Westdeutscher Fussballverband e.V.
Leichtathletik 09.02.2013

Stabhochsprung-Ass Björn
Otto top - Sieg mit 5,90 Meter

Meeting in Düsseldorf

Starke Leistung: Björn Otto (Foto: DLV/Gantenberg).

Auf Björn Otto ist Verlass! Der Olympia-Zweite sorgte beim Leichtathletik-Hallenmeeting in Düsseldorf für den einzigen deutschen Sieg. Vor 2000 Zuschauern gewann der 35-jährige Kölner mit 5,90 Metern vor dem Chinesen Yansheng Yang (5,80) teilen. Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), bei den London-Spielen Dritter, wurde mit 5,50 Meter gemeinsam mit Carlo Paech (Neuendorf) Vierter.

Stabhochsprung Männer
Es kam zum Schlusspunkt der Veranstaltung zu einem Duell, das so keiner erwartet hatte. Der international kaum bekannte Chinese Yang Yansheng sprang in Düsseldorf wie in einem Rausch. Der 25-Jährige, der im letzten Sommer bei den Olympischen Spielen an der Qualifikation gescheitert war, verbesserte nicht nur den chinesischen Rekord auf 5,80 Meter. Er war auch der große Widersacher des Olympia-Zweiten Björn Otto, der im Gleichschritt mit dem Gast aus Asien durch den Wettkampf zog. Der Kölner nahm nach einer zuvor fehlerfreien Vorstellung ebenfalls die 5,80 Meter im zweiten Versuch. Bei 5,90 Metern machte Björn Otto aber dann dem Treiben um einen geteilten Platz eins ein Ende und schwang sich im zweiten Anlauf über diese Höhe. Der Leverkusener Hendrik Gruber wurde Dritter (5,65 m).
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60 Meter Männer
Der Jamaikaner Lerone Clarke holte sich mit der Einstellung des Meetingrekords (7,52 sec) den 60 Meter-Sieg vor dem ebenfalls glänzend aufgelegten Franzosen Jimmy Vicaut (6,53 sec). Der Spanier Angel David Rodriguez durfte sich dahinter über einen neuen Landesrekord (6,55 sec) freuen. Julian Reus vom TV Wattenscheid 01 sprintete als Fünfter in 6,60 Sekunden bis auf eine Hundertstel an seine Bestzeit heran. Der Berliner Lucas Jakubczyk eleminierte sich durch einen Fehlstart selbst. Favorit Yuniel Perez (Kuba) ließ - offensichtlich angeschlagen - das Rennen in 6,91 Sekunden austrudeln.
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Dreisprung Frauen
Jeder der fünf gültigen Versuche von Welt- und Europameisterin Olha Saladuha hätte zum Sieg gereicht. Damit war sie eine Klasse für sich. Der beste Sprung der Ukrainerin wurde mit 14,52 Metern gemessen. Die Chemnitzerin Kristin Gierisch freute sich sichtlich über Platz zwei. Einziger Wermutstropfen war, dass sie mit 13,91 Metern die Hallen-EM-Norm noch um neun Zentimeter verfehlte. Dafür konnte sie mit der Russin Tatyana Lebedeva eine noch aktive Dreisprung-Legende um zwei Zentimeter hinter sich lassen.
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60 Meter Frauen
7,00 Sekunden war Murielle Ahoure in diesem Jahr schon gelaufen und auch am Rhein erwies sich die Hallen-Vize-Weltmeisterin von der Elfenbeinküste mit 7,08 Sekunden als die Schnellste. Damit unterbot sie den Meetingrekord um eine Hundertstel. Barbara Pierre (USA) kam ihr in ebenfalls glänzenden 7,12 Sekunden am nächsten. Die Münsteranerin Tatjana Pinto (7,36 sec) erreichte als Siebte das Ziel.
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800 Meter Männer
Die Polen entschieden einen Mini-Länderkampf mit Kenia eindeutig für sich. Hallen-Europameister Adam Kszczot (1:47,96 min) erwies sich dabei im Duell mit seinem Landsmann Marcin Lewandowski (1:48,30 min) als der Stärkere. Abraham Rotich (1:48,80 min) und der Olympia-Dritte Timothy Kitum (1:49,40 min) kamen dagegen ebenso wenig an wie der russische Routinier Yuriy Borzakovskiy (1:49,83 min).
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60 Meter Hürden Männer
Mit dem zweitschnellsten Rennen seiner Karriere glänzte der US-Amerikaner Kevin Craddock auf der Düsseldorfer Bahn. In 7,50 Sekunden ließ er seinen Landsmann Omo Osaghae um zwei Hundertstel hinter sich. Dieser verspielte den Sieg der Reaktionszeit nach am Start. Der Ungar Balasz Baji (7,57 sec) lief sich mit Blick zur Hallen-EM in eine gute Ausgangsposition. Der Leipziger Erik Balnuweit wurde in 7,64 Sekunden Fünfter.
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Nadine Hildebrand war die beste Deutsche (Foto: Gantenberg)


