Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 13.02.2015

Regionalliga West: Fernduell der Spitzenteams

Gerangel an der Tabellenspitze: Aachen muss nach Düsseldorf, RWE empfängt Bochum

Eine Woche nach dem direkten Aufeinandertreffen vor mehr als 30.000 Zuschauern im Tivoli-Stadion liefern sich die beiden Titelaspiranten Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen am 21. Spieltag in der Regionalliga West ein Fernduell. Die Aachener, die durch ihren 1:0-Triumph gegen RWE die Tabellenführung übernommen hatten, müssen am Freitag ab 18.30 Uhr bei der U 23 von Fortuna Düsseldorf antreten, der Verfolger aus Essen empfängt ab 19 Uhr die Reserve des VfL Bochum an der Hafenstraße.

Trotz der Euphorie nach dem Sturm an die Spitze und insgesamt 13 Partien ohne Niederlage dämpft Alemannia-Trainer Peter Schubert die Erwartungen. "Wir haben eine gute Entwicklung genommen und wollen diesen Weg kontinuierlich weitergehen. Wir sind aber gut beraten, uns nicht schon mit dem Saisonende, sondern nur mit dem nächsten Spiel in Düsseldorf zu beschäftigen. Das wird schon schwer genug", sagt Schubert.

Für die Düsseldorfer ist es nach der Absage der geplanten Auftaktpartie beim SC Wiedenbrück das erste Punktspiel im neuen Jahr. "Wir treffen auf einen Gegner mit hoher Qualität, der sich seit unserem 3:0 im Hinspiel deutlich verbessert hat. Es wird für uns ein ganz schwieriges Spiel", warnt Peter Schubert.

Aachens direkter Konkurrent Rot-Weiss Essen will mit einem Heimsieg im Derby gegen die Bochumer Reserve gleich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren und damit die Meisterschaftsambitionen unterstreichen. Im Hinspiel taten sich die Essener trotz früher Überzahl (Rote Karte für Bochums Selim Gündüz) lange Zeit schwer und setzten sich erst in der Schlussphase nach einem zwischenzeitlichen Rückstand noch 3:2 durch.

"Wir wollen unser Ding durchziehen, alle sind hochmotiviert", betont RWE-Trainer Marc Fascher und kündigt "zwei oder drei personelle Veränderungen" in seiner Startformation an. Auf jeden Fall verzichten muss Fascher auf Abwehrspieler Richard Weber, der in Aachen die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Bei den abstiegsbedrohten Bochumern gibt der neue Trainer Dimitrios Grammozis ausgerechnet an einer früheren Wirkungsstätte seinen Einstand. Der 36-Jährige war in der Zweitliga-Saison 2006/2007 für RWE am Ball.

Viktoria-Trainer Kaczmarek gibt Debüt in Rödinghausen

Der FC Viktoria Köln, der um den Anschluss an die Tabellenspitze kämpft, will am Samstag (ab 14 Uhr) mit einem Auswärtssieg beim SV Rödinghausen Boden gutmachen. Der neue Viktoria-Trainer Tomasz Kaczmarek gibt dabei sein Debüt. Die Vorbereitung verlief für Kölner äußerst vielversprechend. Unter anderem standen Siege gegen die beiden Drittligisten Arminia Bielefeld (3:2) und Preußen Münster (3:0) sowie ein 2:1 gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig zu Buche. Bei ihrer Generalprobe setzte sich die Viktoria gegen den Ligakonkurrenten Fortuna Düsseldorf U 23 (3:1) durch.

"Ich hoffe, dass wir das umsetzen können, was wir uns während der Vorbereitung erarbeitet haben. Dazu gehört vor allem, dass wir uns mehr Chancen herausspielen", sagt Kaczmarek. Ersetzen muss er in Rödinghausen Mittelfeldspieler André Dej (Teilriss des hinteren Kreuzbandes im Knie) und Angreifer Jerome Assauer (Schambeinentzündung). Auch Winterzugang Jules Schwadorf (von der SG Wattenscheid 09) ist noch nicht fit. Bei den Gastgebern steht Offensivspieler Stefan Langemann, der erst vor wenigen Wochen von Arminia Bielefeld zum SVR gewechselt war, wegen eines Mittelfußbruchs nicht zur Verfügung. Das Hinspiel gewann die Viktoria 5:0.

Nach dem verpatzten Restrundenstart (0:1 gegen die SG Wattenscheid 09) strebt Rot-Weiß Oberhausen am Samstag (ab 14 Uhr) beim Schlusslicht FC Hennef 05 wieder ein Erfolgserlebnis an, um nicht schon frühzeitig den Kontakt zur Tabellenspitze abreißen zu lassen. "Dort müssen wir ganz anders auftreten und die drei Punkte mitnehmen", fordert RWO-Trainer Andreas Zimmermann.

Neben Abwehrspieler Paul Voß (Ermüdungsbruch im Fuß) steht ihm in Hennef auch Torjäger David Jansen (elf Saisontreffer) nicht zur Verfügung. Der Angreifer hatte sich gegen Wattenscheid seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison eingehandelt. Bei den Hennefern fehlt Andy Habl aus dem gleichen Grund. Die Gastgeber, die das Hinspiel in Oberhausen 0:3 verloren hatten, wollen an ihren Aufwärtstrend vor der Winterpause (fünf Partien ohne Niederlage) anknüpfen und für eine Überraschung sorgen.

Abstiegskampf im Lohrheide: Wattenscheid trifft auf Kray

Um drei wichtige Punkte für den Klassenverbleib geht es am Samstag (ab 14 Uhr) im Wattenscheider Lohrheidestadion, wo die heimische SGW den direkten Konkurrenten FC Kray empfängt. Für die Hausherren soll dem 1:0-Auswärtscoup in Oberhausen, mit dem sie die Abstiegsplätze verlassen hatten, nun gleich der nächste Schritt folgen.

