Westdeutscher Fussballverband e.V.
Regionalliga West 08.11.2013

Sportfreunde wollen Spitzenplatz festigen

Lottes Ali Bilgin: "Mein Herz hängt an RWE. Ich freue mich auf eine emotionale Rückkehr" (Foto: Mrugalla)

Es ist kein Spiel wie jedes andere. Wenn der ungeschlagene Spitzenreiter Sportfreunde Lotte heute (ab 19.30 Uhr) im Rahmen des 16. Spieltages in der Regionalliga West bei Rot-Weiss Essen antritt, dann kehrt der frühere RWE-Kapitän Ali Bilgin erstmals in seine Heimat zurück. Der gebürtige Essener, der seit wenigen Wochen für die Sportfreunde am Ball ist, hatte an der Hafenstraße einst den Sprung aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft geschafft und mit RWE zwei Aufstiege in die 2. Bundesliga gefeiert, ehe er seine Profikarriere ab 2006 in der Türkei (unter anderem Fenerbahce Istanbul) fortsetzte.

"Mein Herz hängt an RWE. Ich freue mich auf eine emotionale Rückkehr", sagt Bilgin, der in Lotte neben seinem Mittelfeldkollegen Tim Gorschlüter, Nachwuchstalent Jan Klauke und Trainer Ramazan Yildirim nur einer von insgesamt vier Ex-Essenern ist. Auch Yildirim denkt gerne an sein Engagement an der Hafenstraße zurück. "Als Spieler hatte ich die wohl schönste Zeit in Essen. Ich habe sehr gerne für RWE gespielt und freue mich darauf, ein paar alte Bekannte wieder zu sehen. Ganz besonders freue ich mich aber auf die Atmosphäre und die Fans, die in der 4. Liga einzigartig sind", betont der 38-Jährige, fügt aber gleich hinzu: "Auch wenn sich Rot-Weiss bisher unter Wert geschlagen hat: Wir kommen nach Essen, um drei Punkte mitzunehmen.“

Mit dem insgesamt sechsten Auswärtssieg in dieser Saison könnten Yildirims Sportfreunde schließlich die beiden Verfolger SC Fortuna und FC Viktoria Köln unter Druck setzen. Aktuell rangieren beide Klubs aus der Domstadt drei Punkte hinter Lotte, treffen allerdings am Samstag (ab 14 Uhr) im direkten Duell aufeinander.

Deutlich hinter den Erwartungen sind dagegen bisher die Essener zurückgeblieben, die ebenfalls um die Meisterschaft mitspielen wollten. Vier Siege, sechs Unentschieden und vier Niederlagen bedeuten lediglich Platz elf. Trotzdem sieht RWE-Trainer Waldemar Wrobel durchaus die Chance, den Favoriten aus Lotte zumindest zu ärgern. "Es gibt Mittel und Wege, den Sportfreunden wehzutun. Es ist unsere Aufgabe, auch gegen einen so starken Gegner zu bestehen und ein gutes Spiel abzuliefern", so der RWE-Trainer. Mit Benjamin Wingerter steht auch ein ehemaliger Lotte-Kicker in seinem Kader. Noch in der vergangenen Saison hatte Wingerter mit den Sportfreunden die Meisterschaft in der Regionalliga West gewonnen und war erst in der Relegation an RB Leipzig (0:2/2:2 nach Verlängerung) gescheitert.

Derby zwischen Fortuna und Viktoria elektrisiert die Fans

Das Kölner Derby zwischen den beiden punktgleichen Meisterschaftsaspiranten SC Fortuna und FC Viktoria am Samstag (ab 14 Uhr) elektrisiert die Fans in der Domstadt. Mindestens 5000 bis 7000 Zuschauer werden im Südstadion, der Heimat der Fortuna, erwartet.

Dabei spielt für Fortuna-Trainer Uwe Koschinat, der mit seiner Mannschaft in der vergangenen Saison beide Lokalduelle 3:1 gewonnen hatte, der Heimvorteil eine wichtige Rolle. "Wir sind gerade zu Hause zu außergewöhnlichen Leistungen fähig", betont der 42-Jährige. "Wichtig ist, dass wir eine gute Mischung aus Anspannung und Fokussierung finden. Die Mannschaft, die zuerst ihre Nervosität ablegt, hat einen Vorteil. Deshalb wird gleich den ersten Aktionen des Spiels eine entscheidende Bedeutung zukommen. Ich denke, dass unter dem Strich Kleinigkeiten entscheiden werden."

