Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 07.02.2018

Vollmerhausen nicht mehr Trainer in Wuppertal - Wiedenbrück verlängert mit Nationalspieler Maier - Rödinghausen setzt auf Nachwuchs

Notizen aus der Regionalliga West

Notizen aus der Regionalliga West.

Der Wuppertaler SV und sein bisheriger Trainer Stefan Vollmerhausen gehen ab sofort getrennte Wege, der SC Wiedenbrück verlängerte den Vertrag mit Nationalspieler Viktor Maier und zum Kader der U23 von Fortuna Düsseldorf gehören nunmehr zwei Zweitligaprofis. FUSSBALL.DE hat die wichtigsten Neuigkeiten von den Klubs aus der Regionalliga West zusammengestellt.

Vollmerhausen nicht mehr WSV-Trainer: Der Wuppertaler SV und sein bisheriger Trainer Stefan Vollmerhausen gehen ab sofort getrennte Wege. Schon beim Ligastart am Samstag (ab 14 Uhr) gegen die SG Wattenscheid 09 wird der 45-Jährige nicht mehr auf der Bank sitzen. Bereits seit 2012 war Vollmerhausen für den WSV tätig, zunächst mit großem Erfolg bei der U19, dann auch als Cheftrainer (unter anderem Regionalliga-Aufstieg 2016). Aktuell belegen die Bergischen den sechsten Tabellenplatz in der West-Staffel, sind lediglich drei Zähler von Rang drei entfernt. Zu den genauen Gründen für die plötzliche Trennung will sich der Verein zumindest vorerst nicht äußern, lässt in seiner Erklärung aber durchblicken, dass Vollmerhausens im Dezember gescheiterter Wechsel zum Ligakonkurrenten FC Viktoria Köln - dort sollte er Nachfolger von Marco Antwerpen (jetzt SC Preußen Münster) werden - bei der Entwicklung eine wesentliche Rolle gespielt haben dürfte. „Die Wochen nach dem geplatzten Wechsel von Stefan Vollmerhausen zu Viktoria Köln waren sehr turbulent und haben im Ergebnis zu dieser bedauerlichen Entscheidung geführt“, schreibt der WSV. Vollmerhausen hatte mit dem Team seit Anfang Januar die komplette Wintervorbereitung absolviert, inklusive des Trainingslagers im spanischen Oliva Nova. Wenige Tage nach der Rückkehr in die Heimat folgte nun die zu diesem Zeitpunkt überraschende Trennuing. Wer seine Nachfolge antreten und die Mannschaft am Samstag gegen Wattenscheid 09 betreuen wird, ist noch unklar.

Fast Fußballer des Jahres: Angreifer Viktor Maier (27) hat seinen Vertrag beim SC Wiedenbrück vorzeitig um drei Jahre (bis zum 30. Juni 2021) verlängert. Der 1,84 Meter große Rechtaußen kam vor Saisonbeginn vom niederländischen Zweitligisten FC Emmen zu den Ostwestfalen und erkämpfte sich sofort einen Stammplatz. In der laufenden Saison bestritt Viktor Maier bislang 18 Spiele und erzielte sieben Tore für den Überraschungs-Tabellendritten. Maier gehört auch zum Kader der Nationalmannschaft von Kirgisistan, bestritt bereits elf Länderspiele. Bei der Wahl zum „Fußballer des Jahres 2017“ in seinem Heimatland belegte er den zweiten Platz. Den Start des SC Wiedenbrück ins neue Fußballjahr 2018 am Sonntag (ab 15 Uhr) gegen den Bonner SC wird Viktor Maier allerdings verpassen. Er muss eine Gelbsperre absitzen. Dagegen könnten die beiden Winterzugänge Maximilian Müller und Tammo Harder erstmals in einem Pflichtspiel für Wiedenbrück zum Einsatz kommen. Der 19-jährige Müller kam von Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach U 23. Der ehemalige deutsche Juniorennationalspieler Harder (24) war zuletzt seit Sommer 2017 vereinslos. Davor hatte er der bei Borussia Dortmund und Schalke 04 ausgebildete Stürmer für Holstein Kiel gekickt.

Funkel schickt Kiesewetter und Majic zur U23: Unverhoffte Verstärkung erhält die U23 von Fortuna Düsseldorf. Ab sofort nehmen die beiden Profistürmer Jerome Kiesewetter (24) und Karlo Majic (19) fest am Trainingsbetrieb der U 23 von Trainer Taskin Aksoy teil. Das entschied Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel, um beim Lizenzkader ab sofort „mit einer optimalen Kadergröße trainieren zu können“. Hintergrund: Während der Winterpause hatte der Zweitligatabellenführer mit dem Japaner Genki Haraguchi (26/von Hertha BSC ausgeliehen) und dem Senegalesen Jean Ndecky (21/Casa Sports) zwar zwei Zugänge verpflichtet, aber keinen Abgang zu verzeichnen. Der kroatische U 19-Nationalspieler Karlo Majic kam schon während der Hinserie ausschließlich für die zweite Mannschaft der Düsseldorfer in der Regionalliga West zum Einsatz (17 Spiele, zwei Tore). Jerome Kiesewetter, der sogar schon zwei A-Länderspiele für die USA bestritten hat, verzeichnete dagegen jeweils drei Partien für die Profis und die U23.