60 Meter Hürden Frauen
Die US-Amerikanerin Yvette Lewis verbesserte sich im Vergleich zum Vorlauf noch einmal um eine Hundertstel auf 7,94 Sekunden. Damit war sie am Ende eindeutig die beste Hürdensprinterin dieses Abends. Alina Talai (Weißrussland) und Eline Berings (Belgien) landeten mit jeweils 8,01 Sekunden auf den Plätzen zwei und drei. Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand wurde mit 8,14 Sekunden, die sie auch im Vorlauf gelaufen war, Siebte.
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3.000 Meter Männer
Die Hälfte der 14 Starter kam aus Kenia. So verwunderte es am Ende nicht, dass mit dem früheren U20-Weltmeister Caleb Ndiku, der in 7:38,77 Minuten einen Meetingrekord verbuchte, und Albert Rop (7:39,70 min) zwei Athleten der Läufernation einen Doppelsieg feierten. Hindernis-Europameister Mahiedine Mekhissi-Benabbad (Frankreich; 7:43,72 min) verhinderte einen Fünffacherfolg der Kenianer. Lokalmatador Simon Stützel (8:07,02 min) erreichte Platz zehn.
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60 Meter Männer (Vorläufe)
Der in diesem Winter schon stark aufgetretene Kubaner Yuniel Perez gab im ersten Vorlauf mit 6,57 Sekunden gleich Gas und lief klar vor dem Spanier Angel David Rodriguez (6,64 sec) und dem Berliner Lucas Jakubczyk (6,70 sec) ein. Europameister Christophe Lemaitre (Frankreich; 6,71 sec) blieb nur Platz sechs. Wie bei den Frauen war das zweite Rennen um einen Hauch schneller. Dafür sorgte der Franzose Jimmy Vicaut (6,56 sec). Der Jamaikaner Lerone Clarke blieb ebenfalls unter 6,60 Sekunden (6,59 sec). Julian Reus (TV Wattenscheid 01) zog als Vierter (6,65 sec) ins Finale ein.

1.500 Meter Frauen
Die Ukrainerin Anzhelina Shevchenko (4:09,13 min) konnte mit einem taktisch überlegten Rennen die WM-Dritte Natalia Rodriguez (Spanien; 4:09,86 min) in die Schranken weisen. Im Stall-Duell der Hamburger Sujew-Twins hatte Diana in der Schlussphase die deutlich größeren Reserven. Mit einer Zeit von 4:12,98 Minuten ließ sie Schwester Elina (4:15,29 min) als Sechste deutlich hinter sich. Zur Hallen-EM-Norm fehlten aber noch rund eineinhalb Sekunden.
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60 Meter Frauen (Vorläufe)
Die Favoritin von der Elfenbeinküste, Murielle Ahoure, zeigte bereits in den Vorläufen mit 7,17 Sekunden ein flottes Rennen. Das konnte im zweiten Rennen von der US-Amerikanerin Barbara Pierre (7,16 sec), die Europameisterin Ivet Lalova (Bulgarien; 7,24 sec) im Griff hatte, sogar noch getoppt werden. Als schnellste Deutsche zog die Münsteranerin Tatjana Pinto (7,32 sec) in das Finale ein.

