Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 14.05.2013

Regionalligist Wiedenbrück für
DFB-Pokal-Hauptrunde qualifiziert

Jubel beim SC Wiedenbrück.

Die Fußballer des Regionalligisten SC Wiedenbrück haben sich nach 2011 erneut für den DFB-Pokal qualifiziert. Am Dienstag bezwang die Mannschaft von Trainer Theo Schneider im Halbfinale des Westfalen-Pokals den Drittligisten Preußen Münster  mit 2:1 (1:1).

Mit diesem Triumph durch Tore von Volkan Okumak und Chris Kasela Mbona in Rheda-Wiedenbrück erlangte der viertklassige Verein einen Startplatz für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2013/2014 und kann mit Fernsehgeldern von 100 000 Euro planen.

Auch Münster hat weiterhin Chancen auf die DFB-Pokal-Teilnahme in der kommenden Spielzeit. Beenden die Preußen die Drittliga-Saison auf einem der ersten vier Tabellenplätze, wäre das Team von Coach Pawel Dotschew für die Hauptrunde qualifiziert.

Mit Zweitliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld und dem unterlegenen regionalen Pokal-Halbfinalisten SV Lippstadt als Nachrücker haben sich bereits zwei Clubs aus Westfalen für die Pokal-Hauptrunde qualifiziert.

Quelle: WFLV/Leroi

SV Lippstadt erstmals für den DFB-Pokal qualifiziert

Regionalliga-Aufstiegsanwärter SV Lippstadt 08 haben sich erstmals für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren können und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erreicht.

Der Club hatte zwar das Halbfinale um den Westfalen-Pokal gegen den Arminia Bielefeld verloren (2:4), rückt aber in den DFB-Pokal 2013/14 nach, weil sich die Bielefelder als künftiger Zweitligist die Cup-Teilnahme sicherten. Die Arminia hatte am Samstag den Aufstieg durch ein 1:0 gegen Osnabrück perfekt gemacht.

Lippstadt kann durch den Einzug in die 1. Hauptrunde mit Fernsehgeldern von rund 100 000 Euro planen. Im zweiten Westfalen-Pokal-Halbfinale ermitteln der SC Wiedenbrück und Preußen Münster am Dienstag (19.00 Uhr) einen weiteren Teilnehmer am DFB-Pokal.

Quelle: WFLV/Leroi

Arminia Bielefeld ist zurück:
DJ Krämer will die 2. Liga rocken

Künftig zweitklassig: Stefan Krämer.

In der Stunde des größten Triumphes gab Stefan Krämer mal wieder den Takt an. Dem Publikum rief der Fußball-Trainer und Hobby-Discjockey übers Mikrofon ein langgezogenes «Arminia» entgegen und erhielt aus Tausenden Fan-Kehlen das gewünschte Echo «Bielefeld». Mit einer ebenso emotionalen wie nassen Aufstiegsfeier hat sich der ostwestfälische Club zwei Jahre nach dem Abstieg in der 2. Liga zurückgemeldet. «Wir können so stolz sein», jubelte Angreifer Sebastian Hille. Sein Treffer zum 1:0 (0:0)-Erfolg über den VfL Osnabrück reichte der Arminia, um bereits nach dem vorletzten Spieltag nicht mehr von einem der direkten Aufstiegsplätze in der 3. Liga verdrängt werden zu können.

 

   Mit Aufstiegsfeiern kennen sich die Bielefelder aus, mit über 15 000 Anhängern wurde am Samstagabend auf dem Rathausplatz eine schöne Tradition fortgesetzt. Zwischen 1970 und 2004 schaffte die Arminia gleich sieben Mal den Einzug in Bundesliga und darf sich gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg als Rekordaufsteiger bezeichnen. Auch der Sprung aus der Drittklassigkeit in die 2. Liga war dem Verein bereits 1995 gelungen. Viel mehr «Fahrstuhlclub» geht kaum.

 

   Diesmal schafften die Ostwestfalen eine ganz besondere Leistung. Nach dem Bundesliga-Abstieg ging es 2009 rapide bergab. Endlose Personaldiskussionen, eine mit 19 Millionen Euro überteuerte Tribüne und die Fast-Insolvenz belasteten den Club. 2011 musste Arminia in den Liga-Fonds greifen, um nicht pleitezugehen.

 

   Als Krämer im September 2011 die Verantwortung übertragen bekam, rangierte die Arminia im Tabellenkeller der 3. Liga. «Wir haben ein kleines Märchen geschrieben. Als ich vor 20 Monaten angefangen habe, sind wir in ganz Deutschland ausgelacht worden», meinte Krämer nunmehr. Gerade in dieser Saison drehte seine Elf auf, durch Hilles Treffer (56. Minute) zum entscheidenden Sieg gegen Osnabrück vor 26 500 Zuschauern im ausverkauften Bielefelder Stadion wurde das Punktekonto auf 76 Zähler aufgestockt.

 

   Der 46 Jahre alte Coach gilt als Architekt des Triumphs und hat dabei seine ganz persönliche Erfolgsstory geschrieben. Bis 2011 betreute er neun Jahre die Amateure von SV Roßbach/Verscheid, arbeitete bei einer Versicherung und legte in seiner Freizeit in Nachtclubs Platten auf. Für Bielefeld war der in der Öffentlichkeit stets locker auftretende Krämer ein Glücksgriff. «Er vermittelt uns, dass wir beim Fußball nicht verkrampfen, sondern Spaß haben sollen», erklärte Angreifer Fabian Klos. «Krämer hat einen großen Anteil an der sportlichen Aufwärtsentwicklung», sagte Sportchef Samir Arabi.

 

   Arabi und Krämer haben dem Kader nahezu einem Komplettumbruch unterzogen. Aus der Mannschaft, die 2011 aus der 2. Liga abgestiegen war, konnten jetzt nur noch Torwart Patrick Platins und Verteidiger Marcel Appiah das Comeback bejubeln. Für die kommende Saison wünscht sich Krämer weitere neue Spieler, jede Position soll verstärkt werden. Mittelfeldspieler Tom Schütz verlängerte bereits am Wochenende seinen Vertrag bis 2015, die Zukunft von Torjäger Klos (20 Saisontreffer) ist noch unklar.

 

   Große Sprünge sind bei einem geplanten Etat von etwa sechs Millionen Euro und einem kalkulierten Schnitt von 11 500 Zuschauern für das nächste Jahr allerdings nicht möglich. Den Verein belasten weiterhin rund 25 Millionen Euro Schulden, die durch Unterstützung von Sponsoren und Fan-Anleihen langfristig abgebaut werden sollen. Bereits der Aufstieg soll sich durch die erhöhte Fernsehgelder positiv auswirken. Um die Zweitliga-Lizenz zu bekommen, müssen noch bis zum 24. Mai Bedingungen erfüllt werden.

 

   Bevor «DJ Krämer» die 2. Liga «rocken» will, legt er beim noch laufenden Partyprogramm die Musik auf. «Bei uns wird jetzt eine Woche gefeiert. Dann spielen wir in Burghausen und feiern anschließend weiter», kündigte der Trainer auf dem Bielefelder Rathausbalkon an. Seine Lockenmähne hatte bereits mehrere Bierduschen ausgehalten, als Krämer dem jubelnden Arminia-Anhang versprach: «Bis ich ablebe, werde ich diesen Tag und dieses Jahr nicht vergessen.»

Von Roland Leroi/WFLV

Spielberechtigungen Regionalliga West