Westdeutscher Fussballverband e.V.
Allgemein 22.09.2014

Sprunggelenk kaputt:
So klappt es mit dem Comeback

Service

Bei einer Verletzung ist eine schnelle Behandlung wichtig.

Als sich Nationalspieler Marco Reus einen Außenbandteilriss sowie eine Dehnung der Fußwurzelbänder zugezogen hatte, bedeutete das für den Profi zirka vier Wochen Reha. Doch wie sieht es eigentlich bei verletzten Amateurfußballern aus?

Schädigungen der Sprunggelenke sind die am häufigsten im Fußball auftretenden Verletzungen. Durch schnelle Richtungswechsel, Sprünge und Antritte werden die Verbindungsgelenke zwischen Unterschenkel und Fuß besonders beansprucht. Ob Dehnungen, Zerrungen, Bänderrisse oder Knöchelbrüche: Die verschiedenen Verletzungen haben eine lange Pause mit physiotherapeutischer Behandlung zur Folge.

Doch soweit sollte es erst gar nicht kommen. Durch ein regelmäßiges koordinatives Training kann den Verletzungen entgegengewirkt werden. Das Ganze nennt sich propriozeptives Training. Mehr dazu findet Ihr hier.

Dehnungen, Zerrungen und Risse der Bänder im oberen Sprunggelenk führen meist zu langen Ausfallzeiten.

Das ist zu beachten:

Dehnungen, Zerrungen und Risse der Bänder im oberen Sprunggelenk führen meist zu langen Ausfallzeiten und zu immer wiederkehrenden Folgeverletzungen der gleichen Art.

Viele Spieler haben sich daher schon an das Umknicken gewöhnt und spielen mit instabilem Gelenk.

Die Beweglichkeit des Fußes wird durch das obere und untere Sprunggelenk hergestellt. Vereinfacht gesagt ist das Obere für das Beugen des Fußes nach unten und das Strecken nach oben (wie beim Tritt auf das Gaspedal) und das Untere für das Innen- und Außenkippen im Fuß zuständig. Das obere Sprunggelenk wird auf der Innen- und Außenseite durch Bänder stabilisiert. Dabei ist die Innenseite selten von Verletzungen betroffen - in den meisten Fällen ist ein Band der Außenseite verletzt.

Ruhigstellung

In der Regel erfolgt eine Ruhigstellung des Sprunggelenks, damit die Bänder wieder zusammenwachsen können. Je nach Schweregrad kann die Therapie durch Unterarmgehstützen bzw. die Verschreibung eines Schmerzmittels unterstützt werden.

Bei einem Bänderriss kannst du von einer Heilungszeit von mindestens 6 Wochen ausgehen. In dieser Zeit solltest du unbedingt eine Schiene tragen, egal ob nur ein Band oder mehrere betroffen sind. Ein Riss aller drei Bänder kommt nur relativ selten vor und geht dann meist einher mit einer schwereren Verletzung wie etwa einem Knöchelbruch.

Mit dieser Schiene kannst du dann je nach Schmerzempfinden wieder voll belasten. Sind die Bänder nur gedehnt oder gezerrt, liegt die Dauer dieser Phase bei wahrscheinlich eher 4 Wochen. In jedem Fall ist ein fließender Übergang in das Aufbautraining zum Ende der Ruhigstellungsphase ideal.

In Rücksprache mit dem Arzt kannst du dann in der 5. Woche (bzw. gegen Ende der 3. Woche bei einer Dehnung / Zerrung) beginnen, unter kontrollierten Bedingungen zunächst einige Minuten ohne Schiene zu gehen. Die Belastung kann dabei von Einheit zu Einheit kontinuierlich gesteigert werden.

Rehabilitation

Der Weg zurück in den Sport ist entscheidend und sollte gut geplant sein! So erlebst du einen reibungslosen, von Rückschlägen freien Übergang in das normale Training.

Beachte, dass du nach der Ruhigstellung über mehrere Wochen nicht im Training warst. Dein allgemeiner Fitnesszustand hat also dementsprechend unter dieser Phase gelitten; genauso wie dein propriozeptives Vermögen. Würdest du nach dieser Ruhepause wieder ohne Schiene ins Training einsteigen, ist eine erneute Verletzung mehr als wahrscheinlich!

Suche dir Unterstützung! Arzt, Physiotherapeut und Trainer helfen dir, dich mit den geeigneten Übungen auf die fußballspezifischen Trainingsanforderungen vorzubereiten.

Hier ein Beispiel, wie eine Rehabilitationsphase ungefähr verläuft. Die Zeitangaben stellen jedoch lediglich eine grobe Orientierungshilfe dar und sind mit dem betreuenden Sportarzt/ Sportphysiotherapeuten nach individuellem Status festzulegen.

Falls du Beschwerden bekommst, solltest du wieder eine Stufe zurückgehen - dein Körper zeigt dir, dass du einfach noch nicht so weit bist. Für den Übergang ins Mannschaftstraining bieten sich Sportschienen an. Sie sind kleiner und leichter als die Therapie-Schienen und geben dennoch Sicherheit und Schutz vor erneuten Verletzungen.

In den ersten Spielen helfen dir dann Tapeverbände, dein Sprunggelenk zu stabilisieren. Auf Dauer darf das aber keine Lösung sein. Der Aufbau körpereigener Stabilisierungsmechanismen sollte dagegen dein Ziel sein. Das dauerhafte Tragen eines Tapeverbands belässt die Strukturen darunter instabil und kann darüber hinaus andere Bereiche vermehrt belasten. So zum Beispiel das Kniegelenk - die fehlende Mobilität durch den Tapeverband sorgt für eine vermehrte Beanspruchung des Kniegelenks.

Prävention

Bereits mit relativ geringem Aufwand können viele Verletzungen verhindert werden: Ein regelmäßiges koordinatives und propriozeptives Training minimiert das Risiko von Sprunggelenks- und Knieverletzungen (z.B. Kreuzbandriss).

Es hat sich gezeigt, dass bereits 3-mal wöchentlich 10 Minuten in der Vorbereitungsphase sowie einmal wöchentlich 5 Minuten während der Saison das Verletzungsrisiko deutlich verringern!

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