Ayanleh Souleiman schlug die Kenianer (Foto: Gantenberg)


1.500 Meter Männer
Der Afrika-Express gab auf den 1.500 Metern deutlich Gas und bestimmte das Geschehen von Beginn an. Dem Hallen-WM-Fünften Ayanleh Souleiman aus Dschibuti gelang dann in 3:36,13 Minuten bei einem packenden Zweikampf mit dem Kenianer Bethwel Birgen (3:36,61 min) ein Coup. Der Berliner Carsten Schlangen hatte auf der letzten Runde nicht mehr genug zuzusetzen und blieb als Elfter in 3:41,91 Minuten um knapp eine Sekunde über der Hallen-EM-Norm. Allerdings will sich der frühere Vize-Europameister in diesem Winter ohnehin nicht von dieser Vorgabe hetzen lassen.
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60 Meter Hürden Frauen (Vorläufe)
Die US-Amerikanerin Yvette Lewis blieb im ersten Vorlauf gleich unter acht Sekunden (7,95 sec), ein US-Trio konnte die Belgierin Eline Berings (8,04 sec) als Zweite sprengen. Ausgerechnet die Europameisterin Nevin Yanit (Türkei) wurde im zweiten Rennen Opfer einer Fehlstart-Disqualifikation. Die Weißrussin Alina Talai (8,04 sec) holte sich Platz eins. Die Sindelfingerin Nadine Hildebrand wurde in 8,14 Sekunden Fünfte und war damit standesgemäß die schnellste Deutsche in dieser Runde.

800 Meter Frauen
Die Olympia-Dritte Yekaterina Poistogova war auf den vier Hallenrunden nicht zu schlagen. In 2:03,54 Minuten lief sie vor der Kenianerin Winny Chebet (2:04,16 min) ungefährdet als Erste ein. Die 19-jährige Sonja Mosler (TV Herkenrath) hatte in dem internationalen Feld den erwartet schweren Stand, konnte in 2:06,88 Minuten aber am Ende als Sechstplatzierte noch die rote Laterne abgeben.

60 Meter Hürden Männer (Vorläufe)
Weltmeister Jason Richardson blieb auf der Strecke. 7,73 Sekunden bescherten dem US-Amerikaner in dem Vorlauf, den sein Landsmann Kevin Craddock und der Kubaner Orlando Ortega in jeweils 7,60 Sekunden bestimmten, nur Platz sechs. Im zweiten Vorlauf überraschte dann der US-Amerikaner Omo Osaghae mit einer Spitzenzeit von 7,53 Sekunden, die ihm unweigerlich die Favoritenrolle für das Finale einbrachte. Überzeugen konnte auch der Leipziger Erik Balnuweit (7,62 sec) als Zweiter.

800 Meter Männer (B-Lauf)
Andreas Lange hielt sich auf der ersten Hälfte noch zurück, dann aber verbesserte der Mittelstreckler der LG Reinbek/Ohe seine Position. Er schloss zum US-Amerikaner Eric Sowinski nicht nur auf, sondern zog auch an ihm vorbei. Trotzdem musste sich Andreas Lange mit einer neuen Hallen-Bestzeit von 1:48,18 Minuten trösten, denn Eric Sowinski (1:48,04 min) konterte ihn noch aus. Zur Hallen-EM-Norm fehlen Andreas Lange damit noch rund vier Zehntel.
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1.500 Meter Männer (B-Lauf)
Der Deutsche Hallenmeister Homiyu Tsefaye ließ dem Hallen-EM-Neunten Diego Ruiz (Spanien) keine Chance. Auf den letzten beiden Runden lief sich der Frankfurter, der noch nicht für Deutschland startberechtigt ist, souverän den Sieg heraus und steigerte seine persönliche Hallenbestzeit auf 3:39,38 Minuten. Als Dritter hinter Diego Ruiz (3:41,36 min) setzte sich auch der im letzten Jahr vom Pech verfolgte Marcel Fehr (LG Limes-Rems) mit einer neuen Hallen-Bestzeit von 3:43,62 Minuten wieder in Szene.
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Text/Infos: DLV/leichtathletik.de

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