Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 02.08.2012

Regionalliga-Eröffnung in Oberhausen: Klassiker zum Auftakt

Revier-Derby gegen RW Essen

Heiß auf den Start: RW Oberhausen.
Heiß auf den Start: RW Oberhausen.

Da hatte Rolf Thiel, Spielleiter der neuen Regionalliga West ein glückliches Händchen. Ein attraktiveres Eröffnungsspiel als das Duell der beiden Nachbar-Klubs und ehemaligen Bundesligisten Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen, die sich am Freitag (ab 19 Uhr) zum Auftakt des 1. Spieltages gegenüber stehen, hätten sich die Fans an Rhein und Ruhr kaum wünschen können. Deutlich mehr als 10.000 Zuschauer werden beim Straßenbahn-Duell in Oberhausen erwartet. Schließlich trennen die Stadien der beiden Traditionsvereine gerade einmal knapp 13 Kilometer.

 

RWO-Trainer Mario Basler, der zu Beginn seiner Profi-Karriere selbst zwei Jahre für die Essener in der 2. Bundesliga am Ball war, musste nach dem Abstieg aus der 3. Liga eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Aus dem Stammkader der „Kleeblätter“ blieben mit Torhüter Niklas Hartmann, Abwehrspieler Benjamin Weigelt und Sturm-Routinier Mike Terranova gerade einmal drei Spieler übrig. „Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis sich unsere neuformierte Mannschaft gefunden hat. Trotzdem werden wir gegen RWE alles versuchen, die drei Punkte in Oberhausen zu behalten“, so Basler. Fehlen wird Mittelfeldspieler Ken Asaeda, der während der Vorbereitung die Rote Karte gesehen hatte.

 

Die Essener, die in der Vorsaison als Aufsteiger auf dem achten Tabellenplatz gelandet waren und den erneuten Einzug in den DFB-Pokal geschafft hatten, nehmen die kurze Anreise selbstbewusst in Angriff. „RWO ist gegen uns favorisiert, aber wir müssen uns ganz bestimmt nicht verstecken“, kündigt RWE-Trainer Waldemar Wrobel optimistisch an: „Wenn wir unser Potenzial abrufen, dann sind wir für jeden Gegner in dieser Liga schwer zu spielen.“

 

Ihre einzige Niederlage im Rahmen der Testspielphase mussten die Essener bei Zweitliga-Absteiger Alemannia Aachen (1:2) hinnehmen. Die „Generalprobe“ glückte mit dem 1:0 gegen den Südwest-Regionalligisten FSV Mainz 05 II. Für RWE ist das Auftaktspiel in Oberhausen übrigens das erste von drei Auswärtsspielen in Serie. Weil das neue Stadion an der Hafenstraße erst ab Mitte August zur Verfügung steht und RWE dann zunächst im DFB-Pokal gegen Union Berlin (20. August) im Einsatz ist, findet das erste Ligaspiel vor eigenem Publikum erst am Dienstag, 28. August, gegen Neuling SSVg. Velbert statt.

 

Lottes Trainer Walpurgis schlägt vorsichtige Töne an

 

Zweimal Zweiter, einmal Dritter: Die Meisterschaft in der „alten“ Regionalliga West hatten die Sportfreunde Lotte zuletzt gleich mehrfach knapp verpasst. In der vergangenen Spielzeit reichte selbst der Vereinsrekord von 76 Zählern nicht zum Aufstieg, weil Borussia Dortmund II am Ende noch einen Punkt mehr auf dem Konto hatte. Mit dem Auswärtsspiel beim SC Verl startet die Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis am Samstag (ab 14 Uhr) nun am 1. Spieltag ihren vierten Anlauf, den ersehnten Aufstieg in die 3. Liga zu realisieren.