Sein Trainerkollege Claus-Dieter "Pele" Wollitz, seit Saisonbeginn im Amt, muss ausgerechnet im Derby mit Kapitän Mike Wunderlich und Timo Staffeldt zwei erfahrene Mittelfeldsäulen ersetzen. Wunderlich ist noch rotgesperrt, der erstliga-erfahrene Staffeldt fällt mit einem Syndesmosebandriss vier Monate aus. "Wir werden die Ausfälle als Mannschaft auffangen", so Wollitz vor seinem ersten Derby mit der Viktoria bei der Fortuna, die ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten kann. Mittelfeldspieler Ozan Yilmaz erholt sich aktuell noch im Krankenhaus von den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls, bei dem er sich einen Beckenbruch und einen Riss des Zwerchfells zugezogen hatte.

Beide Mannschaften gehen mit viel Selbstvertrauen in die Begegnung. Die zweitplatzierten Gastgeber gewannen am vergangenen Wochenende 1:0 bei den Sportfreunden Siegen. Die drittplatzierte Viktoria holte zeitgleich beim 2:1 gegen den FC Schalke 04 II einen weiteren Dreier und ist weiter ungeschlagen. Während bei der Viktoria mit Mittelfeldabräumer Lukas Nottbeck und Angreifer Silvio Pagano zwei frühere Fortunen erstmals an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehren, steht mit Stürmer Ercan Aydogmus ein Mann im Fortuna-Kader, der am Ende der vergangenen Saison bei der Viktoria keinen neuen Vertrag mehr erhalten hatte, jetzt aber mit neun Treffern die Torschützenliste im Westen anführt. "Ich spüre das Vertrauen des Trainers und hoffe, dass ich meinen Teil zum Derbysieg beitragen kann", stellt Aydogmus klar.

Schalker U 23 empfängt Schlusslicht Wiedenbrück

Den 15. Versuch, den ersten Saisonsieg einzufahren, unternimmt der Tabellenletzte SC Wiedenbrück 2000 am Samstag (ab 14 Uhr) bei der U 23 des FC Schalke 04, die als Tabellenvierter Anschluss an die Spitze halten will. Nach dem 1:2 beim direkten Konkurrenten Viktoria Köln ist für die "Knappen" gegen Wiedenbrück ein Sieg Pflicht. Es wäre für Schalke der fünfte Dreier hintereinander in den direkten Vergleichen mit den Ostwestfalen. Die Partie wird im Bottroper Jahnstadion ausgetragen.

Der SC Wiedenbrück 2000 ist nach dem bitteren 2:7 gegen die SG Wattenscheid 09 bereits elf Punkte von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Mit Verteidiger Jeffrey Volkmer, Mittelfeldspieler Massih Wassey und Stürmer Dominik Jansen treffen gleich drei SCW-Kicker gegen Schalke auf ihren ehemaligen Verein. Soner Dayangan fehlt wegen einer Rotsperre.

Nach zwei Niederlagen in Serie bei Schalkes U 23 (1:4) und gegen Fortuna Köln (0:1) streben die Sportfreunde Siegen gleichzeitig beim SC Verl wieder ein Erfolgserlebnis an, um nicht ins Mittelmaß abzurutschen. In der vergangenen Saison blieb die Mannschaft von Sportfreunde-Trainer Michael Boris gegen die Verler allerdings ohne Sieg (3:3, 0:1).

Die Gastgeber von der Poststraße befinden sich unter der Regie von Trainer Andreas Golombek und seines berühmten Assistenten David Odonkor im Aufwind, holten sieben Zähler aus ihren vergangenen drei Begegnungen und kletterten auf Rang neun. Nicht einsetzen dürfen die Schwarz-Weißen den rotgesperrten Abwehrspieler Marco Kaminski.

VfL-Trainer Wosz: "Uns erwartet Abstiegskampf pur"

Um wichtige Punkte für den Klassenverbleib geht es für den Aufsteiger SV Lippstadt 08 im Heimspiel am Samstag (ab 14 Uhr) gegen die U 23 des VfL Bochum. Beide Mannschaften, die sich erstmals seit der Oberliga Westfalen-Saison 2007/2008 wieder gegenüber stehen, belegen einen Abstiegsplatz und kämpfen gegen eine Negativserie an. Der SVL, der auf Julian Stöckner (Gelb-Rote Karte) verzichten muss, wartet bereits seit zehn Spieltagen auf einen dreifachen Punktgewinn, der VfL musste vier Niederlagen hintereinander einstecken und verlor sechs der vergangenen sieben Partien.