Marcel Lenz Essens Pokal-Held: Nur hauchdünn schrammte Rot-Weiss Essen an einer Blamage vorbei. Dass der Traditionsverein nach dem hauchdünnen 4:3 im Elfmeterschießen (1:1) beim Oberligisten TuRU Düsseldorf zum fünften Mal hintereinander im Halbfinale um den Niederrheinpokal steht und weiterhin von der vierten DFB-Pokal-Teilnahme in Folge träumen darf, lag vor allem an Torhüter Marcel Lenz. Der 26-Jährige, der vor Saisonbeginn vom Zweitligisten MSV Duisburg an die Hafenstraße gewechselt und erst nach der Verletzung von Robin Heller (Schulter-OP) kurz vor der Winterpause erstmals in der Liga zum Zug gekommen war, wehrte gleich drei Elfmeter ab - und rettete damit den Sieg. „Es war kein gutes Spiel von uns. Umso größer ist die Erleichterung. Wir müssen uns für das Weiterkommen in erster Linie bei Marcel bedanken“, brachte es Sportdirektor Jürgen Lucas im Gespräch mit FUSSBALL.DE auf den Punkt. Schließlich hatte Lenz schon kurz vor dem Ende der Verlängerung seine Mannschaft mit einer Glanzparade vor der drohenden Niederlage bewahrt. Beim Schlussmann bedanken musste sich vor allem Kapitän Benjamin Baier. Der Mittelfeldspieler wäre um ein Haar zum tragischen Helden geworden. Denn gleich zweimal - sowohl während der regulären Spielzeit als auch im Elfmeterschießen - zeigte der 29-jährige Mittelfeldspieler Nerven und scheiterte vom Punkt.

Zwei Siege gegen Profiteams: Neun Tage lang bereitete sich die SG Wattenscheid 09 in Belek unter türkischer Sonne auf den Start in die zweite Saisonhälfte am Samstag (ab 14 Uhr) beim Wuppertaler SV vor. „Es war ein sehr gutes Trainingslager, in dem ich viele gute Erkenntnisse gewonnen habe. Die Spieler sind nach den intensiven Tagen müde, aber sehr gut gewappnet. Aus Wuppertal wollen wir gleich etwas Zählbares mitnehmen“, verbreitete SGW-Trainer Farat Toku nach der Rückkehr im Gespräch mit FUSSBALL.DE Zuversicht. Rund 40 Kilometer östlich von Antalya an der Mittelmeerküste erreichten die Lohrheide-Kicker beachtliche Testspielergebnisse. Gegen den bosnischen Erstligisten NK Celik Zenica (3:0) und den russischen Zweitligisten FK Dynamo St. Petersburg (2:1) sprangen jeweils Siege heraus. Vom Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach trennte sich der ehemalige Bundesligist 1:1. „Ergebnisse in Testspielen waren und sind für mich zweitrangig. Für uns war es wichtig, die taktischen Abläufe, die wir im Training einstudieren, im Spiel umzusetzen. Im Vergleich zur Hinserie wollen wir uns vor allem mehr Torchancen erarbeiten“, so Toku. Davon soll auch Angreifer Joseph Boyamba profitieren. Der 21-Jährige präsentiert sich bereits in starker Form, glänzte gegen Steinbach und St. Petersburg als Tiorschütze.

Neuausrichtung des Nachwuchsbereichs: Der Jugendbereich des SV Rödinghausen wird neu ausgerichtet und künftig in drei Stufen unterteilt. Die Mannschaften von der U 11 bis zur U 15 bilden den „Grundlagenbereich“, die Teams von der U 15 bis zur U 17 den „Aufbaubereich“ und die Mannschaften ab der U 17 bis zur U 23 den „Leistungsbereich“. Jeder der Bereiche bekommt einen eigenen Koordinator, der sowohl für die Mannschaften als auch für die Trainer Ansprechpartner ist. Die Verantwortung für den Leistungsbereich wird Daniel Lichtsinn übernehmen, die Koordination des Aufbaubereichs Christian Wenzel und die des Grundlagenbereichs Florian Langer. Die Geschäftsstelle des Vereins übernimmt den administrativen Part und wird den Trainern die Arbeit in der Organisation und im Passwesen abnehmen. Als weitere Neuerung wird Vorstandsmitglied Ulrich Haseldiek in die Jugendarbeit einsteigen, um den Trainern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Wir wollen unseren Trainern mehr Eigenverantwortung übertragen, da wir davon überzeugt sind, dass wir sehr gute Trainer in unseren Reihen haben. Selbstverständlich werden wir sie weiterhin mit aller Kraft in ihrer Arbeit unterstützen“, so SVR-Vorstandsmitglied Gerhard Schiermeier. In Zukunft soll auch ein verstärktes Augenmerk auf die Weiterbildung der Trainer gelegt werden. Die Weiterbildungsangebote sollen mindestens zweimal jährlich umgesetzt werden.

Zwei Zugänge treffen: Aufsteiger TuS Erndtebrück geht mit Selbstvertrauen in das erste Pflichtspiel des Jahres am Samstag (ab 14 Uhr) bei der U23 von Borussia Mönchengladbach. Bei der Generalprobe gegen den Westfalen-Oberligisten FC Brünninghausen gewann der TuS 4:0. Zwei der vier Tore gegen den Dortmunder Vorort-Klub gingen auf das Konto von Zugängen. Mittelfeldspieler Armand Kabashi (zuvor Eintracht Braunschweig II) und Stürmer Lukas Rösch (kam vom SC Brühl) trafen für Erndtebrück. Für die weiteren Treffer sorgten Mehdi Reichert und Yuki Nishiya.

FUSSBALL.DE/mspw

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