Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 09.02.2015

Regionalliga-Zuschauerrekordbrecher":
Alemannia Aachen trumpft wieder auf

20. Spieltag

Mit Alemannia Aachen ist wieder zu rechnen. Vor einer Rekordkulisse übernahm der Traditionsclub beim Sieg gegen RW Essen die Tabellenspitze in der Regionalliga. Nach einem überstandenen Insolvenzverfahren kann die Alemannia wieder auf bessere Zeiten hoffen.

 

Die Regionalliga-Fußballer von Alemannia Aachen haben die Rückkehr an die Tabellenspitze in vollen Zügen genießen können. "Das war ein sehr leidenschaftliches Spiel vor einem großartigen Publikum", sagte Alemannia-Coach Peter Schubert nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen Rot-Weiss Essen. Auch für den 48 Jahre alten Trainer war der Besucherandrang und die entsprechende Begeisterung auf den Rängen eine völlig neue Erfahrung. Denn die 30 313 Zuschauer im ausverkauften Aachener Tivoli-Stadion haben am Samstag für eine Rekordkulisse in der fünfgleisigen Regionalliga gesorgt.

20. Spieltag: Lotte bezwingt Kölner Nachwuchs

Damit wurde in dem Match in der viertklassigen West-Staffel die bisherige Bestmarke von 24 795 Besuchern beim Spiel 1. FC Lok Leipzig - RB Leipzig (Saison 2012/13) deutlich übertroffen. Durch den Triumph verdrängte Aachen die Essener von der Tabellenspitze und kann weiterhin den Aufstieg in die 3. Liga ins Visier nehmen. Kevin Behrens erzielte in der 39. Minute mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke das entscheidende Tor für die Alemannia. Der vorherige Rekordbesuch in der West-Staffel wurde mit 14 415 Zuschauern am 26. Oktober 2014 beim Spiel RW Essen - SG Wattenscheid 09 verzeichnet.

In der Regionalliga West sind vergleichsweise gute Zuschauerzahlen keine Seltenheit. Knapp 10 000 Fans besuchten diese Saison im Schnitt die Essener Heimspiele, Aachen konnte bereits vor dem Rekordspiel im Schnitt rund 7400 Zuschauern begrüßen. Für die beiden Traditionsclubs, die früher gemeinsam in der Bundesliga antraten und 1953 das DFB-Pokal-Finale bestritten hatten (2:1 für Essen), ist diese Unterstützung wichtig. Alemannia und RWE mussten in der Vergangenheit mehrere Abstiege und wirtschaftliche Defizite verarbeiten. Zumindest mittelfristig haben beide Vereinen der Aufstieg möglichst bis die 2. Liga vorgesehen.

Die Statistik zur Regionalliga finden Sie hier!

Die Aachener, der nach einem erfolgreichen Insolvenzverfahren vor einem Jahr verkünden konnten, dass sie entschuldet und saniert seien, hatten zum Rekordspiel sogar die entsprechenden Merchandising-Artikel produziert. Von dem 1200 produzierten T-Shirt mit der Aufschrift "Regionalliga-Zuschauerrekordbrecher" waren laut Geschäftsführer Alexander Mronz bereits vor der Partie schon etwa 700 Stück verkauft.

Der ehemalige Tennisprofi ist glücklich über die gute Entwicklung, betont aber, dass der sofortige Aufstieg auch aus finanziellen Gründen keine Pflicht sei: "Wir können uns zunächst in der Regionalliga konsolidieren." Gleichwohl weckt die Erfolgsserie mit nun 13 Spielen hintereinander ohne Niederlage Hoffnungen. "Dass die Saison so gut läuft, freut uns und überrascht uns auch ein bisschen. Aber wir wehren uns nicht", meinte Mronz.

Die Tabellenführung der Alemannia steht allerdings auf wackligen Füßen. Die Zweitvertretung des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat zwar bereits fünf Zähler Rückstand auf Aachen, kann mit Siegen in zwei noch ausstehenden Nachholspielen aber am Spitzenreiter vorbeiziehen.

"Auf uns warten noch 14 schwierige Saisonspiele, es ist noch nichts entscheiden", sagte Schubert. Nur der Tabellenerste aus der West-Staffel qualifiziert sich für die Aufstiegsspiele gegen ein Spitzenteam aus einer der vier anderen Regionalliga-Staffeln.

Text: WFLV

Spielberechtigungen Regionalliga West