 

Während seine Trainerkollegen die Sportfreunde mit deutlichem Abstand zum Top-Favoriten auf die Meisterschaft gekürt haben, schlägt Walpurgis deutlich vorsichtigere Töne an. „Zum aktuellen Zeitpunkt sehe ich uns noch nicht als Titelkandidat. Mit Marc Lorenz, André Wiwerink, Christian Schlösser und Sebastian Zinke haben wir vier absolute Leistungsträger der Vorsaison verloren, die große Fußstapfen hinterlassen“, so Walpurgis: „Wir wollen uns Schritt für Schritt verbessern und in den ersten vier bis fünf Wochen nach dem Saisonstart unsere Neuzugänge schnell integrieren.“ Verzichten muss Walpurgis in Verl auf Julian Westermann, dem Adduktorenprobleme zu schaffen machen.

 

Personalsorgen haben auch die Gastgeber. Mit Friedrich Bömer-Schulte und Julian Schmidt fallen zwei Leistungsträger verletzungsbedingt in den nächsten Wochen aus. Deshalb nahm der SCV in dieser Woche mit Lukas Krause (vom SC Wiedenbrück 2000) und Bas Reekers (SC Preußen Münster U 19) noch zwei zusätzliche Zugänge unter Vertrag.

 

Der frühere Bundesligist SC Fortuna Köln, der ebenfalls zu den Titelaspiranten gezählt wird, muss zum Auftakt gegen die U 23 des VfL Bochum auf Angreifer Steffen Moritz (Stauchung des Schienbeinkopfes sowie Kapselzerrung im rechten Knie) und Abwehrspieler Marco Gietzen (grippaler Infekt) verzichten. Angeschlagen ist auch Kapitän Mitja Schäfer (Reizung im Becken). Die „Generalprobe“ der Domstädter für den Saisonstart glückte mit einem 1:0 beim Südwest-Regionalligisten Wormatia Worms.

 

FC Kray empfängt Schalker U 23 im Uhlenkrug-Stadion

 

Das erste Regionalligaspiel seiner Vereinsgeschichte gegen die U 23 des FC Schalke 04 muss Neuling FC Kray am Samstag (ab 14 Uhr) im Uhlenkrug-Stadion des benachbarten Oberligisten ETB Schwarz-Weiß Essen austragen. Zum einen sind die notwendigen Bauarbeiten, um die heimische „Kray-Arena“ an der Buderusstraße regionalliga-tauglich zu machen, noch nicht abgeschlossen. Zum anderen macht allein schon der erwartete Zuschauerandrang von bis zu 4.000 Besuchern den Umzug erforderlich.

 

Unabhängig davon sieht Krays Trainer Dirk Wißel die Schalker ohnehin klar in der Favoritenrolle. „Es ist fast so, als ob wir beim Tischtennis mit einem Frühstücksbrett gegen einen Profi antreten würden“, so der 43-Jährige.

Velbert erwartet an der "Sonnenblume" SF Siegen.
Velbert erwartet an der "Sonnenblume" SF Siegen.

Eine Reise in die Vergangenheit wird für Sven Demandt, U 23-Trainer bei Borussia Mönchengladbach, die Auftaktpartie seiner „Fohlen“ bei Fortuna Düsseldorf II. Schließlich war der 47-Jährige als Profi von 1984 bis 1989 sowie von 1990 bis 1992 selbst für die Fortuna am Ball.

 

Sein Debüt als neuer Trainer des SC Wiedenbrück 2000 gibt Markus Reiter bei Bayer 04 Leverkusen II. „Bei uns herrscht eine große Vorfreude auf den Saisonstart. Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind“, sagt Reiter. Der Ex-Profi muss ohne Soner Dayangan (Bauchmuskelzerrung) planen.

