Westdeutscher Fussballverband e.V.
Verbandsnews 12.07.2017

Austausch und Begegnungen: So unterstützt der Fußball die Integration von Flüchtlingen

Der Film zum 1. WDFV-Kongress "Duisburger Tische"

Ideenaustausch zur Integration von Flüchtlingen: Der Film zum 1. WDFV-Kongress "Duisburger Tische".

Integration verbindet und Integration schafft Möglichkeiten, aber wie genau kann der Fußball und seine Vereine die vielen Flüchtlinge, die Schutz in NRW suchen, unterstützen? Mit dem Kongress "Duisburger Tische" hat der WDFV ein Zeichen gesetzt und Vereinsvertreter zum vielbeachteten Ideenausaustausch eingeladen. Dabei war auch der frühere Nationalspieler Cacau. Wie die "Integrationsmaschine Fußball" funktioniert, sehen Sie hier im Film zum Kongress. Klicken Sie zum Abspielen einfach oben in das Video. Produziert und erstellt wurde der Film durch die I-DEAR GmbH - Bewegte Kommunikation - in Bochum.

WDFV-Präsident Hermann Korfmacher freute sich, dass durch den Kongress viele neue Reize gesetzt werden konnten.
WDFV-Präsident Hermann Korfmacher freute sich, dass durch den Kongress viele neue Reize gesetzt werden konnten.

Unter dem Motto „Begegnungen auf dem 1. WDFV-Kongress Duisburger Tische - Ideenausaustausch zur Integration von Flüchtlingen“, stand die Tagung, mit der der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) in Duisburg ein Zeichen zum Thema Flüchtlinge und Fußball gesetzt hat.

Die Vertreterinnen und Vertreter von knapp 50 Fußballvereinen aus Nordrhein-Westfalen waren der Einladung des WDFV in die Schauinsland-Reisen-Arena gefolgt, um Möglichkeiten für die Integration von Flüchtlingen in den Klubs vorstellen, Ideen und Informationen zu sammeln und Projekte voranzubringen. „Uns alle verbindet ein Anliegen. Wir sind bestrebt, Menschen, die vor Krieg und Verfolgung Schutz suchen, eben diese Sicherheit zu geben. Wir wollen mithelfen, dass Flüchtlinge bei uns in Nordrhein-Westfalen integriert werden, sagte Hermann Korfmacher, der als Präsident des gastgebenden WDFV den Kongress eröffnete.

Insbesondere die Vereinsvertreter nutzten die Möglichkeit des Austauschs. Manfred Novacek von DJK Agon 08 Düsseldorf betonte die gute Chancen, die sich durch den Fußball für die Integration bieten. „Es ist nicht nur einfach für den Sport, sondern auch einfach für die Flüchtlinge durch Fußball Kontakte zu knüpfen, weil im Sport die Sprache nicht allzu wichtig ist. Schon gar nicht im Fußball, hier gelten die Regeln weltweit“, erklärte Manfred Novacek. Der Düsseldorfer führt weiter aus: „Der Sport hat eine ganz wichtige Funktion, weil er auch andere Menschen zusammenbringt, die das gleiche Schicksal haben wie vielleicht der Junge aus Syrien oder der andere Junge aus Guinea.“

Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau erzählte von der besonderen Kraft der Freundlichkeit.
Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau erzählte von der besonderen Kraft der Freundlichkeit.

Hermann Korfmacher freute sich, dass auch die Förderpartner WestLotto, vertreten durch Geschäftsführer Andreas Kötter, die DFB-Stiftung Egidius Braun, vertreten durch Geschäftsführer Tobias Wrzesiniski und der Landessportbund Nordrhein-Westfalen mit Vorstand Martin Wonik zu den Gästen gehörten. Tobias Wrzesinski wies auf die großen Vorteile und geringen Barrieren für die Integration durch Fußball hin. „Es gibt auch sehr niedrige Zugangsbarrieren, wenn es überhaupt Zugangsbarrieren gibt. Überlegen Sie, was brauchen Sie zum Fußballspielen? Sie brauchen ein Paar Schuhe, sie brauchen eine Hose und sie brauchen ein T-Shirt und dann können Sie mitspielen. Sie brauchen keine sehr teuren Schläger oder keine sehr teuren, speziellen Schuhe. Auch das sind dann Dinge, die sich Flüchtlinge sehr häufig leisten können bzw. die auch von den Vereinen zur Verfügung gestellt werden, damit die Flüchtlinge mit ihnen Sport treiben können“, erzählte Tobias Wrzesiniski.

Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung des WDFV zum Kongress gefolgt. „Ich muss bei unseren Gästen keine Überzeugungsarbeit leisten. Denn die vielen Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter, die wir heute hier in der Arena begrüßen können, engagieren sich bereits für die Integration von Flüchtlingen. Sie zählen zu den Menschen, die in Ihrem Fußballverein mit großem ehrenamtlichen Engagement Integration für schutzsuchende Menschen und Willkommenskultur nachhaltig ermöglichen“, freute sich Hermann Korfmacher.

Dass es relativ leicht ist, mit Flüchtlingen aus der Nachbarschaft in Kontakt zu kommen, erläuterte Manfred Novacek gerne. „Unsere Arbeit ist vor gut einem Jahr entstanden. Wir hatten auf unserem Ascheplatz, der neben unserem Hauptplatz steht, eine Flüchtlingstraglufthalle bekommen. Durch die die Nähe haben wir uns einfach gesagt: Jetzt machen wir mal auch was mit den Flüchtlingen. Wir gehen einfach auch mal da rüber. Dort lebten 320 Personen und dann kam das eine zum anderen“, erzählte der Düsseldorfer.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion stellte Hermann Korfmacher in den Vordergrund, dass die Flüchtlinge auch verstärkt in die ehrenamtliche Vereinsarbeit eingebunden werden sollen. „Unsere ausländischen Mitbürger haben nicht nur als aktive Sportler einen hohen Stellenwert und eine besondere Verantwortung. Es ist ein aktiver Part der Integration, dass sie auch ehrenamtliche Aufgaben übernehmen. Sie machen das gerne und füllen somit eine ganz wichtige soziale Funktion aus. Denn ohne die Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, würde der Sport scheitern“, erklärte WDFV-Präsident.

Diskussionen an elf Tischen

Müjde Haberci (Kommission gesellschaftliche Herausforderung FLVW) beteiligte sich am Workshop "Gefahr von Rechtsaußen. Wie sich engagierte Vereine gegen Anfeindungen stark machen können".
Müjde Haberci (Kommission gesellschaftliche Herausforderung FLVW) beteiligte sich am Workshop "Gefahr von Rechtsaußen. Wie sich engagierte Vereine gegen Anfeindungen stark machen können".

Nach der Podiumsdiskussion wurde das Konzept der „Duisburger Tische“ aufgegriffen. Dabei diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an elf Tischen verschiedene Themenschwerpunkte, wobei Moderatoren die Diskussionen an den jeweiligen Tischen begleiten und lenken. Sehr rege wurde zu den folgenden Themensträngen diskutiert:

  • Vernetzen – Nicht verheddern. Wie das Zusammenspiel von Vereinen und Kommunen für Flüchtlinge funktionieren kann.
  • Geld ist nicht alles. Was brauchen Vereine, um noch bessere Integrationsarbeit zu leisten?
  • Mitmachen und Weiterkommen. Wie Flüchtlinge in die Vereinsarbeit eingebunden werden können.
  • Gefahr von Rechtsaußen. Wie sich engagierte Vereine gegen Anfeindungen stark machen können.

Der Kongress bot im weiteren Verlauf zudem Raum für Workshops, in denen Ideen erarbeitet wurden. Die Fülle der Anregungen wurde gesammelt und soll dokumentiert werden. „Im Verein kann viel besprochen werden. Es entstehen gemeinsam spannende Projekte, die wir mit ebenso großer Spannung verfolgen. Von diesen Ideen und Projekten wurde auf dem Kongress berichtet. Es ist gut, dass somit neue Reize und Motivationen gesetzt werden“, meinte Hermann Korfmacher und freute sich, dass der WDFV mit dem Kongress den Anstoß zu einem interessanten und spannenden Austausch geboten hat.

WDFV / Filmproduktion: I-DEAR GmbH - Bewegte Kommunikation - in Bochum.

Spielberechtigungen Regionalliga West