Westdeutscher Fussballverband e.V.
Futsal 07.09.2015

Spielzüge, Tore, Emotionen:
"Das bietet die WFLV-Liga in Perfektion"

Stimmen und Stimmungen zum Saisonstart der WFLV-Futsal-Liga

Futsal, die offizielle Hallenfußball-Variante des Weltverbandes FIFA, nimmt in Deutschland zunehmend Fahrt auf. Der Deutsche Fußball-Bund will dieser Variante des Fußballs in der Halle einen höheren Stellenwert verschaffen. Oben sehen Sie ein Informations-Video. Klicken Sie einfach zum Abspielen in das Video!

Die bereits 11. Saison in der WFLV-Futsal-Liga wurde jetzt gestartet. Die Entwicklung kann sich sehen lassen. Die Begeisterung nimmt zu, auch beim DFB rückt der Futsal verstärkt in den Focus. Kein Wunder: Rasante und trickreiche Spiele sind gewährleistet, die Zuschauer sehen tolle Aktionen unterm Hallendach.

Der UFC will in seiner ersten Saison in der WFLV-Futsal-Liga überzeugen (Foto: UFC Paderborn).

Wie in den zurückliegenden Spielzeiten auch, hat die WFLV-Futsal-Liga für ihre Top-Teams wieder zwei Startplätze für das Viertelfinale um die Deutsche Futsal-Meisterschaft. Im Vorjahr dominierte wieder einmal UFC Münster das Liga-Geschehen, scheiterte im DM-Halbfinale aber an den Hamburg Panthers. Holzpfosten Schwerte marschierte als West-Zweiter zwar wie schon 2014 ins Endspiel, konnte den begehrten DM-Titel in einem dramatischen Finale aber erneut nicht holen.

Diese Saison werden die Karten neu gemischt. Natürlich sind alle Teams heiß, den West-Titelverteidiger UFC Münster vom Sockel zu stoßen. Das soll nach Ansicht von USC-Manager Georg von Coelln auch nicht so schwer sein. „Wenn wir Zweiter werden, wäre das toll. In diesem Jahr wird es enger denn je, jedes Team wird Niederlagen einstecken müssen. Es wird keinen Durchmarsch vom UFC Münster geben“, sagte Georg von Coelln unserer Redaktion. Viele Spieler mit Potenzial verlassen halt berufs- und studienbedingt regelmäßig den UFC.

Auftakt-Niederlage für Meister Münster

Wie zum Beweis kassierte Münster zum Auftakt gegen Aufsteiger Paderborn direkt eine 3:4-Niederlage...

Alle Termine und Ergebnisse aus der WFLV-Futsal-Liga finden Sie hier!

Dennoch sollte mit den Münsteranern zu rechnen sein. Das gilt auch für Holzpfosten Schwerte. Im dritten Anlauf soll es endlich mit dem DM-Titel klappen. „Wenn man nach dem zweiten verlorenen Finale nicht Deutscher Meister werden will, macht man als Sportler irgendwas falsch. Wir wollen da wieder hin, auch wenn wir wissen, dass dafür wieder sehr viel zusammenpassen muss. Das erste Ziel lautet deshalb: Qualifikation für das Viertelfinale – und von da an dann weitersehen“, erläutert Keeper Daniel Otto die Ansprüche der Schwerter, die stets ein besonders partyfreudiges Publikum hinter sich wissen.

Der Titelverteidiger: Münster wird auch in dieser Saison einiges zugetraut. (Foto: UFC Münster/Georg von Coelln)

Für den UFC Paderborn wird es die erste Saison in der WFLV-Futsal-Liga. Der Aufsteiger aus Westfalen konnte in diesem Frühjahr allerdings schon im WFLV-Pokal erste Ausrufezeichen setzen. Aufgestiegen sind zudem Sportclub Aachen (Mittelrhein) und PSV Wesel-Lackhausen (Niederrhein). Wir haben uns in der WFLV-Futsal-Liga umgehört und ein paar Stimmungen gesammelt.

Was sind Ihre Ziele für die Saison 2015/2016?

Rene Wegs (Spielertrainer UFC Paderborn): Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Wir haben nicht die Möglichkeit – wie viele anderen Vereine – regelmäßig zu trainieren und haben somit schon mal einen großen Nachteil. Der Aufstieg war die Krönung einer grandiosen Saison, doch die neue Liga wird eine ganz andere Herausforderung. Alles andere als der Klassenerhalt wäre utopisch.

Eike Ellerhold (Teamverantwortlicher SF Uni Siegen): Nach der schwierigen letzten Saison, wollen wir uns dieses Jahr wieder stabilisieren. Das wird allerdings nicht einfach, da der halbe Kader zur neuen Saison wegbricht. Wir tragen nun einmal die Last einer Studentenmannschaft, was bedeutet, dass wir von Jahr zu Jahr eine extrem hohe Fluktuation haben.

Prima Stimmung: Holzpfosten Schwerte will wieder in die Finalrunde. (Foto: Holzpfosten Schwerte)

Welche generellen Erwartungen haben Sie an die neue Saison?

Daniel Otto (Torwart Holzpfosten Schwerte): „Ich hoffe, dass die Aufmerksamkeit für den Futsalsport weiter steigt. Ich fand es zum Beispiel überragend, wie viele Zuschauer beim Relegationsspiel in Paderborn waren. Ich hoffe, dass sich solche Bilder häufen. Wenn es um Erwartungen geht, dann erwarte ich, dass sich die Teams in der Liga noch weiter professionalisieren – sportlich aber auch organisatorisch – jeder natürlich in dem Maße, wie er es leisten kann.“

Georg von Coelln (Präsident UFC Münster): Wieder einmal ein personeller Umbruch beim UFC – es wäre eine erneut eine Überraschung, wenn wir an die Leistungen der letzten Jahre anknüpfen würden.