"In Lippstadt erwartet uns Abstiegskampf pur", sagt VfL-Trainer und Ex-Nationalspieler Dariusz Wosz: "Es ist klar, dass ich in diesem Kellerduell mehr Feuer und Leidenschaft von meinen Spielern sehen will. Wir stellen uns darauf ein, dass der Gegner uns alles abverlangen wird. Wir müssen unsere Fehler minimieren und bei der Chancenverwertung kaltschnäuziger auftreten." Bis auf die Langzeitverletzten Rouven Tünte und Lukas Papadopoulos, die beide mit Leistenproblemen ausfallen, stehen Wosz alle Spieler zur Verfügung.

Mit der SG Wattenscheid 09 und der U 23 von Bayer 04 Leverkusen treffen gleichzeitig zwei weitere Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel aufeinander. Die Lohrheide-Kicker stellten mit dem jüngsten 7:2 in Wiedenbrück den direkten Anschluss an das "rettende Ufer" her, die Gäste aus Leverkusen gewannen drei der vergangenen vier Begegnungen und verließen dadurch die Abstiegszone.

Nach bisher acht Duellen ist die Bilanz aus Wattenscheider Sicht mit vier Siegen, zwei Remis und nur zwei Niederlagen positiv. Zuletzt standen sich beide Mannschaften in der Spielzeit 2005/2006 in der damaligen Regionalliga Nord gegenüber. Wattenscheid holte dabei vier Punkte gegen die Bayer-Kicker (3:2, 0:0).

Die Reserve des 1. FC Köln trifft zur ungewöhnlichen Anstoßzeit am Samstag (ab 16 Uhr) im rheinischen Derby auf die U 23 von Borussia Mönchengladbach. Für beide Teams geht es darum, sich möglichst weiter von der Gefahrenzone zu entfernen und in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen.

Die "Geißböcke" warten nach dem 0:2 bei Spitzenreiter Sportfreunde Lotte seit drei Partien auf einen Sieg, die Gladbacher beendeten mit dem 3:2 gegen den SV Lippstadt 08 eine Negativserie von fünf Spielen ohne Dreier.

Debüt für Velberts Trainer-Rückkehrer Lars Leese

Sechs Tage nach seiner Rückkehr zur abstiegsbedrohten SSVg. Velbert gibt Trainer Lars Leese am Sonntag (ab 14.30 Uhr) im Heimspiel gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf sein Comeback. Der zwischenzeitlich beurlaubte Ex-Torhüter, der in Velbert nach zuletzt neun Partien ohne Sieg in dieser Woche seinen eigenen Nachfolger Hans-Günter Bruns abgelöst hatte, muss mit der SSVg. für den Klassenverbleib einen Rückstand von acht Punkten zum "rettenden Ufer" aufholen.

"Ich war zum Zeitpunkt meiner Beurlaubung mit der Aufgabe in Velbert noch nicht fertig und möchte sie nun erfolgreich beenden", sagt Lars Leese. "Bis zur Winterpause gibt es nun eine Art Casting, in der sich jeder Spieler empfehlen kann. Vorrangiges Ziel ist es, den Glauben dafür zu schaffen, warum sich eine Vorbereitung auf die Restrunde überhaupt noch lohnt." Mit Torhüter Philipp Sprenger sowie Erhan Zent und dem erst vor wenigen Tagen verpflichteten Patrick Schikowski stehen drei Spieler im Velberter Aufgebot, die auch schon für die Fortuna-Reserve gespielt hatten.

Die Gäste aus der Landeshauptstadt sind seit Wochen in der Erfolgsspur, haben seit acht Spieltagen nicht mehr verloren und dabei 18 von 24 möglichen Punkten geholt. Trotzdem warnt Trainer Taskin Aksoy seine Mannschaft vor den Hausherren. "Ich habe die SSVg. Velbert schon mehrfach in dieser Saison beobachtet, zuletzt beim 3:5 in Leverkusen. Ich sehe Velbert nicht so schlecht, wie es die Tabelle momentan aussagt. Die Mannschaft hatte häufig auch Pech", so Aksoy. "In erster Linie geht es darum, den Kampf anzunehmen. Wenn wir uns nur auf unsere fußballerischen Qualitäten verlassen, wird das die falsche Lösung sein und wir werden nichts holen."

Das Traditionsduell zwischen den beiden ehemaligen Bundesligisten KFC Uerdingen 05 und Alemannia Aachen wird erst am Dienstag (ab 20.15 Uhr) im Krefelder Gotenburgstadion ausgetragen.

 

Quelle: DFB/mspw

 

Spielberechtigungen Regionalliga West