Westdeutscher Fussballverband e.V.
Fußball-Allgemein 06.02.2013

Spielmanipulation: Sandrock stellt DFB-Maßnahmen vor

Sandrock: "Null-Toleranz-Prinzip"

Was kann der deutsche Fußball gegen die internationale Gefährdung durch Spielmanipulation tun? Und wo leistet der Deutsche Fußball-Bund (DFB) konkrete Hilfestellungen im Umgang mit diesem Thema? Generalsekretär Helmut Sandrock im DFB.de-Interview über Präventionsmaßnahmen und praktische Verhaltensregeln.

DFB.de: Herr Sandrock, wie geht der DFB mit dem Thema Wettmanipulation um?

Helmut Sandrock: In Folge des Falles Hoyzer im Jahr 2005 haben wir ein Wettverbot für Spieler, Trainer und Offizielle durchgesetzt. Dieses ist in den Satzungen verankert worden. Die Bestimmungen haben wir nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum im Jahr 2009 noch einmal ergänzt und verschärft. Spieler, Trainer und Offizielle müssen sich verpflichten, jegliche Kontaktaufnahme durch Wettbetrüger beim DFB unverzüglich anzuzeigen. Rund 5000 Spieler unterschreiben jährlich eine solche Verpflichtung. Dieses Vorgehen ist Teil unseres Null-Toleranz-Prinzips. Wir gehen jedem Hinweis nach und wenn ein Verstoß nachgewiesen werden kann, spricht die Sportgerichtsbarkeit konsequent Bestrafungen aus.

DFB.de: Welche Möglichkeiten gibt es, den Wettmarkt zu beobachten?

Sandrock: Seit 2004 überwacht der Partner Sportradar für den DFB und die DFL den Wettmarkt. Auf diese Weise werden die Spiele der fünf höchsten deutschen Spielklassen, des DFB-Pokals, der A-Junioren-Bundesliga, der Frauen-Bundesliga, des DFL-Supercups, der Champions League, Europa League und die Länderspiele beobachtet.

DFB.de: Was kann der DFB sonst noch tun?

Sandrock: Prävention ist die zentrale Aufgabe. Gemeinsam mit dem Ligaverband hat der DFB ein umfangreiches Präventionsprogramm entwickelt. Es zielt auf Information und Sensibilisierung ab. Dabei geht es zum Beispiel um die Aufklärung über die Gefahren von Spielsucht und Spielmanipulation sowie die möglichen Konsequenzen bei Fehlverhalten. Und es geht natürlich darum, praktische Verhaltensregeln aufzuzeigen.

DFB.de: Was bedeutet das konkret?

Sandrock: Wir führen Schulungen und Informationsveranstaltungen in den Nachwuchsleistungszentren, den Vereinen und bei den Schiedsrichtern durch. Dabei können wir auf ein Netzwerk zurückgreifen, zu dem unter anderem die Spielergewerkschaft VdV, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA und Transparency International gehören.

DFB.de: Welche Möglichkeiten hat beispielsweise ein Spieler, der sich über das Thema individuell informieren will?

Sandrock: Wir haben zu dem Thema eine Homepage eingerichtet. Sie ist unter der Adresse www.gemeinsam-gegen-spielmanipulation.de zu finden. Unter dem Titel "Spiel kein falsches Spiel" sind dort umfangreiche Informationen zu finden, über Broschüren und E-Learning-Tools bis hin zu Postern und Flyern. Dort findet man auch den Kontakt zu einem Ombudsmann, bei dem man sich anonym melden und beraten lassen kann.

 

Quelle: DFB

Spielberechtigungen Regionalliga West