Rene Wegs: Ich gehe davon aus, dass der UFC Münster und die Holzpfosten aus Schwerte den Titel unter sich ausmachen. Bayer Uerdingen, die Futsal Panthers Köln und auch der MCH Sennestadt werden aber ebenfalls eine gute Rolle spielen und können mit dem nötigen Quäntchen Glück oben angreifen. Alles was danach kommt, wird sich voraussichtlich um den Abstiegskampf drehen.

Auch überregional rückt Futsal mehr ins Rampenlicht. Der DFB forciert die Entwicklungen, unter anderem wird ein Nationalteam aufgebaut. Was muss aus Sicht der Vereine noch geschehen?

Das Team von SF Uni Siegen will sich in dieser Saison stabilisieren. (Foto: SF Uni Siegen).

Rene Wegs: Das ist sehr erfreulich aber auch notwendig. Wenn man sich das Fußballland Deutschland ansieht und dann die Professionalität im Futsal in Deutschland mit der in Spanien und Portugal vergleicht, ist es fast erschreckend, wie groß der Rückstand ist. Es ist nicht so, dass es hier kein Potential gibt, aber die Strukturen in Deutschland sind noch nicht so gefestigt, wie in anderen Ländern. Genau daran arbeitet der DFB intensiv, er braucht aber die Unterstützung der Vereine. Solange noch viele Fußballvereine Futsal als „störende Sportart“ empfinden, kann es keinen besonders großen Fortschritt geben.

Georg von Coelln: In der generellen Futsal-Vermarktung könnte man an einem Strang ziehen, statt punktuell versuchen zu wirken. Hier sehen wir Entwicklungspotential, denn unsere großartige WFLV-Liga bietet bereits einen guten Sport und spannende Spiele.

Daniel Otto: Wir brauchen langfristig deutschlandweit die Strukturen, wie wir sie auch in NRW haben. Dazu gehören natürlich auch weitere Trainerfortbildungen, damit die taktische Qualität flächendeckend steigt. Dann ist unser aller Traum – eine Bundesliga – auch gar nicht mehr so weit weg.

Eike Ellerhold: Ich würde mir wünschen, dass bei der Auswahl der Spieler in Zukunft noch eine breitere regionale Streuung stattfindet. In Hochburgen wie Münster, Schwerte oder auch Hamburg ist der Futsal mittlerweile etabliert. Umso wichtiger wäre es, dass auch Spieler aus anderen Vereinen und Regionen zum Zuge kommen. Es wäre mit Sicherheit hilfreich und gut für die Entwicklung des Futsals in Deutschland, wenn eine deutsche Nationalmannschaft nicht nur das Gesicht von einigen wenigen Vereinen trägt.

Holzpfosten-Keeper Daniel Otto sieht die WFLV-Futsal-Liga im Umbruch. (Foto: Holzpfosten Schwerte)

Der UFC Münster hat die vergangenen Jahre in der WFLV-Futsal-Liga zumeist dominiert. Ist Münster in dieser Saison zu stoppen?

Daniel Otto: Das hoffe ich doch. Obwohl die WFLV-Meisterschaft keine Erfolgsgarantie für den weiteren Verlauf in der deutschen Meisterschaft mit sich bringt. Grundsätzlich befindet sich die Liga im Umbruch, Uerdingen und Köln müssen sich neu finden, auch der UFC hat Leistungsträger verloren. Könnte also sein, dass der Titelkampf so offen ist, wie noch nie.

Eike Ellerhold: Ich glaube es ehrlich gesagt nicht. Münster, dass muss man neidlos anerkennen, spielt Jahr für Jahr herausragenden Futsal. Viel Power, viel Kreativität und vor allem große Konstanz werden auch dieses Jahr wieder dafür sorgen, dass Münster als Meister einlaufen wird. Allerdings hat Schwerte den Abstand deutlich verringert und auch die extrem verstärkten Panther aus Köln haben das Potenzial oben mitzumischen

Warum sollten Futsal-Fans die Spiele Ihrer Mannschaft keinesfalls verpassen?

Georg von Coelln: Beim UFC wird schöner und spannender Futsal geboten. Regelbedingt ist es beim Futsal sowieso bis zum Abpfiff möglich ein Spiel zu drehen, aber der UFC spielt (leider) bei deutlicher Führung weiter sehr offensiv. Daher fallen viele Tore, oft auch in der Schlußphase des Spiels für den Gegner. Außerdem gibt es bei den Spielen von UFC I auch regelmäßig Matches der UFC-Ladies und von UFC II zu sehen.

Rene Wegs: DieFans werden beim Futsal auf ihre Kosten kommen. Denn warum geht man in ein Fußballstadion? Um Tore zu sehen, schöne Spielzüge, die Emotionen der Fans und Spieler live mitzuerleben und nicht zuletzt Siege zu feiern. All das bietet die WFLV-Liga in Perfektion.

Daniel Otto: Für eine Antwort zitiere ich einfach mal einen Gesang unseres stimmgewaltigen Fanklubs – der Hoolzpfosten: „Wir werden heut gewinnen, ganz egal, was auch passiert, wir müssen lauter singen, damit ihr niemals verliert – ooooooooh die Holzpfosten, komm’ aus Schwerte – und eskalier’n!“

Fragen und Zusammenstellung: WFLV

Spielberechtigungen Regionalliga West