktor Maier (sieben Saisontreffer) und Viktoria-Angreifer Timm Golley (elf Tore) sind gelbgesperrt.

Zurück auf die Insel: Innenverteidiger Kris Thackray gehört nicht mehr zum Kader des ambitionierten Aufsteigers KFC Uerdingen 05. Der Vertrag mit dem 29-jährigen Engländer wurde auf Wunsch des Abwehrspielers mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Grund seien private Gründe. Thackray war seit 2015 für den KFC am Ball und stieg mit Uerdingen in der letzten Saison in die Regionalliga auf. In dieser Spielzeit kam der frühere Nachwuchsakteur von Newcastle United (England) unter Trainer Michael Wiesinger zu keinem Einsatz. Er kehrt voraussichtlich in seine Heimat zurück.

Noch eine Rechnung offen: Es läuft gut bei der SG Wattenscheid 09. Zum ersten Mal seit dem 1. Spieltag ist die Mannschaft von SGW-Trainer Farat Toku wieder in der oberen Tabellenhälfte der Regionalliga West zu finden. Das 1:0 bei der U23 von Fortuna Düsseldorf war das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage. In diesem Zeitraum holte die SGW zehn von zwölf möglichen Punkten und schob sich auf Rang neun vor. Außerdem steht hinten seit 344 Minuten hinten die Null. Rundum zufrieden war Toku mit dem Auftritt in Düsseldorf aber nicht. „Wir hätten uns einiges an Zittern ersparen können, hätten wir nur ein paar unserer zahlreichen Chancen in der zweiten Halbzeit besser genutzt“, meint der 37-Jährige. „Mit diesem Problem haben wir aber schon fast die gesamte Saison zu kämpfen.“ Ihre Serie wollen die Wattenscheider nun am Samstag (ab 14 Uhr) im Spiel gegen die U 23 von Borussia Dortmund fortsetzen. Toku: „Beim 1:2 im Hinspiel waren wir die bessere Mannschaft. Wir haben also durchaus eine Rechnung offen.“

In der Loge die Daumen gedrückt: Fuat Kilic, Cheftrainer von Alemannia Aachen, hat in der Partie gegen den SC Verl (2:0) das erste Spiel seiner Sperre abgesessen. Das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) hatte ihn wegen „unsportlichen Verhaltens“ mit einem Innenraumverbot für vier Pflichtspiele belegt. Zwei dieser vier Pflichtspiele sind allerdings zur Bewährung ausgesetzt. Kilic schaute sich das Spiel gegen Verl von der Loge aus an. „Es war brutal schwer, nicht an der Seitenlinie stehen zu dürfen. Ich kannte so etwas vorher nicht - weder als Co- noch als Cheftrainer. Und ich werde auch alles dafür tun, dass es eine einmalige Geschichte bleibt“, betont Kilic. In der anstehenden Begegnung beim SV Rödinghausen am Samstag (ab 14 Uhr) muss Kilic erneut aussetzen.

RWE erfüllt „Herzenswünsche“: Ab sofort können Teilnehmer der Aktion „Herzenswünsche“ von Rot-Weiss Essen und seiner Sozialinitiative „Essener Chancen“ wieder 500 Kinderträume mit Weihnachtsgeschenken wahrmachen. Im gesamten Stadtgebiet befinden sich nun Bäume mit rot-weissen Wunschkugeln, darunter auch die der 35 Kinder aus der AWO-Kita Grillostraße. Doch nicht nur die Kinder fieberten dem traditionellen Auftaktbesuch entgegen. RWE-Jahrhundertspieler Dirk „Putsche“ Helmig, der aktuell im Nachwuchsbereich für die Rot-Weissen arbeitet, war bereits in den vergangenen beiden Jahren zu Gast in der Grillostraße und fragte schon vor Wochen, wann denn endlich die Visite im Nordviertel anstehe. „Ich finde die Aktion Herzenswünsche großartig“, schwärmt die RWE-Legende. „Rot-Weiss Essen hat so viele Fans, die den Kindern gerne helfen und Geschenke besorgen“, so Helmig. Auch der neue Trainer Argirios Giannikis sicherte sich bereits eine Wunschkugel und wird damit ein Essener Kind glücklich machen. Kurz vor den Feiertagen findet dann die große „Bescherung“ an der Hafenstraße statt.

FUSSBALL.DE/mspw

 

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