"Nur weil wir RWO besiegt haben, darf man jetzt keine Wunderdinge von uns erwarten", dämpft der neue Wattenscheider Trainer Farat Toku, der seit Anfang des Jahres im Amt ist, vor dem ersten Heimspiel unter seiner Regie ein wenig die Erwartungshaltung. "Fakt ist aber, dass wir einen sehr guten Start hingelegt und damit die Leistungen aus der Vorbereitung bestätigt haben. Das gibt Selbstvertrauen."

Gegen die punktgleichen Essener gibt es eine Art "Klassentreffen". Mit Adrian Schneider, Felix Clever, Benjamin Jacobs, Felix Stahmer, Stefan Grummel und Demir Tumbul stehen gleich sechs ehemalige FCK-Spieler im Wattenscheider Aufgebot. Immerhin drei Spieler mit Wattenscheider Vergangenheit (Torhüter Philipp Kunz, Ömer Akman und Eric Yahkem) sind im Krayer Kader zu finden. Farat Toku kann nicht auf Ridvan Avci (fünfte Gelbe Karte) zurückgreifen. Dafür kehrt Burak Kaplan nach abgelaufener Gelbsperre (bereits zehn Verwarnungen) zurück. Beim FC Kray fehlt der ebenfalls gelbgesperrte Angreifer Philipp Gödde, die Zugänge Benjamin Wingerter und Samuel-Marian Limbasan (beide vom Nachbarn Rot-Weiss Essen) stehen vor ihrem Einstand.

Der KFC Uerdingen 05 hat am Samstag (ab 14 Uhr) Heimrecht gegen die Sportfreunde Lotte. Kurios: Beide Mannschaften haben in diesem Jahr schon ein Ligaspiel gegen die Reserve des 1. FC Köln bestritten.

Die Krefelder trennten sich in einer Nachholpartie von den Geißböcken 0:0 und warten damit schon seit fünf Partien auf einen Sieg und seit 474 Minuten auf ein eigenes Tor. Die Gäste aus dem Tecklenburger Land gewannen ihr reguläres Heimspiel gegen die Kölner in der Nachspielzeit noch 2:1 und richten nach dem erfolgreichen Einstand ihres neuen Trainers Ismail Atalan den Blick in der Tabelle wieder nach oben. In der Hinrunde mussten die Sportfreunde gegen den KFC eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen.

Gladbacher U 23 will Trainer Demandt beschenken

Der Tabellendritte Borussia Mönchengladbach U 23, der gegenüber den weiteren Spitzenmannschaften Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen noch mit zwei Nachholspielen im Rückstand ist, könnte am Samstag (ab 14 Uhr) bei den Sportfreunden Siegen den fünften Dreier in Serie einfahren und damit die Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft weiter verbessern. Es wäre das passende Geschenk für Borussen-Trainer Sven Demandt, der einen Tag zuvor seinen 50. Geburtstag feiert.

Die abstiegsbedrohten Gastgeber, die das Hinspiel 0:1 verloren hatten, können nicht auf Angreifer Zouhair Bouadoud (fünfte Gelbe Karte) zurückgreifen. Ihre jüngsten beiden Heimspiele entschieden die Sportfreunde jeweils für sich. Der Rückstand zum "rettenden Ufer" beträgt aktuell sieben Punkte.

Der SC Verl, der mit nur zwölf Gegentreffern die beste Abwehr der Liga stellt, trifft am Samstag (ab 14 Uhr) vor eigenem Publikum auf die U 23 des FC Schalke 04, die gegen den drohenden Abstieg kämpft. Mit dem österreichischen Torhüter Michael Gspurning (33), Mittelfeldspieler Tanju Öztürk (25) und Angreifer Thomas Rathgeber (29) kann Schalkes Trainer Jürgen Luginger auf drei erfahrene Winterzugänge zurückgreifen. "Die neuen Spieler haben für frischen Wind gesorgt. Von ihnen können sich unsere Talente auch außerhalb des Platzes viel abschauen", sagt Luginger. "Die gesamte Mannschaft soll nach der Winterpause zeigen, dass sie über mehr Potenzial verfügt, als sie bisher zeigen konnte."

Das Hinspiel gegen Verl ging 1:4 verloren. "Die Begegnung war lange Zeit ausgeglichen. Leider war es uns nicht gelungen, einen Konter zum möglichen 2:1 zu nutzen. Verl war cleverer und hat die Möglichkeit eiskalt verwandelt. Das hat den Unterschied gemacht. Im Rückspiel wollen wir die entscheidenden Situationen für uns nutzen", so Luginger, der auf Jan-Steffen Meier (Muskelbündelriss) verzichten muss.

Die Reserve des 1. FC Köln, die als einzige Mannschaft im neuen Jahr bereits zwei Partien absolviert hat (0:0 beim KFC Uerdingen 05 und 1:2 gegen die Sportfreunde Lotte) trifft im ersten Heimspiel nach der Winterpause am Samstag (ab 14 Uhr) auf den SC Wiedenbrück. Um am Karnevalswochenende für beste Stimmung zu sorgen, will die Mannschaft von Kölns Trainer Stephan Engels ihren Negativlauf von fünf Begegnungen ohne Sieg beenden.

Die Gäste aus Ostwestfalen gingen zuletzt auswärts dreimal hintereinander leer aus (bei 3:11 Toren). Auch das Hinspiel gegen die Geißböcke ging 1:2 verloren.

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