 

Aufsteiger-Duelle in Bergisch Gladbach, Velbert und Hüls

 

Gleich sechs der insgesamt sieben Aufsteiger stehen sich am 1. Spieltag in direkten Duellen gegenüber. So beginnt für den SV Bergisch Gladbach 09 am Samstag (ab 14 Uhr) das „Abenteuer“ Regionalliga mit einem Heimspiel gegen die U 23 des MSV Duisburg, die ebenfalls aus der NRW-Liga den Sprung in die vierthöchste Spielklasse geschafft hatte. „Das ist eine Riesenaufgabe für uns, die wir meistern wollen“, sagt SVB-Trainer Dietmar „Didi“ Schacht, der früher für die Duisburger „Zebras“ am Ball war. In der vergangenen Saison setzten sich die Gladbacher zweimal durch (3:0 und 3:1). Bei der MSV-Reserve gibt der neue Trainer Manfred Wölpper (zuvor Goslarer SC) seinen Einstand.

 

Auch die SSVg. Velbert und die Sportfreunde Siegen, die gleichzeitig im Stadion „Sonnenblume“ aufeinandertreffen, kennen sich noch bestens aus der NRW-Liga. Dort hatten die Siegener zweimal dominiert (3:0 und 4:1). Nicht nur deshalb verbreitet Sportfreunde-Trainer Michael Boris Zuversicht: „Ich bin mir aber sicher, dass wir mit unserem neuen Kader gut aufgestellt sind. Bei Sperren oder Verletzungen mache ich mir jetzt weniger Sorgen als noch in der vergangenen Saison. Wir sind deutlich schwerer auszurechnen.“

 

Der VfB Hüls, der den ambitionierten FC Viktoria Köln empfängt, hatte dem NRW-Liga-Meister zuletzt gleich zweimal ein Remis abgetrotzt (2:2/1:1) und möchte an diese Leistungen im erneuten Vergleich mit den Domstädtern anknüpfen. Während es für den VfB in seiner ersten Regionalliga-Spielzeit allein um den Klassenverbleib geht, gibt es nicht wenige Experten, die der finanzstarken Viktoria einen erneuten „Durchmarsch“ zutrauen.

 

„Das Ziel des Vereins ist es, langfristig in Köln die zweite Kraft hinter dem 1. FC Köln zu werden. Wir spielen nun mit Fortuna Köln und der Kölner Reserve in einer Liga, sind unserem Ziel also ein gutes Stück näher gekommen“, so Trainer Heiko Scholz. „Ich denke aber nicht, dass ein erneuter Aufstieg schon jetzt realistisch ist. Wir haben zwar Spieler mit Erfahrung in höheren Ligen geholt, ihnen fehlt allerdings weitgehend die Wettkampfpraxis. Außerdem ist es nicht möglich, die Viktoria sportlich permanent auf der Überholspur zu halten, ohne dass das Umfeld mitwächst.“ In Hüls werden Michael Gardawski (Schambeinentzündung) und Torhüter Maurice Gillen (Innenband) fehlen.

 

Kölner U 21 empfängt am Sonntag den Wuppertaler SV

 

Die U 21 des 1. FC Köln startet am Sonntag (ab 14 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den Wuppertaler SV Borussia in die neue Saison. Nach der letzten Vorbereitungspartie (3:4 gegen Borussia Mönchengladbach II) bemängelte Kölns Trainer Dirk Lottner vor allem die Defensivleistung seiner Mannschaft. „Wir machen noch zu viele Fehler und laden den Gegner zu unnötigen Toren ein. Das müssen wir unbedingt abstellen“, so der Ex-Profi.

 

Mit dem WSV empfangen die „Geißböcke“ zum Abschluss des 1. Spieltages einen der Meisterschaftskandidaten, auch wenn es Trainer Hans-Günter Bruns zurückhaltender formuliert. „Unser Ziel ist es, oben mitzuspielen. Wegen ihrer finanziellen Möglichkeiten sind für mich allerdings Fortuna Köln, die Sportfreunde Lotte und Viktoria Köln die Favoriten“, sagt der frühere Nationalspieler. Im letzten Test vor dem Saisonstart präsentierten sich die Wuppertaler äußerst torhungrig und siegten beim Kreisligisten SV Jägerhaus Linde 13:0.

 

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